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Grimma Das Geld reicht nicht überall
Region Grimma Das Geld reicht nicht überall
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05:00 12.10.2012
Hausaufgaben im Arbeitsheft: Viertklässlerin Ronja von der Grundschule Bücherwurm in Grimma nutzt die Lernmittel schon fleißig. Quelle: Silke Hoffmann
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Grimma

Allerdings übernimmt die Stadt nur einen Teil der Ausgaben für die Lernmittel.

„Ich habe bereits in den Sommerferien mit den Eltern abgesprochen, dass wir das Geld vorschießen und die Arbeitshefte kaufen", erklärt eine Grimmaer Lehrkraft. Denn nach dem Grundsatzurteil im April war unklar, wann das Geld kommt. Vor zwei Tagen war es dann so weit. 30 Euro pro Schüler wurden überwiesen. Allerdings haben die Eltern der Kinder dieser Schulklasse insgesamt 70 Euro bezahlt – in Vorleistung, damit das Lernen mit dem Schuljahr beginnen konnte. „Eigentlich braucht es mehr Mittel", teilt der Lehrer der LVZ mit.

Das Urteil hat auch auf Seiten der Stadt für große Verunsicherung gesorgt. Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) forderte vergeblich die finanzielle Unterstützung für die Kommunen beim Freistaat ein. So blieb Grimma nichts anderes übrig, als das erforderliche Geld bereit zu stellen. Und das, nachdem der Haushalt 2012 schon ursprünglich nur durch einen Rückgriff auf die Rücklagen ausgeglichen gestaltet werden konnte.

Ursprünglich war man in der Großen Kreisstadt von einem Bedarf in Höhe von rund 150 000 Euro ausgegangenen. „Wir haben dann noch einmal, basierend auf den Erfahrungen der vergangenen Jahre, den tatsächlichen Bedarf genau ermittelt", sagt Petra Richter vom Grimmaer Schulamt. Mit einer Durchschnittssumme von 30 Euro pro Schüler könnten die entsprechenden Lernmittel angeschafft werden. „Sicher gibt es Unterschiede in den Klassenstufen, immerhin steht hier ein Atlas, dort ein Taschenrechner und da ein Tafelwerk mit auf dem Programm." Doch obliege es den Schulen selbst, die Gesamtsumme gerecht aufzuteilen.

Die Grimmaer Schulen gehen mit dem Thema Lernmittel unterschiedlich um. Bereits in den Sommerferien – ohne dass die endgültige Entscheidung zur Finanzierung gefallen war – wurden in der Ostwald-Grundschule die Arbeitshefte bestellt, sagt Schulleiterin Steffi Schröder. „Ja, viele Eltern hatten das schon selbst bezahlt, bekommen jetzt aber maximal 30 Euro wieder."

Die Bestellungen für die 900 Gymnasiasten vom St. Augustin gingen erst in dieser Woche bei der Buchhandlung „Bücherwurm" ein. Der wurden die Lernmittelbestellungen übertragen, und die Mitarbeiter haben noch alle Hände voll zu tun. „Wir bekommen die Anforderungen von den Schulen, und in ein bis zwei Wochen können wir ausliefern", sagt Buchhändlerin Marlis Uhde. Die Bereitstellung der Arbeitshefte für die sieben Grundschulen wäre schon abgehakt, dort arbeiten die Mädchen und Jungen längst damit. Für die Größeren stehe noch einiges aus. „Verschiedene Arbeitshefte müssen in den Verlagen nachgedruckt werden, weil die Bestellungen wegen der Abwartehaltung spät eingingen und die Hefte natürlich nicht auf Halde liegen."

Die meisten Schulen bestellten gleich zu Anfang des Schuljahres – als von Grimma schließlich grünes Licht kam. „Bei uns lief das alles problemlos", sagt Petra Petri von der Mittelschule Grimma. Und man käme auch hin mit den 30 Euro, Gut geklappt habe es auch in der Grundschule Großbothen, versichert Schulleiterin Kerstin Arnold. „Wir haben erst abgewartet, bis Grimma sich positioniert hat, dann ging alles ziemlich schnell."

Doch nicht alle sind zufrieden. „Die Stadt hat festgelegt, dass Arbeitshefte mit CD nicht bezahlt werden", sagt wieder der Pädagoge. Aber die für Englisch seien immer mit CD. „Ich als Lehrer fühle mich in meiner pädagogischen Freiheit eingeschränkt."

Matthias Pöls/ Silke Hoffmann

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