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Deichsanierung in Podelwitz kurz vor dem Abschluss

Stabiler, aber nicht höher Deichsanierung in Podelwitz kurz vor dem Abschluss

Kurz vor dem Abschluss steht die Sanierung des Hochwasserschutzdeiches in Podelwitz. Die Landestalsperrenverwaltung (LTV) hat ihn seit Mai in Schuss bringen lassen, im August können die Arbeiten voraussichtlich abgeschlossen werden. Schützen soll der Damm gegen Fluten, die statistisch gesehen alle zehn Jahre zu erwarten sind.

Hinterm Deich wird momentan der Deichverteidigungsweg angelegt.

Quelle: Thomas Kube

Colditz/Podelwitz. Kurz vor dem Abschluss steht die Sanierung des Hochwasserschutzdeiches in Podelwitz. Die Landestalsperrenverwaltung (LTV) hat ihn seit Mai in Schuss bringen lassen, im August können die Arbeiten voraussichtlich abgeschlossen werden. Schützen soll der Damm gegen Fluten, die statistisch gesehen alle zehn Jahre zu erwarten sind.

Als im Juni 2013 die Freiberger Mulde über die Ufer trat, riss sie zwei 50 Meter lange Lücken in den Deich. Die LTV reagierte damals sofort und setzte provisorisch Spundwände ins Vorland zwischen Damm und Fluss. Nun folgte die dauerhafte Lösung. Zunächst verfüllte die Bau- und Haustechnik Bad Düben GmbH im Auftrag der LTV die acht Meter tiefen Ausspülungen an den Schadstellen. Dann rammte sie die Stahlspundwände direkt in die Deichachse, und zwar gleich zwischen den Brüchen mit, so dass sie jetzt auf insgesamt 250 Metern Länge dem Wall mehr Stabilität geben sollen. Zu sehen sind sie nicht, denn es wurden 3000 Tonnen Erdreich angeschüttet, das entspricht 700 Lastwagenladungen. Neben der stabilisierenden Wirkung sorgen die verborgenen Wände dafür, dass der Damm bei Hochwasser dicht bleibt, wenn die Erde weggespült wird.

Axel Bobbe

Axel Bobbe

Quelle: Thomas Kube

Direkt an der Brücke nach Tanndorf ist der Deich 1,50 Meter hoch, in Richtung Sermuth sind es 2,50 Meter. Damit ist der alte Status quo wiederhergestellt. Im Ort hatten sich manche etwas mehr gewünscht, um auch bei stärkeren Fluten vor Überschwemmungen bewahrt zu werden. „Aber bei dem 1930 erbauten Deich handelt es sich nicht um einen strategischen Deich“, erklärt Axel Bobbe, Betriebsleiter der Landestalsperrenverwaltung. „Das heißt, hinter ihm liegt keine Stadt oder wichtige Infrastruktur. Geschützt werden nur die Randbebauung von Podelwitz und landwirtschaftliche Flächen.“ Der Aufwand würde in keinem Verhältnis zum Gefahrenpotenzial stehen.

Für eine Erhöhung des Deiches wäre laut Bobbe außerdem ein Planfeststellungsverfahren erforderlich gewesen, das sich oft über Jahre erstreckt. „Der Grund dafür ist, dass die Belange auf der anderen Flussseite berührt würden. Wenn wir den Podelwitzer Deich aufschütten, sind die Leute dort drüben mehr gefährdet“, erklärte er.

Zurzeit wird der Deichverteidigungsweg angelegt, er erhält eine sandgeschlämmte Schotterdecke. Zum Abschluss erfolgt die sogenannte Anspritzbegrünung des Deichs. Nicht mit Farbe. Eine Mischung aus vorgekeimten Gras- und Kräutersamen sowie einem speziellen Klebstoff wird von einem Tankwagen aus auf die einen halben Meter dicke Schicht Mutterboden aufgespritzt. Das Verfahren ermöglicht ein schnelles Pflanzenwachstum. Es muss nur gegossen werden , falls es nicht regnet.

Insgesamt 250 000 Euro kostet die Dammsanierung. Das Geld kommt vom Freistaat und vom Bund.

Weiter ungeschützt bleibt das Podelwitzer Wasserschloss. „Dort gibt es keinen Platz für einen Deich. Wir müssten Betonmauern bauen, die Kosten wären exorbitant“, erläuterte Axel Bobbe. Deshalb rangiere das Projekt in der Priorität ganz hinten. Auch die Tanndorfer bekämen nicht mehr Schutz als bisher.

Nur in Erlln, einem weiteren Wasserdorf, sei noch ein Projekt geplant. Der neue Deich, der nach der Katastrophe von 2002 in den Jahren 2009 bis ’11 gebaut wurde und zur Flut von 2013 den Ort schützte, soll verlängert werden. Und zwar am Sermuther Sportplatz, wo Freiberger und Zwickauer Mulde zusammenfließen, vorbei in Richtung Kössern.

„Zurzeit läuft das Genehmigungsverfahren für den Bau einer flachen Böschung am Erllner Deich, der für Hochwasser ausgelegt ist, die alle 25 Jahre erwartet werden“, so Bobbe. Auf diese Weise will die LTV den Wall überflutbar machen, damit er bei Hochwassern nicht zerstört wird.

Am Ende des Deichs wurde bereits ein großes Siel gebaut. Dieser verschließbare Deichdurchlass sichert nach Bobbes Worten, dass übergetretenes Wasser nach der Flut zügig in den Fluss zurück gelangt, damit die Landwirte ihre Felder schnell wieder nutzen können.

Einige Aufregungen gibt es laut Bürgermeister Matthias Schmiedel (parteilos) momentan in Errln. dort werden gerade die Stromoberleitungen durch Erdkabel ersetzt. Zur Querung der Mulde ist ein zehn Meter breiter Aufbruch des Damms nötig. Laut Fachleuten, so Schmiedel, ist das die sicherere Variante. „Ich hatte gedacht, das Kabel wird durch den Deich durchgeschossen. Doch diese Spülung birgt die Gefahr, dass er geschädigt wird, ohne dass es jemand merkt“, erklärte er. Verstehen könne er aber die Angst der Einwohner, denn im Sommer gebe es oft Hochwasser und der berüchtigte August stehe vor der Tür. Da wolle niemand auf einen geöffneten Deich schauen.

Für Axel Bobbe, dessen LTV mit der Baumaßnahme nichts zu tun hat, besteht derzeit kaum die Gefahr einer Flut. „Die Mulde führt momentan nur 60 Prozent des Mittelwassers“, erklärte er.

Von Frank Pfeifer

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