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Grimma Deichbau: Start für einen Flickenteppich
Region Grimma Deichbau: Start für einen Flickenteppich
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16:45 19.05.2015
Schweres Gerät: Um die Deiche im Bereich der Gemeinde Thallwitz reparieren zu können, wurde gestern mit dem Anlegen einer Baustraße begonnen. Quelle: Klaus Peschel

Und dass der Hochwasserschutz im Muldental noch nicht weiter ist, das zählt zu diesen Dingen. Aus diesem Grunde traf er sich in dieser Woche auch mit Landrat Gerhard Gey (CDU) und Bereichsverantwortlichen des Landratsamtes, um Wege für einen Abbau dieses Defizits zu finden (LVZ berichtete).

Die Probleme im Bereich nördlich von Wurzen, wo es unter anderem bei Kollau und Canitz, bei Grubnitz, Neppernitz oder Dögnitz zu Deichbrüchen kamen, wären in seinen Augen nicht nötig gewesen. Doch Klagen im Zuge des Planfeststellungsverfahrens hätten zu erheblichen Verzögerungen geführt. "Vor acht Wochen hat mit der Münchner Anwalt, der die Kläger vertritt, signalisiert, es sei jetzt alles klar. Aber die Unterschriften habe ich noch nicht gesehen." Für einige Abschnitte gebe es inzwischen Baurecht, die Aufträge seien ausgelöst und im Juli gehe es los. Doch dabei entstehe leider ein Flickenteppich. "Wir werden noch einmal das Gespräch suchen mit den Grundstückseigentümern", ergänzte Gey. Sowohl er als auch Bobbe hoffen auf Einsicht. Und beide sind sich darin einig, dass der entstandene öffentliche Druck dazu beitragen könnte, dass die Einsicht einkehrt.

Auch in einem weiteren Punkt herrscht zwischen Bobbe und dem Landrat Konsens: Die Genehmigungsverfahren dauern beiden zu lange. "Es gäbe Möglichkeiten", erklärte der LTV-Leiter gegenüber der LVZ. Drei Varianten seien im Landratsamt erörtert worden. Würde die Landesdirektion beim Deichbau auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung verzichten und alle seien sich einig - sprich, auch die Eigentümer stimmen zu -, dann könnte statt eines Planfeststellungsverfahrens ein deutlich schnelleres Plangenehmigungsverfahren laufen. Im Raum Canitz zum Beispiel würde das greifen können. Eine zweite Möglichkeit laut Bobbe wäre es, wenn an ausreichend hohen Deichen zur Stabilisierung Spundwände eingetrieben werden könnten im Rahmen einer Unterhaltungsmaßnahme. Wenn die Landesdirektion auf zusätzliche Genehmigungsverfahren verzichte, könnte zwischen Wurzen und Canitz in zwei Wochen Baubeginn sein. Der dritte Fall betrifft feste Bauwerke aus Beton, Wehre zum Beispiel. Würde man die LTV nach dem Wassergesetz handeln lassen, dann wären auch hier Verzögerungen vermeidbar.

Bevor diese grundsätzlichen Maßnahmen auf den Weg gebracht werden, muss sich die Landestalsperrenverwaltung jedoch erst einmal um die Reparatur der Deichbrüche kümmern. Wie bereits berichtet sollen bei Kollau und Canitz schon in dieser Woche Spundwände gerammt werden. "Um die Bruchstelle herum", so Bobbe, direkt an der Bruchstelle sei das nicht möglich. In der kommenden Woche würden dann auch alle anderen Dammbrüche angepackt, insgesamt 35 an der Mulde in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen. Innerhalb von zwei bis drei Wochen gebe es dann einen vorläufigen Schutz, der bis zu Hochwassern der Warnstufe 4 vor schlimmen Folgen bewahre.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.06.2013

Heinrich Lillie

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