Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Der Herr der Uhren dreht (nicht) am Zeiger: Ausstellung in Nerchauer Heimathaus
Region Grimma Der Herr der Uhren dreht (nicht) am Zeiger: Ausstellung in Nerchauer Heimathaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:00 26.03.2017
Heimathaus Nerchau: Frank Meyer zieht seine älteste Uhr auf. Dabei handelt es sich um einen Regulator aus dem Jahr 1890. Quelle: Foto: Thomas Kube
Grimma/Nerchau

Wie spät ist es? Es ist noch gar nicht so lange her, dass die meisten Menschen diese Frage mit einem flüchtigen Blick auf das Zeigerpaar einer klassischen Armbanduhr quittierten. Heute kramen sie immer häufiger ihr Smartphone hervor. Das stellt die Uhrzeit automatisch um. Einer hat in diesen Nächten der Zeitumstellung weit mehr zu tun: Frank Meyer aus Fremdiswalde besitzt über 100 analoge Uhren. In der Nacht auf Sonntag kann er aber liegen bleiben – seine Uhren sind im Nerchauer Heimathaus ausgestellt.

Der 64-Jährige trägt eine klassischen Armbanduhr, aber auch andere Zeitmessern aus der Vergangenheit haben es ihm angetan. Der 64-Jährige hat im Laufe der Jahre über 100 Exemplare gesammelt. „Mich hat die Mechanik der Uhren schon als Kind fasziniert, wie da auf engstem Raum so viel untergebracht ist“, begründet Meyer die Faszination. Auf die Idee, die Exponate seines tickenden Hobbys auszustellen, kam die Vorsitzende des Heimatvereins Nerchau, Elke Weniger. In einem Raum im Heimathaus Nerchau können auf Anfrage nun Stand-, Wand-, Taschen-, Spiel-, Armband-, Kuckucks- und Funkuhren bewundert werden. Selbst Eier- und Pulsuhren sowie Wecker sind zu sehen. „Eben ein kleiner Querschnitt“, so Meyer. „Ich habe meine Ausstellung nach dem Buch ,Herr der Ringe’ Herr der Uhren genannt“, erzählt er.

Vor sechs Jahren begann der Fremdiswalder zu sammeln. „Ich bekam einen Karton mit Ersatzteilen für einen Regulator“, erzählt der gelernte Elektromonteur. Da er schon immer gern gebastelt hat, habe er versucht, diesen wieder zum Laufen zu bringen. Jahr von Jahr kam dann eine Uhr zur anderen. „Da viele wussten, dass ich Uhren sammle, haben sie mich auch gefragt, ob ich Uhren repariere“, erzählt er. Es sei manchmal nicht einfach gewesen, doch er habe die Uhren immer wieder zum Laufen gebracht. Allerdings musste er auch Lehrgeld bezahlen und die Uhren gingen gar nicht mehr.

Seine älteste Uhr stammt aus dem Jahr 1890 – ein Regulator. Der in der Ausstellung eher die Aufmerksamkeit von Technikbegeisterten weckt. Bei Familien mit Kindern ist Meyers Maskottchen der Renner: Ein Tier, das auf einem Dreirad sitzt und eine Uhr hält. Das Besondere daran – man braucht mathematische Kenntnisse, um herauszufinden, was die Stunde geschlagen hat. Übrigens zeigen in der Ausstellung nicht alle Uhren die mitteleuropäische Zeit an. „Ich will in meiner Ausstellung zeigen, dass die Uhren unterschiedlich auf der Welt ticken“, erklärt er. Doch nicht nur das. Einige Uhren, die ein Schlagwerk haben, sind auch unterschiedlich aufgezogen, damit sie nicht gleichzeitig zur vollen Stunde schlagen.

So kann man’s auch machen, um einer aufwändigen Zeitumstellung zu entgehen, bei über 100 Uhren.


Von Cornelia Braun

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit welchen Herausforderungen touristische Dienstleister im Sächsischen Burgenland zu kämpfen haben, wurde beim Überland-Gespräch mit Landrat Henry Graichen (CDU) in Grimma thematisiert.

27.03.2017

Dutzende Feuerwehr-Fahrzeuge, begleitet von Rettungswagen und blauen Lastern des Technischen Hilfswerkes zogen am Sonnabend Vormittag im Leipziger Land und im Muldental die Blicke auf sich: In drei Kolonnen rollten die Kräfte des Katastrophenschutzes nach Thierbach zum Feuerwehrtechnischen Zentrum.

25.03.2017

Es scheint, als habe Eckhard Zeugner vor 500 Jahren an der Seite von Martin Luther gelebt. Der wortgewandte Grimmaer lässt den Reformator bei der Stadtführung zum Reformationsjubiläum lebendig werden. Seine Gäste führt der 57-Jährige auch ins eigene Haus, wo er eigens eine Lutherstube eingerichtet hat. „Mein lieber Herr Käthe“, nennt er das ungewöhnliche Gewölbe.

23.02.2018