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Grimma Das Nerchauer „East End“ wird 20
Region Grimma Das Nerchauer „East End“ wird 20
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20:02 28.05.2018
Der Jugendclub „East End" in Nerchau feiert Jubiläum. Chefin Brigitte Nehring (Mitte) weiß einen festen Besucherstamm um sich. Quelle: Thomas Kube
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Grimma/Nerchau

Den Namen durften die Jugendlichen der ersten Stunde aussuchen. Sie entschieden sich für „East End“. Das Ostende von Nerchau. Die erste Stunde liegt nun 20 Jahre zurück, am Sonnabend feiert das Kinder- und Jugendhaus deshalb sein Jubiläum mit einem kleinen Fest ab 14 Uhr.

Ebenfalls von der ersten Stunde an leitet Brigitte Nehring die Einrichtung am Rande des Ortsteils. Einst befand sich der Nerchauer Jugendtreff im Haus der Kita, erinnert sich die studierte Ökonom-Pädagogin. Die Kommune entschied sich aber seinerzeit, am Platz des abgebrannten Sportlerheims ein neues Haus zu errichten, in dessen oberer Etage das Kinder- und Jugendhaus seinen Platz fand – und das unter neuem Träger. Denn mit dem Neustart 1998 übernahm die Familienzentrum gGmbH des Awo-Kreisverbandes Mulde-Collm das Ruder.

30 Wochenstunden und viele Helfer

„Mit rund 80 Jugendlichen bin ich hergezogen“, erinnert sich die 59-Jährige, die in Altenhain zu Hause ist. Zunächst habe sie auch noch die Kinder- und Jugendtreffs in Bahren, Seelingstädt und Fremdiswalde betreut. Als ihre Stundenzahl auf 30 Wochenstunden reduziert wurde, gab sie das einzig übrig gebliebene Fremdiswalde im Februar vorigen Jahres ab. Denn in Nerchau hat Nehring alle Hände voll zu tun und weiß dabei stundenweise fünf engagierte Ehrenamtler an ihrer Seite, darunter Gabriele Winkler, die auch als Vertretung einspringt.

Ausflüge nach Berlin, Prag und Auschwitz

In den zwei Jahrzehnten hat das „East End“ viele Kinder und Jugendliche kommen und gehen sehen. Und dabei ging es nicht nur um Zeitvertreib. Auch für Prüfungen wurde gebüffelt, Nehring half nicht selten bei Berufswahl und Bewerbungsschreiben. Das ist auch heute noch so. „Ich habe jeden, der hier war, in eine Lehrstelle gebracht“, sagt die Chefin des Hauses mit Stolz in der Stimme. Zu den Höhepunkten gehören stets die Angebote in den Ferien und die jährliche Tagesfahrt. Nehring und ihre Schützlinge steuerten schon den Bundestag in Berlin an, vergnügten sich im Heidepark Soltau, zogen durch das schöne Prag und sahen dem Auschwitzer Nazi-Grauen ins Auge. Voriges Jahr besuchten die Nerchauer die Nudelfabrik in Riesa.

Wer sind wir? Wir sind das AWO Jugendhaus „EAST END” Nerchau und befinden uns in der Trägerschaft der AWO...

Gepostet von nixlos.de am Mittwoch, 8. April 2015

Wenn sich die „East-End“-Chefin etwas wünscht, dann mehr Besucher. Immerhin gibt es ihren Worten zufolge in und um Nerchau mehr als 600 Kinder und Jugendliche bis 27 Jahre. „Man merkt seit etwa drei Jahren, dass viele nur zu Hause am Tablet oder Smartphone sitzen“, benennt die Jugendhaus-Leiterin eine Tendenz. Wenn bei ihr an einem Tag mal 20 Kinder und Jugendliche vorbei schauen, ist das viel. Dabei bleiben im „East End“ kaum Wünsche offen. Neben sportlicher Betätigung und Brettspielen können sich die Besucher mit Darts, Billard oder Tischfußball die Zeit vertreiben. Die Wii und Playstation 4 darf jeder aber nur täglich 30 Minuten in der Hand halten. „Da bin ich altmodisch“, meint Nehring. Fußball und Tischtennis wird am liebsten gespielt, weiß sie zu berichten und zeigt auch auf die Grillecke im Freigelände am Sportplatz. Nehring wartet mit Kreativangeboten, Hausturnieren und jahreszeitlichen Feten wie Fasching, Sommerfest und Halloweenparty auf. Und in den Sommerferien gibt es jede Woche einen Höhepunkt. Für kleines Geld werden dieses Mal unter anderem der Freizeitpark Plohn, der Saurierpark Kleinwelka, die Sommerrodelbahn Kohren-Sahlis und der Leipziger Zoo angesteuert. „Das zieht“, erzählt Nehring, der die Arbeit mit den Kindern „sehr am Herzen“ liegt. Die Kapazität sei hier auf 16 Teilnehmer begrenzt.

Die Arbeiterwohlfahrt kann das städtische Objekt mietfrei nutzen. Die „East-Ende“-Chefin freut sich auch über andere Sponsoren und lobt die finanzielle Unterstützung des Kreis-Jugendamtes. Für die Sommerferien erhält sie in diesem Jahr knapp 1000 Euro. Zur Jubiläumsfete am 2. Juni soll deshalb auch allen Helfern gedankt werden. Vor allem aber gibt es für die Kinder ein buntes Tagesprogramm mit Sport-Turnieren, Schminken, Hüpfburg, Bastelstraße und anderem mehr. Alle Familien seien zu Spaß und Spiel eingeladen und könnten sich einen Eindruck vom Haus verschaffen, betont die Leiterin.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 15 bis 20 Uhr, in den Ferien 9 bis 20 Uhr. Sonnabend nach Bedarf.

Von Frank Prenzel

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