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Grimma Grimma blickt auf 70-jährige Tradition der Landtechnik zurück
Region Grimma Grimma blickt auf 70-jährige Tradition der Landtechnik zurück
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14:09 15.03.2019
Tino Kießig (r.) und der erfahrene Lutz Grohme machen auf die Siebenjahrzehnte lange Tradition der Landtechnik am Standort Grimma aufmerksam. Quelle: Frank Schmidt
Grimma

Die ältere Generation, vor allem die in der Landwirtschaft tätigen DDR-Bürger kennen sie noch, die Maschinen-Ausleih-Station (MAS) in Grimma. Im Gründungsjahr der DDR, am 1. März 1949, wurde in den Scheunen des Wehrmachtsmagazines die Arbeit aufgenommen. Später, im Sommer 1952, wurde daraus am gleichen Standort in der August-Bebel-Straße die Maschinen-Traktoren-Station, kurz MTS genannt.

Hier ist die Einfahrt zum Kreisbetrieb für Landtechnik im damaligen Betriebsteil Grimma zu sehen. Quelle: privat

Die SED als damals die führende politische Kraft gab dafür auf ihrer 2. Parteikonferenz die Marschrichtung vor. Im Jahr 1964 sind daraus Reparatur-Technische-Stationen (RTS) entstanden, die man im gleichen Jahr zum Kreisbetrieb für Landtechnik (KfL) zusammenlegte. Dieser wurde als Rechtsnachfolger der MAS, MTS, und RTS zum Brötchengeber für Hunderte Arbeitskräfte.

Landtechnik mit langjähriger Tradition

Die moderne Landtechnik lebt also nicht nur von einer insgesamt 70-jährigen Tradition am Standort Grimma, die Muldestadt profitiert auch noch heute davon. Etwa dank der Firma NewTec, die vor vier Jahren als Nachfolgeunternehmen der insolventen OTEMA auf dem ehemaligen MTS-Stützpunkt ansässig geworden ist. Hier stehen 23 Mitarbeiter in Lohn und Brot, darunter aktuell auch drei Auszubildende. Dieser Siebenjahrzehnte langen Tradition fühlt sich Tino Kießig verpflichtet. Er will darauf aufmerksam machen. Der 26-jährige Grimmaer hat in Dresden und Stuttgart Agrartechnik studiert.

Heute prangen an dem Gebäude des ehemaligen Kreisbetrieb für Landtechnik (KfL) unter anderem auch die Letter der Firma NewTec. Quelle: Frank Schmidt

Als leitender Mitarbeiter in der Firma NewTec trägt er Verantwortung im kaufmännischen Bereich und kümmert sich um die Marktausrichtung des Unternehmens. Zweifelsfrei ein Mann mit Blick in die Zukunft. „Na klar, denn die großen und modernen Maschinen üben ohne Zweifel eine besondere Faszination auf mich aus“, gesteht Kießig. Er ist aber auch ein Mensch, der sich für die Wurzeln der Landwirtschaft interessiert.

Unsere Vorfahren legten Fundament für heutigen Erfolg

„Das ist mir ganz wichtig, weil wir nicht vergessen sollten, dass das, was wir heute haben, seinen Ursprung in der Vergangenheit hat. Die Mühen unserer Vorfahren gelten als Fundament, auf dem wir alles aufbauen und weiterentwickeln konnten und können“, sagt Kießig. Er brennt spürbar dafür. „Und hätte es das nicht gegeben, würden auch wir in dieser Form nicht existieren können. Das ist uns heutzutage oftmals nicht bewusst, stattdessen wird es als Selbstverständnis hingenommen“, glaubt Kießig zu wissen, der sich auch in der Hohnstädter Feuerwehr ehrenamtlich engagiert.

"Boden und Technik in eine Hand" - Mit diesem Slogan hat 1959 auch die LPG "Freier Bauer" in Großbardau die Landtechik von den MTS übernommen. Quelle: privat

Um dieser Tradition auch ein Gesicht geben zu können, hat Kießig den erfahrenen Mitarbeiter Lutz Grohme an seiner Seite. Der 57-Jährige ist heute Niederlassungsleiter der NewTec Grimma und geht seit über 40 Jahren durch die gleiche Tür seines Betriebes. Freilich prangte darüber erst das KfL-Logo, nach der Wende klebten die Letter der OTEMA an den Fassaden und heute wehen Fahne der NewTec auf dem einstigen MAS-Gelände. „Ich habe hier Landtechnik gelernt und später dazu ein Fernstudium als Agraringenieur absolviert“, blickt Grohme zurück. Er könnte ein Buch über die Historie der Landtechnik am Standort Grimma füllen, mit all seinen Höhen und Tiefen. Aber noch besser ist es, mit ihm und auch mit Kießig persönlich ins Gespräch zu kommen. Gelegenheit dazu gibt es am 6. April, wenn das Unternehmen zum Tag der offenen Tür einlädt.

Von Frank Schmidt

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