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Grimma Denkmalschmiede vom Aus bedroht
Region Grimma Denkmalschmiede vom Aus bedroht
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05:00 12.10.2010
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. Bei vielen Kulturbetrieben regt sich deswegen Kritik. Auch in der Denkmalschmiede Höfgen. Denn ohne die Zuwendungen ist sie in ihrer Existenz gefährdet.

Es sind Wochen der Ungewissheit für Uwe Andrich. Der Geschäftsführer der Denkmalschmiede Höfgen in Grimma, weiß nicht, ob es seinen Betrieb im nächsten Jahr noch geben wird. Denn sollte die Kulturraumförderung wirklich so umgestaltet werden, wie es der Haushaltsentwurf der sächsischen Landesregierung vorsieht, gehen in Höfgen bald die Lichter aus. Denn die CDU-FDP-Koalition will die Mittel stärker konzentrieren: Sieben der insgesamt 87 Millionen Euro Förderung sollen zur Landesbühne Radebeul umgelenkt werden, was auch Auswirkungen auf den Landkreis Leipzig hätte. Rund 700 000 Euro weniger würden dann an Zuwendungen für kulturelle Zwecke in den Landkreis fließen. Doch jeder Euro, der am Ende fehlt, ist für die Denkmalschmiede zu viel.

„Wir agieren momentan an der Schmerzgrenze", sagt Andrich. Rund 50 Prozent ihrer Kosten deckt die Denkmalschmiede mit Fördermitteln ab. Spielraum für weitere Einsparungen gibt es aber nicht. Seit 2001 wurden zehn Personalstellen kontinuierlich abgebaut, auf jeden Cent wird genau geachtet. Er könne nichts mehr einsparen, ohne den Betrieb als Ganzes zu gefährden, sagt Andrich: „Das Ende der Fahnenstange ist definitiv erreicht."

Ob es wirklich zu den Einsparungen kommen wird, weiß bisher niemand. Die Beratungen über den Haushaltsentwurf laufen noch, wann das Gesetz verabschiedet werden kann, ist noch völlig offen. Die Arbeit eines Parlamentes kann sehr langwierig sein: Vor April rechnet niemand mit einem Ergebnis. Doch Andrich benötigt im Grunde genommen möglichst bald eine klare Perspektive. Denn im Januar beginnt schon das neue Geschäftsjahr. Bis dahin braucht er Aussagen, auf die er seine Kalkulationen stützen kann. Die gibt es bisher aber einfach nicht. Zwar haben die Muldentaler Landtagsabgeordneten aller Parteien schon signalisiert, dass sie mit den Plänen der Regierung nicht einverstanden sind. Aber ob eine Mehrheit im Landtag das gleiche Ansinnen wie sie hat, ist fraglich.

„Ich habe überhaupt keine Planungssicherheit", sagt Andrich. „Ich kann nicht einmal einen Notfallplan entwerfen, weil ich nicht weiß, wie die Rahmenbedingungen ausfallen werden. Unsere Existenz ist akut gefährdet." Es ärgert ihn, dass all die Jahre, die er zum Aufbau seines Kulturbetriebes aufgewendet hat, mit einem Mal null und nichtig sein sollen. „Wir werden die Denkmalschmiede schließen müssen, denn unsere Kosten sind ohne die Fördermittel nicht zu bezahlen." Noch hofft er, dass der Kulturraum eine Kompensation für die privaten Kulturbetriebe entwickelt, die fehlenden Fördermittel der Landesregierung ausgleichen könnten. Es ist das Einzige, was er im Moment tun kann.

Kai Kollenberg

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