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Grimma Denkmalschmiede zeigt Kunst aus Haiti
Region Grimma Denkmalschmiede zeigt Kunst aus Haiti
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05:00 05.02.2010
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Grimma/Kaditzsch

Eine Ausstellung mit Arbeiten des Illustrators Nikolaus Heidelbach wurde dafür kurzfristig verschoben.

Die Bilder befinden sich seit etwa 15 Jahren im Fundus der Denkmalschmiede. „Wir kauften sie damals auf unseren ersten Reisen in die Karibik in verschiedenen Galerien“, sagt die künstlerische Leiterin Kristina Bahr. „Das war Liebe auf den ersten Blick.“ Das Projekt einer Ausstellung schob man seitdem vor sich her. „Wir haben uns da immer etwas ganz Großes vorgestellt, aber dafür hatten wir nie Geld und Zeit.“ Immerhin gehören die 16 Künstler laut Kristina Bahr zu den herausragenden ihrer Zunft in Haiti. Zu ihnen gehören Frantz Zéphirin, Henri Robert Brésil und Seymor Bottex. Nachdem das arme Land jetzt Opfer einer schweren Naturgewalt wurde, sei ihnen allerdings klar gewesen: „Wann, wenn nicht jetzt?“

Die Aufgabe ist damit für die Ausstellungsmacher keineswegs leichter geworden. Nicht nur wegen der Kürze der Zeit für die Vorbereitung. In die mischen sich nämlich durchaus auch moralische Bedenken, wie Kristina Bahr einräumt: „Müsste man jetzt für die Menschen dort nicht eigentlich anderes, Wichtigeres tun?“ Andererseits sei vielleicht gerade eine solche Ausstellung geeignet, den Blick auf das Karibikland zu weiten. Sprechen die Bilder doch eine ganz andere Sprache als die meist einseitigen Medienberichte, die Haiti vor allem als gebeuteltes, armes und korruptes Land darstellen.

Die naiven, von europäischer wie auch indianischer Kunst beeinflussten Bilder sprächen dagegen von „dem herrlichen alltäglichen Leben in dieser wunderbaren Landschaft, erzählen vom Arbeiten und vom Feiern“, schwärmt Kristina Bahr.

Einen der Maler, Frantz Zéphirin, hat sie zur Vernissage am 3. März eingeladen. Während dessen Kommen noch genauso offen ist wie das der ebenfalls angefragten, in den USA lebenden haitianischen Künstlerin und Autorin Gina Athena Ulyssee, hat die emeritierte Professorin für Kulturanthropologie aus Frankfurt Ina-Maria Greverus schon zugesagt. Für die Anreise der beiden Haitianer, sagt Kristina Bahr, sei die Denkmalschmiede ebenso auf Unterstützung angewiesen, wie die Ausstellung sich auch generell als Hilfsaufruf für die Erdbebenopfer in dem Karibikstaat versteht.

André Neumann

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