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Dehnitzer Kinder- und Jugendhaus feiert runden Geburtstag

Dehnitzer Kinder- und Jugendhaus feiert runden Geburtstag

Unter großen Bäumen lädt am schmucken Kinder- und Jugendhaus "Am Wachtelberg" in Dehnitz ein toller Abenteuerspielplatz, unter anderem mit einer 30 Meter langen Seilbahn, zum Toben ein.

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Strahlende Gesichter: Steffi und Marco Köpsels (hinten Mitte u. re.) Hochzeitsgeschenke verwandeln sich in eine dicke Spende, über die sich Heimleiter Lutz Stephan (hinten links) und seine Schützlinge freuen.

Quelle: Thomas Kube

Jetzt kommt zu den größtenteils mit Spenden erworbenen Geräten ein weiteres hinzu. Zu verdanken ist es Steffi und Marco Köpsel. "Wir haben vor Kurzem geheiratet und wollten keine Geschenke, sondern haben stattdessen um Geld gebeten, um damit etwas Gutes zu tun", erzählen sie. 1465 Euro kamen zusammen, die das Paar jetzt Heimleiter Lutz Stephan übergab. "Wir wissen, dass hier engagiert mit den Kindern gearbeitet wird", sagt Steffi Knöpsel, vormals Bulst. Die Bennewitzerin, seit 1992 in Wurzen niedergelassene Kinderärztin, betreut bereits seit zwei Jahrzehnten die Heimkinder medizinisch. "Da sich die Ärztin ein Nest baut, haben wir gedacht, wir stellen von dem Geld eine Vogelnestschaukel auf. Die fördert Bewegung und damit Gesunderhaltung", freut sich Stephan für die jüngeren Bewohner, die sich eine solche Schaukel schon lange wünschten. Es ist nicht das erste Mal, dass das Heim aus der Region Bennewitz unterstützt wird. "Wenn wir uns in unserer Siedlung zum letzten Glühwein des Jahres treffen, wird ebenfalls gesammelt", erzählt Steffi Köpsel. "Hier können wir sicher sein, das das Geld eine gute Verwendung findet."

Die jüngste Gabe kommt passend zum Geburtstag. Am 10. September nämlich feiert das Kinder- und Jugendhaus sein 20-jähriges Bestehen in Trägerschaft der Volkssolidarität Leipziger Land/Muldental (VS). 1995 hatte die VS das schon zu DDR-Zeiten als Kindereinrichtung genutzte Objekt übernommen. Allerdings war die ehemalige Fink-Villa auf dem 8000 Quadratmeter großen Grundstück damals nicht viel mehr als eine Ruine, erinnert sich Stephan. Von 1998 bis 2003 wurde sie mit "enormen Aufwendungen" des Trägers rekonstruiert, um allen Anforderungen an ein modernes Heim zu genügen. Die Kinder wohnen heute überwiegend in Ein- und Zweibettzimmern und nutzen multifunktionale Gruppenräume.

Insgesamt werden in Dehnitz 24 Kinder und Jugendliche zwischen drei und 18 Jahren betreut, und zwar in zwei Heim- und einer Tagesgruppe mit vernetzten Angeboten. Die Schützlinge der zwölf Fachkräfte vom Erzieher bis zur Psychologin kommen nicht nur aus dem Leipziger Land, sondern auch aus der Stadt Leipzig und Nordsachsen. Während in der Tagesgruppe Kinder sind, die einer intensiven sozialpädagogischen Begleitung bedürfen, gibt es in den Heimgruppen teilweise auch Fälle, wo Missbrauch, Misshandlung oder soziale Vernachlässigung vorliegen. "Mit der derzeitigen Belegung ist unser Heim ausgelastet", sagt Stephan. "Für die Tages- und auch für die Heimgruppen gibt es seit zwei, drei Jahren zeitweise sogar Wartelisten." Der Heimleiter sieht den Grund dafür vor allem in der "quantitativen Zunahme von Problemen, wie zum Beispiel Drogen oder Arbeitslosigkeit mit all ihren Folgen wie Alkohol, Trennung vom Partner..." Aber auch die Bürger seien in Sachen Kindeswohl aufmerksamer geworden. "Dann können wir versuchen, noch vor der großen Katastrophe zu helfen", sagt Stephan. Trotz solcher Hintergründe solle aber der Aufenthalt im Heim keineswegs ein dauerhafter werden, betont er. Angestrebt würden maximal zwei Jahre. "Jede Form von Erziehungshilfe hat zu einem gewissen Zeitpunkt ihre Berechtigung und wird von den leiblichen Eltern oftmals freiwillig beantragt", erklärt Stephan. "Oberstes Ziel ist es, betroffene Familien nicht auszugrenzen, sondern ihnen Hilfen zur Mitwirkung und Konfliktlösung anzubieten, damit ein normales Familienleben wieder möglich wird." Wo das nicht funktioniert oder eine andauernde Kindeswohlgefährdung eine Rückführung ausschließt, würden die Kinder zu Familienangehörigen bzw. auch in Pflege- oder Adoptionsfamilien vermittelt.

Bis dahin aber sind Stephan und seine Mitstreiter bestrebt, den Kindern liebevolle Betreuung in einem strukturierten Alltag und stabilen sozialen Umfeld zu bieten. Die Mädchen und Jungen besuchen Kindergarten, Schule, absolvieren eine Ausbildung. Schulbummelei sei seit Längerem kein Thema, sagt der Heimleiter stolz. Bei der Nachmittagsgestaltung haben die Kinder ein Mitspracherecht. "Natürlich nicht in dem Sinne ob Hausaufgaben gemacht werden, sondern nur wann", schmunzelt Stephan. Das Freizeitangebot reicht vom Töpferkurs über heilpädagogisches Reiten bis zur interessenbezogenen Förderung von Talenten, zum Beispiel in Sport und Musik. "Wir wollen, dass die Kinder sich ausprobieren können und lernen, sinnvoll mit ihrer Freizeit umzugehen", erklärt er und zeigt sich "unendlich dankbar" gegenüber Sponsoren, "die uns schon seit 20 Jahren zuverlässig unterstützen". Denn die Hilfen zur Erziehung seien zwar mit dem Jugendamt "solide verhandelt", aber für zusätzliche Angebote wie Musikschulkurse benötige man auch zusätzliche finanzielle Mittel.

Paten, Freunde und Nachbarn, aber auch Besucher aus den beiden anderen VS-geführten Heimen im Landkreis, aus Markkleeberg und Seidewitz, sind denn auch zu dem Kinderfest am 10. September eingeladen. Und auch ehemalige Heimbewohner. Einige kämen auch sonst mal vorbei, erzählt Stephan. "Und sie würden uns nicht besuchen, wenn sie sich hier nicht wohl gefühlt hätten."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.09.2015
Ines Alekowa

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