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Grimma Der Illuminator von Seelingstädt
Region Grimma Der Illuminator von Seelingstädt
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05:00 23.12.2009
Trebsen/Seelingstädt

Was nach einem Millionenprojekt klingt, erweist sich als das reinste Kinderspiel.

Zwei stinknormale Plexiglasscheiben sind Seelingstädts Antwort auf das ach so revolutionäre Lichterfest von Leipzig. „Ich hab’ einfach nur orangene Folie auf beide Kunststoffgläser geklebt und ein Kupferrohr dran geschraubt. Beide Rohre stecke ich in zwei Kupferhülsen und fertig ist das Rotlicht.“ Dabei geben die beiden Strahler hinter den farbigen Scheiben ganz gewöhnliches weißes Licht ab. „Weißes Licht finde ich langweilig. Aber eine bunte Kirche macht doch was her – gerade zu Weihnachten“, hofft der junge Mann. Er selbst wurde in Seelingstädt konfirmiert und besitzt immer noch einen heißen Draht zur Kirchgemeinde. Vorstand Reinhard Höver begutachtete das Experiment und gab schließlich seinen Segen.

Musik in den Ohren von Ronny. Er, der schon von Kindesbeinen an als Diskotheker unterwegs ist, schwört auf das Zusammenspiel von Liedern und Lichtern. Und so kommt Ronny heutzutage bei keiner Party ohne Scanner, Moving Heads oder Laser aus. Mutti Carola: „Für die Hochzeitsfeier seines Bruders Mathias benutzte er im Hof so viel Licht – da brauchten wir ja ein Kraftwerk.“ Der gelernte Heizungsbauer heizt ordentlich ein – ob mit drehenden Linien oder rotierenden Flügelrädern. Längst ist er in der Szene kein Unbekannter mehr: Bei der großen Klang- und Lichtschau in Grimma zauberte er Regentropfen in den Durchgang zum Kräutergewölbe, warf über Beamer einen Ulrich Mühe-Film an die Außenwand der Klosterkirche und projizierte auf dem Leipziger Platz eine Strandläuferin an den Giebel. Doch damit nicht genug: Im Rahmen des Weihnachtsmarktes beleuchtete er die Grimmaer Klosterkirche von innen kunstvoll – ließ sogar leichtfüßige Adventssterne über die altehrwürdigen Bruchsteine tänzeln.

Ronny ist ausgebildeter Gruppenführer bei der Feuerwehr in Trebsen, außerdem stellvertretender Kreisjugendwart, dazu Jugendwart in Altenhain und Mitglied im Otterwischer Katastrophenschutzzug. „Nee, fürs Blaulicht bin ich nicht zuständig“, lacht er. Überhaupt meidet er das Rampenlicht. Er schiebt lieber seinen Freund René Constantin vor. „Der René ist genau wie ich DJ. Von ihm konnte ich viel lernen. Auch was die Lichteffekte betrifft. So assistierte ich ihm, als er die Grethener Kirche illuminierte. Gemeinsam hatten wir die Scheinwerfer in acht Holzkisten gebaut. Davor kamen dann die bunten Plexiglasscheiben.“ Ja, ja die Plexiglasscheiben.

Haig Latchinian

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