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Grimma Der Podelwitzer Sammler wird 75
Region Grimma Der Podelwitzer Sammler wird 75
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15:46 19.05.2015
Sammler aus Leidenschaft: Manfred Knochenmuß stellt in seiner überaus sehenswerten Heimatstube im Schloss Podelwitz rund 8000 Exponate aus. Am Montag will er dort im kleinen Kreis seinen 75. Geburtstag feiern. Quelle: Klaus Peschel

Am Montag wird der bekannte Sammler und Heimatpreisträger stolze 75.

Feiern will er an diesem Tag nicht großartig. Nur ein paar Bekannte haben sich angekündigt. Erst am kommenden Sonnabend soll eine Sause steigen, bei seinem Sohn in Colditz. Die Liedertafel will dann vorbeischauen und ein Ständchen bringen; schließlich ist das der Chor, in dem er immer noch mitsingt.

Überhaupt fühlt er sich ganz fit für sein Alter. "Nur mit der Lauferei geht es ein bissel schlecht", gesteht er sich ein. Auf Achse ist er aber täglich. Die Juniflut hat in seiner Werkstatt beträchtliche Schäden angerichtet. 1,30 Meter hoch stand das Wasser, hat Drechselbänke, Hobelmaschine, Fräse und einige andere Geräte, mit denen er Spielzeuge für die Weihnachtsmärkte herstellt, stark in Mitleidenschaft gezogen. "Alles war voll Schlamm, manche Motoren waren defekt", sagt er. "Ich bin immer noch am Aufräumen und Reparieren."

Die Werkstatt ist es aber nicht, die ihm Ruhm weit über den Ort hinaus verschafft hat. In seine Heimatstube kommen Menschen von weither. Hier begegneten mittlerweile Generationen ihrer eigenen Kindheit und Jugend. Ob Postzimmer, Tante-Emma-Laden oder Kneipe, jeder der neun Räume ist vollgepackt mit Relikten, die beim Anblick das Vergessene zurück ins Bewusstsein holen.

Schon als Kind hob Knochenmuß, dem sein Vater das Interesse für Heimatgeschichte mit in die Wiege gelegt hatte, alles auf, was ihm in die Hände kam. In den 1950er-Jahren packte ihn dann die Sammelwut. Die Leute warfen noch wenig weg, mit den Umzugswellen in die Neubauviertel während der 60er- und 70er-Jahre änderte sich das. Auf einer Müllhalde bei Colditz, in der Saudelle, wurde er fündig. Seine Frau Irmgard, die er im Colditzer Kulturhaus kennengelernt und 1951 geheiratet hatte, ging mit ihm auf die Suche nach ausrangierten Zeitzeugnissen.

Der gelernte Keramikformer und Bautischler war davon ausgegangen, dass er all die gehobenen Schätze eines Tages in Kisten packt und auf Trödelmärkten verscherbelt. Nach dem Fall der Mauer erwarb er aber in Hausdorf ein altes Tagelöhnerhaus und eröffnete dort 1994 eine Heimatstube. Bald wuchs ihm das Sammelsurium über den Kopf. Der damalige Zschadraßer Bürgermeister Matthias Schmiedel, der heute im Colditzer Rathaus regiert, bat ihn, mit Sack und Pack ins leerstehende Podelwitzer Schloss umzuziehen. Dort eröffnete er 1996 die Heimatstube. Und weil er in dem Gemäuer auch wohnt, wird er gern liebevoll als Schlossherr angesprochen.

Jeweils sonntags, 13 bis 18 Uhr, öffnet sich die Tür in seine Welt des Staunens. Doch auch unter der Woche kommen Besucher, die sich nach Voranmeldung dort umschauen wollen. Darunter auch Engländer, die sich besonders für die rund 500 Fotos, Briefe und Dokumente aus dem einstigen Offiziersgefangenenlager im Schloss Colditz interessieren. Sie sind für Knochenmuß, das Ehrenmitglied des britischen Colditz-Vereins, von besonderem Wert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.09.2013

Pfeifer, Frank

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