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Das dicke Ende kommt erst noch

Das dicke Ende kommt erst noch

Naunhof. Der Gartenverein „Am Dreiflügelweg" könnte sich aus gegebenem Anlass auch „Schwanensee" nennen. Denn Schwäne gehören seit Jahresbeginn tatsächlich zu den Stammgästen der Vereinsanlage, die am Ortsausgang von Naunhof in Richtung Großsteinberg liegt.

. Die Angelegenheit hat allerdings einen sehr bitteren Beigeschmack: Rund 7000 Quadratmeter der Gartenanlage sind seit Mitte Januar überflutet.

75 Parzellen umfasst die Gartenanlage, die 1977 errichtet worden ist, und sie erstreckt sich auf einer Fläche von rund fünf Hektar. Vor allem viele Leipziger haben sich hier ihre grüne Oasen mit Gartenhäuschen abseits vom Trubel der Großstadt eingerichtet. Als im vergangenen Monat Gartenfreunde mit Vorfreude auf den kommenden Frühling in ihren Gärten nach dem rechten schauten, erlebten sie allerdings eine böse Überraschung: Elf Gärten waren von Grundwasser überflutet und sie sind es auch noch bis heute. Vereinsvorsitzender Helmut Külpmann, dessen Garten nicht untergegangen ist, kann dennoch nachempfinden, wie es den betroffenen Gartenbesitzern zumute ist. „Zu beklagen ist ja nicht nur, dass Pflanzen, Beete, Pflanzgut oder Rasenflächen in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Das Wasser hat vor allem auch an den Bauwerken viel Schaden angerichtet. Viele Lauben stehen unter Wasser, Kellerräume sind vollgelaufen, Fußböden quellen auf, auch in den Wänden steigt das Wasser nach oben. Die Gartenbesitzer können nicht mal das Nötigste retten, weil sie an ihre Lauben bislang nicht herankommen", macht er die bedrückende Situation deutlich. Da das Wasser auch in den vergangenen Wochen nicht versickert ist, sei bis jetzt auch das ganze Schadensausmaß nicht abzuschätzen. Külpmann kann sich nicht daran erinnern, dass die Gartenlage in den zurück liegenden Jahren jemals schon einmal so vom Wasser heimgesucht worden sei. Auch für den Leipziger Henry Demmer, der Mitglied im Gartenverein ist, ist die Flut in der Gartenalage etwas „bisher nie Dagewesenes". Demmer, der von Beruf Brunnenbaumeister ist, weist darauf hin, dass er, als er sich vor zwei Jahren in seinem Garten einen Brunnen bohrte, bei einer Tiefe von rund 3,50 Meter aufs Grundwasser gestoßen war. Im Januar 2011 dagegen habe das Grundwasser bei 1,15 Metern gestanden. Als Ursachen für diesen Grundwasseranstieg könne man nicht nur starke Niederschläge und Schneeschmelze verantwortlich machen, meint er. „Mein Job ist das Wasser und mir kann niemand erzählen, dass der Anstieg des Grundwasserspiegels hier bei Naunhof nichts mit den geschlossenen Braunkohletagebauen zu tun hätte. Jahrzehntelang ist das Grundwasser dort abgepumpt worden. Nach der Wende wurden die Tagebau geflutet. Der Störmthaler See zum Beispiel ist nur rund zehn Kilometer Luftlinie von Naunhof entfernt. Seit 20 Jahren steigt das Grundwasser im Leipziger Raum. Die Auswirkungen erleben wir jetzt auch hier. ", sagt Demmer. „Wir können nur hoffen, dass die zuständigen Behörden Konsequenzen aus dieser Situation ziehen, damit die Gefahr von Überflutungen künftig nachhaltig minimiert werden", betont Vereins-Vorsitzender Helmut Külpmann. Ein entsprechendes Schreiben hat er an das Landratsamt gerichtet.

Die Betroffenen indes werden weiter ausharren müssen, bis sich das Wasser zurück zieht. Das schlammige, dicke Ende kommt für sie erst noch und niemand vermag zu garantieren, dass das nie wieder passiert.

Andreas Läbe

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Von Redakteur Andreas Läbe

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