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Grimma Das Marie-Louise-Heim in Grimma-Hohnstädt besteht seit 20 Jahren
Region Grimma Das Marie-Louise-Heim in Grimma-Hohnstädt besteht seit 20 Jahren
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14:59 26.12.2016
Glückwünsche von muldeaufwärts: Eine kleine Delegation aus der Colditzer Diakonie- Wohnstätte machte der Hohnstädter Heimleiterin Ute Blau ihre Aufwartung.
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Grimma

Wenn eine Einrichtung ihren 20. Geburtstag feiert, hat der Journalist nicht selten Veranlassung, von einer Erfolgsgeschichte zu sprechen. In einer sozialtherapeutischen Wohnstätte, in der chronisch psychisch kranke Menschen Schritt für Schritt wieder an ein selbstständiges Leben herangeführt werden, verbietet sich naturgemäß eine solche Begrifflichkeit.

Dennoch: Die Entscheidung der Diakonie Muldental, vor zwei Jahrzehnten das ehemalige Altenpflegeheim in Grimma-Hohnstädt zu einer Einrichtung zur Betreuung psychisch kranker Menschen umzufunktionieren, war eine solche mit Weitblick. Denn der Betreuungsbedarf in diesem Bereich ist in den vergangenen Jahren gestiegen, und dieser Trend nach oben setzt sich auch weiter fort. „Zieht bei uns jemand aus, bleibt der Platz nicht lange leer“, bestätigt Ute Blau, die Leiterin des Marie-Louise-Heimes, die mit ihrem 15 Mitarbeiterinnen umfassenden Team insgesamt 25 Heimbewohner betreut. Ein Team, das sich unter anderem aus Heilerziehungs-Pflegern und Ergotherapeuten zusammensetzt.

„Alle unsere Fachkräfte haben eine Zusatzausbildung im Bereich der Sozialpsychiatrie absolviert“, ergänzt Ute Blau, der zufolge die Bewohner des Hohnstädter Heimes rund um die Uhr betreut werden. „Manche arbeiten tagsüber in der Behindertenwerkstatt, andere verbringen demgegenüber den ganzen Tag im Heim und werden hier in diverse Arbeiten einbezogen“, so Heike Blau. Dazu zähle beispielsweise die Erledigung von Einkäufen und die Zubereitung des Frühstücks und des Abendbrotes. Darüber hinaus fänden regelmäßige Gespräche innerhalb der drei Bewohnergruppen statt und würden die Bewohner therapeutisch betreut. Bewohner, deren Alter von Ende 20 bis in die 80er-Jahre reicht.

„Eine psychische Erkrankung kann Menschen jeden Alters treffen“, sagt Ute Blau und nennt in diesem Zusammenhang das Stichwort „Burnout-Syndrom“. „Grundsätzlich ist es aber so, dass wir nicht von allen unseren Bewohnern die Gründe beziehungsweise Ursachen ihrer Erkrankung kennen“, so die Heimleiterin, die mit ihren Mitarbeiterinnen in Hohnstädt den ersten Teilbereich einer drei Stufen umfassenden Therapie abdeckt. Für den zweiten Schritt auf dem Weg zurück in ein selbstständig geführtes Leben sind am Grimmaer Sitz der Diakonie am Bockenberg zwölf Plätze in einer Außenwohngruppe verfügbar, Schritt drei stellt das ambulante betreute Wohnen dar. Dieses Betreuungsniveau hat mittlerweile Katrin Dietrich erreicht, nachdem sie von 2000 bis 2003 im Marie-Louise-Heim ein zwischenzeitliches Zuhause gefunden hatte. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes.

„Im Rückblick war es eine schöne Zeit, wir sind gut in die Tagesabläufe eingebunden worden, und ich persönlich habe mich wie in einer Familie gefühlt“, erzählt die 51-Jährige, die dieser Tage eine kleine Jubiläums-Feierstunde zum Anlass für eine Stippvisite im Marie-Louise-Heim nahm. Ihre Aufwartung machte diesem zudem eine kleine Delegation aus Colditz, wo die Diakonie Leipziger Land eine weitere, 40 Betreuungsplätze umfassende sozialtherapeutische Wohnstätte betreibt.

Von Roger Dietze

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