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Grimma Damit der Fischotter in Altenhain nicht ins Wasser muss
Region Grimma Damit der Fischotter in Altenhain nicht ins Wasser muss
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16:19 14.06.2017
Der Fischotter. Damit er beim Unterqueren der Grimmaer Landstraße in Altenhain nicht ins Wasser muss, wird der Durchlass mit einer Trockenberme ausgestattet. Quelle: dpa-Bildfunk
Trebsen/Altenhain

Der Durchlass über den Ellergraben in Altenhain soll abgerissen und durch einen neuen ersetzt werden. Gegenüber der alten Schätzung haben sich die Kosten dafür jedoch erhöht. Die Stadt muss eine Auflage des Umweltamts umsetzen, die zum Teil für Kopfschütteln sorgt.

Durch das Rohr soll künftig nicht nur Wasser fließen. „Wir müssen zusätzlich einen horizontalen Abschnitt einbauen, auf dem Fischotter trockenen Fußes von einer Seite der Grimmaer Landstraße zur anderen gelangen können“, erläutert Bauamtsleiterin Marika Haupt. Unfassbar für den Abgeordneten Peter Emmrich (Linke). „Dann sollten man auch an ein Geländer für den Otter denken“, kommentiert er ironisch. „Sowas regt mich auf. Fischotter können schwimmen.“

Die sogenannte Trockenberme wird neben dem eigentlichen Wasserlauf im Durchlass angeordnet. Die Pläne wurden entsprechend geändert, die Baukosten stiegen um 26 000 Euro auf nunmehr 267 000 Euro. Haupt: „Ich habe dort noch nie einen Fischotter gesehen. Aber die Vorschriften sind nun einmal so, wir kommen nicht darum herum.“

Ausgetauscht werden muss der Durchlass, weil der alte baufällig ist. „Der neue ist größer, durch ihn passt deutlich mehr Wasser“, erläutert Heiko Sterzik vom Markkleeberger IBB-Ingenieurbüro für Bauplanung und Beratung. Dieter Grobe (SPD) kann sich darin eine Gefahr für die Unterlieger vorstellen. Doch Haupt beruhigt: „Dort kommt nicht so viel Wasser an, dass Überschwemmungen befürchtet werden müssen, denn es gibt genügend Flächen, auf denen es sich ausbreiten kann.“ Insgesamt solle das Bauwerk vor Fluten schützen, die statistisch alle 50 Jahre erwartet werden. Noch nicht mal beim jetzigen kleineren Durchlass habe die Grimmaer Landstraße jemals unter Wasser gestanden.

Die Bauarbeiten werden für die Altenhainer und Durchreisende mit Behinderungen einhergehen. Von der Vergabe der Arbeiten bis zur Fertigstellung sollen maximal 15 Wochen vergehen. „Weil wir Fertigteile verwenden, kommen wir zügig voran“, sagt Sterzik. „Trotzdem wird es wohl eine sechswöchige Vollsperrung der Straße geben. Das hängt davon ab, wie viele Kapazitäten die Medienträger haben, um ihre Leitungen neu zu verlegen.“ Während der Sperrung wird die Baustelle auch zu Fuß unpassierbar sein.

Bis sich etwas tut, plätschert aber noch eine Menge Wasser den Bach hinunter. Gebaut werden soll in den Sommerferien – nächsten Jahres. Vorerst beantragt die Stadt Fördermittel, denn allein will sie die Kosten nicht tragen.

Von Frank Pfeifer

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