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Grimma Denkmalschutz in Pomßen wird ausgeweitet
Region Grimma Denkmalschutz in Pomßen wird ausgeweitet
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00:24 08.05.2018
Die Pappelwiese an der Staatsstraße 38 in Pomßen. Sie und das Feuerwehrgerätehaus im Hintergrund sollen unter Denkmalschutz gestellt werden. Quelle: Frank Pfeifer
Parthenstein/Pomßen

Ausgedehnt werden soll der Denkmalschutzstatus rund um das Schloss und das Rittergut Pomßen. Das hätte zwei konkrete Auswirkungen: Auf einem bislang unbebauten Privatgrundstück dürften keine Häuser errichtet werden, und die Gemeinde könnte ihr Feuerwehrgerätehaus geringfügig erweitern.

„Die Gesamtheit des ehemaligen Rittergutes mit Schloss und Park sowie den Gebäuden innerhalb der zum Teil noch erhaltenen Umgebungsmauer hat für das Dorf einen hohen historischen Wert“, erläutert Bürgermeister Jürgen Kretschel (parteilos). Die Geschichte und Struktur von Pomßen seien durch das Ensemble im Ortszentrum geprägt. Somit wäre eine Ergänzung des Gebiets sinnvoll.

Jene Ausweitung des Schutzstatus’ hatte das Landesamt für Denkmalpflege der Kommune angeraten, deren Gemeinderat die „Ergänzung der Sachgemeinheit Schloss und Rittergut Pomßen“, so der offizielle Ausdruck der Behörden, jetzt einstimmig befürwortete. „Das heißt nicht, dass der Schlossbesitzer jetzt mehr Land erhalten soll“, tritt Kretschel eventuellen Fehlinterpretationen entgegen.

Die Feuerwehr in Pomßen. Dieses Grundstück und das dahinter liegende sollen dem Denkmalschutzgebiet des Schlossen zugeschlagen werden. Quelle: Frank Pfeifer

Eins der beiden Grundstücke, die nun unter Denkmalschutz fallen sollen, ist jenes der Ortsfeuerwehr. „Die Einsatzkräfte ziehen sich in der Fahrzeughalle um, sie bräuchten eine externe Umkleide. Außerdem fehlen Duschen und Sanitärräume für die weiblichen Mitglieder. Wir haben schon ein Mädchen in der Jugendfeuerwehr“, erläutert Kretschel. „Es könnte also Auflagen von Unfallschutz und Hygiene geben, dort anzubauen. Das Landesamt für Denkmalpflege sagte uns nun zu, einer geringen Erweiterung zuzustimmen, wenn wir den Denkmalschutzstatus auf dieses Gebiet ausdehnen.“

Nebenan entlang der Staatsstraße 38 in Richtung Grethen erstreckt sich ein größeres unbebautes Grundstück, das als zweites in das Schutzgebiet aufgenommen werden soll. Eine Wiese mit Pappeln, die ein Privatier aus dem Landkreis vergangenes Jahr gekauft hatte. Dem Eigentümer soll verboten werden, die Fläche zu bebauen. „Auf einen begründeten Antrag hin könnte er die Bäume zwar fällen lassen, müsste dann aber Ersatz pflanzen“, so der Bürgermeister. „Ansonsten dürfte er die Fläche aber lediglich als Wiese nutzen, selbst die Errichtung eines Wochenendhäuschens wäre ihm nicht gestattet.“

Von Frank Pfeifer

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