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Grimma Cornelia Schneider wird Kantorin in Naunhof
Region Grimma Cornelia Schneider wird Kantorin in Naunhof
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05:00 30.09.2017
Cornelia Schneider. An der Naunhofer Ladegastorgel wird sie künftig spielen. Quelle: Thomas Kube
Naunhof

Sie tritt in die großen Fußstapfen, die Espen Melbö hinterließ. Und sie will sie ausfüllen. Am Sonntag, 10 Uhr, wird Cornelia Schneider in der Stadtkirche als neue Naunhofer Kantorin eingeführt, vorgenommen hat sie sich eine Menge. Nicht minder wichtig: Die 53-Jährige wird mit offenen Armen empfangen.

Aus Colditz kommend, das sie nach nur sieben Monaten wegen der, wie sie sagt, „schwierigen Situation“ verlässt, wagt sie den Neustart. Von drei Bewerberinnen, davon einer Koreanerin, fiel die Wahl auf sie. „Wir freuen uns sehr, dass wir sie bekommen haben“, sagt Ina Heintzschel, Vorsitzende des Fördervereins Ladegastorgel. „Chor und Kurrende warten schon sehnsüchtig darauf, dass die Vakanz beendet wird.“

Cornelia Schneider gilt als Frau mit wichtigen Erfahrungen und Kontakten, die aus ihrem Lebenslauf herrühren. Klavier- und Orgelunterricht erhielt sie in jungen Jahren, mit 15 hatte sie schon den Hilfskirchenmusikerabschluss in der Tasche. Beruflich ging sie aber zunächst einen anderen Weg und erlernte den seltenen Beruf der Paramentikerin. Das heißt, sie entwarf Motive für Altarbehänge und stellte diese mit Hilfe alter Handwerkstechniken her. Für sie bis heute ein zweites Standbein, denn auch in Naunhof wird sie – wie in den vorherigen Stationen – nur eine halbe Stelle antreten.

1985, kurz vor der Geburt ihrer beiden Kinder, besann sie sich auf ihre alten Kentnisse und wurde Kantorin in Störmthal. Dort musizierte sie auf der einzigen Orgel der Region, von der verbürgt ist, dass sie Johann Sebastian Bach spielte. Entsprechend besuchten Interessierte, ja ganze Orgelreisegruppen die Dorfkirche, so dass sich Kontakte zu Musikergrößen ergaben. Weitere Beziehungen kamen durch ihren Gesang im Concerto Vocale und im Synagogalchor in Leipzig zustande. Die beiden Thomaskantoren Georg Christoph Biller und Gotthold Schwarz kennt sie gut.

Neben ihrer Arbeit studierte Scheider Kirchenmusik an der Hochschule für Kirchenmusik in Dresden und schloss mit einem Fachschulabschluss ab; nachdem sie 1999 in die Kirchgemeinde Baalsdorf-Mölkau gewechselt war, baute sie darauf auf und erwarb den Diplomabschluss an der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halle. Weil sie nach 17 Jahren Bedarf für eine Veränderung sah, ging sie im Februar nach Colditz, wo es sie nicht lange hielt.

Von dort möchte sie nun wegziehen, allerdings nicht zum neuen Wirkungsort, sondern in die Stadt, in der sie aufwuchs: Leipzig. Auch wenn sie noch nicht in Amt und Würden ist, hat sie bereits das Abendmusik-Programm fürs kommende Jahr komplettiert. „Die Besucher dürfen sich auf einige hochkarätige Musiker freuen“, macht sie neugierig. Dankbar ist sie für die gute Vorarbeit des Orgelfördervereins. „Ich freue mich auf das Miteinander“, erklärt Scheider.

Ihre Hauptaufgabe wird freilich eine andere sein. Kirchenmusikalisch hat sie die Gottesdienste zu begleiten. Dazu kommen unter anderem Chor- und Kurrendeproben, die Ausgestaltung von Festen und wöchentliche Singestunden in der Diakonie-Kita „Regenbogen“. Auch Projekte schweben der Kantorin vor. „Zunächst muss ich aber die Leute kennenlernen und spüren, welche Möglichkeiten sich auftun, mich einbringen zu können“, betont sie. Eine Idee wäre, ein Kindermusical einzustudieren. Analog zum Weihnachtsoratorium, bei dem jeder mitsingen kann, der über ausreichende Kenntnisse verfügt, wären Kantatengottesdienste denkbar. Einen Vorgeschmack will sie am 12. November, ab 10 Uhr, mit der Bachkantate „Ich habe genug“ in der Stadtkirche geben.

Melbös Reihe mit allen Orgelwerken des großen Barockkomponisten soll auf alle Fälle fortgeführt werden. „Sie ist ein wunderbares Projekt“, sagt Cornelia Schneider, die sich darauf freut, ihren nach Norwegen zurückgekehrten Vorgänger beim nächsten Konzert kennenzulernen.

Von Frank Pfeifer

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