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Debatte um neue Ausgehuniformen sorgt bei Feuerwehren für Kopfschütteln

Grimma Debatte um neue Ausgehuniformen sorgt bei Feuerwehren für Kopfschütteln

Die Ordnungsamtsleiterin der Stadt, Katrin Werner, musste eine Stellungnahme zur Novellierung von Dienstgraden und Uniformen im Freistaat Sachsen abgeben. Dabei ging es jedoch unter anderem nicht um die Einsatzbekleidung, sondern um die Tagesdienstkleidung und um eine neue Tuchuniform.

Nur weil dünne weinrote Biesen an Hosennaht und Jackenkragen fehlen, sollen komplett neue Uniformen angeschafft werden. Ein Kostenpunkt bei 500 Mitgliedern von knapp 70 000 Euro. Die Stadt Grimma hat nichts gegen neue Uniformen, wenn diese der Freistaat bezahlt.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Jährlich muss Grimma etwa 200 000 Euro (für Ausrüstungsgegenstände, Haltung von Fahrzeugen, Wartung, Reparaturen, Dienst- und Schutzbekleidung, Betriebsmittel, etc) bereitstellen. Da ist noch keine Neuanschaffung von Fahrzeugen enthalten, um die Freiwillige Feuerwehr so auszurüsten, dass die Kameraden ihre Aufgaben sicher und in bester Qualität erfüllen können. Erst im letzten Jahr wurde in Großbardau das neue Gerätehaus für 1,2 Millionen Euro eingeweiht, und im Dezember rollte das neue Löschgruppenfahrzeug LF 20 für die Feuerwehr Grimma für 400 000 Euro an. Da die finanzielle Lage der Kommunen ohnehin schon schlecht ist, stellt das immer wieder eine Herausforderung dar, die ständige Einsatzbereitschaft der Wehr zu sichern. Um so verwunderter war jetzt Ordnungsamtsleiterin Katrin Werner, als sie zu einer Stellungnahme zur Novellierung von Dienstgraden und Uniformen im Freistaat Sachsen befragt wurde. Dabei ging es aber nicht um die Einsatzbekleidung, sondern um die Tagesdienstkleidung und um eine neue Tuchuniform. Im Vorfeld wurde eine Arbeitsgruppe – bestehend aus Vertretern der Freiwilligen Feuerwehren, der Berufsfeuerwehren, Vertretern des Freistaates, der Feuerwehrverbände und der Kreisbrandmeister im Freistaat gebildet. Eine Umfrage an der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Sachsen mit über 500 sächsischen Feuerwehrangehörigen wurde auch durchgeführt. Ein Ergebnis: die Freizeituniform wird kaum öfter als 20- mal im Jahr getragen wird.

In der Studie ging es auch um die Einführung von Dienstgaden. Eine Einführung des Dienstgrades Oberlöschmeister sei konsequent, da es bereits die Unterscheidung beim Brandmeister und Brandinspektor gäbe, sagte die Ordnungsamtsleiterin. Die Einführung des Dienstgrades Unterfeuermann mache dagegen wenig Sinn, da Feuerwehrangehörige ohne Truppmannausbildung bereits als Anwärter geführt würden.

„In Sachsen gibt es mehr als 43 000 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren. Die Repräsentativität der Umfrage ist äußerst fraglich“, so die Amtsleiterin, die Probleme damit hat, dass sich Sachsen mit Uniformen beschäftigt, anstatt mehr Mittel für Schulungen und Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung zu stellen. Dies gab sie auch in der vergangenen Woche dem Landtagsabgeordneten Svend-Gunnar Kirmes (CDU) mit auf den Weg, der zur Jahreshauptversammlung in Nerchau zu Gast war. „Eine Änderung der Dienstuniform und Einführung der Tagesdienstkleidung würde die Stadt Grimma nur dann zustimmen, wenn diese zu 100 Prozent gefördert würde.

Auch der stellvertretende Gemeindewehrleiter, Maik Hammer, war fassungslos, womit sich der Freistaat beschäftigt. „Wir haben 15 Wehren in Grimma. Wenn wir die Kameraden neu einkleiden müssten, würden die Kosten weiter explodieren“, sagte er. Nur weil dünne weinrote Biesen an Hosennaht und Jackenkragen fehlen, sollen komplett neue Uniformen angeschafft werden? Unbegreiflich ist für Hammer auch die Explosion der Kosten beim Bau eines Feuerwehrgerätehauses. „Früher hat es einmal 300 000 Euro gekostet, jetzt ist es nicht unter einer Million Euro zu haben, da die Auflagen sich verschärft haben“, so Maik Hammer. Das gleiche treffe auf die Ausgaben für Fahrzeuge zu. „Die Kosten haben sich hier verdoppelt“, erklärte er.

Von Cornelia Braun

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