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Denkmalschmiede Höfgen kämpft sich nach Insolvenz ins Kulturleben zurück

Denkmalschmiede Höfgen kämpft sich nach Insolvenz ins Kulturleben zurück

Grimma/Kaditzsch. Die Denkmalschmiede Höfgen war einst eine kulturelle Hochburg in Sachsen. Doch vor drei Jahren waren dem damaligen Kunst- und Kulturzentrum im Leipziger Land in Kaditzsch die Fördermittel von über 300 000 Euro jährlich gestrichen worden.

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Ein gutes Team: Kristina Bahr und Kurt Uwe Andrich betreiben die Denkmalschmiede Höfgen in Kaditzsch.

Quelle: Thomas Kube

. Der Förderverein mit der Betreibergesellschaft ging in Konkurs. Zehn Mitarbeiter verloren damals ihren Job. Seither ist es um den Vierseithof, den Kurt Uwe Andrich (60) und seine Partnerin Kristina Bahr (48) betreiben ruhiger geworden.

Reizvoll ist die Landschaft um Kaditzsch und Höfgen geblieben. Skulpturen und Bilder in den Räumen zeugen von der Arbeit von Künstlern, denen hier einst in der Denkmalschmiede Arbeitsaufenthalte finanziert wurden. Sie kamen nicht nur aus Deutschland, sondern aus vielen Teilen der Welt.

Kurt Uwe Andrich ist nicht der Mann, der bei Schwierigkeiten den Kopf in den Sand steckt. Er ist Realist genug und geht nun seit 2013 andere, rein private Wege. Dem promovierten Physiker gehört der Hof, den er 1974 entdeckte. Der Physiker mit einer Affinität zu den Künsten betreibt den Ort der Inspiration und Kreation nun allein, mit Hilfe seines Freundeskreises. Dabei steht ihm seine Lebenspartnerin, die Grafikerin Kristina Bahr nicht nur als Hausherrin zur Seite, sondern sie ist seine Muse. Sie pflegt noch enge Kontakte zu Künstlern der Hochschule für Grafik und Buchkunst, an der sie studierte. "So arbeitete die Leipziger Autorin Daniela Krien (1975) an ihrem zweiten Buch "Muldental", erzählt Kristina Bahr. Es gibt Ausstellungen und Konzerte. Auch Kochkurse, Events von Unternehmen und Hochzeiten gehören zum Angebot. Dabei bietet der Vierseithof ein Ambiente, das nicht alltäglich ist. Hier vermischt sich Alt mit Neu auf harmonische Weise. Obwohl das Haupthaus aus dem 17. Jahrhundert stammt, befinden sich im Inneren modernste Technik und Möbel in Naturmaterialien. Liebevoll hat Andrich mit seinen fleißigen Helfern das denkmalgeschützte Gebäude umgebaut und eingerichtet. Der Gebäudekomplex bietet acht Wohnstudios, in denen maximal 32 Personen Platz finden. Bei Bedarf ist die Übernachtungskapazität in unmittelbarer Nachbarschaft um zwölf Ferienwohnungen mit 40 Betten erweiterbar. In der Studiogalerie zeigt gerade die Leipziger Malerin Gudrun Petersdorff ihre Werke. "Die Ausstellung haben viele Menschen gesehen, obwohl wir sie nur nach Vereinbarung öffnen", erklärt Kristina Bahr. Denn vor allem an Wochenenden ist das Hotel "Denkmalschmiede" nach ihren Aussagen ausgebucht. Fast jedes Wochenende findet eine Hochzeitsfeier statt. "Wir müssen eben wirtschaftlich denken", sagt Kurt Uwe Andrich. Dabei freut er sich zum einen, dass der Vierseithof für Events sehr gefragt ist. Auf der anderen Seite würde er viel mehr tun, um die schönen Künste zu fördern. "Wir haben die Anzahl der Konzerte reduzieren müssen. Früher hatten wir auch bedeutend mehr Angebote für Jugendliche", sagt er. Doch zurückblicken will er eigentlich nicht mehr. Vielmehr bringt er seine Ideen mit ein, um den Tourismus in der Region mit anzukurbeln. Dafür spricht der Lämmermarkt im Mai oder die Beteiligung am Tag des Denkmals. Es entstehen solche Projekte wie "Honig im Topf" (24. Oktober). "Wir haben uns Gedanke gemacht, was es alles rings um das Thema Biene gibt, ob es nun Kulinarisches, Poetisches oder Musikalisches ist", wirbt Kristina Bahr. Doch auch eine Concert-Dinner-Show mit der Lose Skiffle Gemeinschaft ist am 5. Dezember angesagt und zahlreiche Weihnachtsfeiern.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.09.2015

Cornelia Braun

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