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Grimma Neue Belgershainer Turnhalle entsteht neben der alten
Region Grimma Neue Belgershainer Turnhalle entsteht neben der alten
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00:21 09.02.2018
So ungefähr wie in dieser Vorplanung könnte der künftige Komplex in der Draufsicht aussehen: Die neue Turnhalle mit dem roten Dach befindet sich auf dem jetzigen Hartplatz. Rechts daneben der Campus auf der Fläche, auf der jetzt die Halle steht. Oben verläuft die Feldstraße, unten ist der große Block der Grundschule zu sehen. Quelle: Architekten Strauß und Google Earth
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Belgershain

Die neue Belgershainer Turnhalle soll auf dem Hartplatz neben der jetzigen Halle entstehen. Diese Entscheidung fiel nunmehr, nachdem über zwei Jahre lang zum Teil heftig über den Standort gestritten worden war. Bis zuletzt herrschte Uneinigkeit.

Kurz vor Ultimo hatte Roswitha Brunzlaff (Linke) mit dem Vorschlag Aufmerksamkeit erregt, keine der bisher ins Spiel gebrachten Varianten zu verfolgen, sondern die Halle im Garten oder auf dem Hof der Grundschule zu bauen. Eine Idee, die Christian Strauß verwirft, dessen Borsdorfer Architekturbüro die Vorplanung erstellt hatte. „Wir haben gleich zu Beginn unserer Arbeit gesucht, wo sich Flächen für eine Halle auftun. Im Schulhof fanden sich keine, da die Abstände zum Schulgebäude und zu anderen Grundstücken einzuhalten sind und eine Grenzbebauung nicht zulässig ist“, erläutert er. Somit seien nur zwei Möglichkeiten übrig geblieben: der Neubau an Stelle der alten Halle oder neben ihr auf dem Hartplatz.

Mit sechs Ja-Stimmen bei zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung entschied sich der Gemeinderat für den Hartplatz. Aus Sicht von Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos) macht dieses Votum Sinn, auch wenn es sich gegen einige Anwohner richtet, die den Standort abgelehnt hatten, weil sie Lärmbelästigungen befürchten. „Es geht um viel Geld“, sagt das Gemeindeoberhaupt.

2,5 Millionen Euro soll die Halle kosten. Belgershain rechnet mit einer 40-prozentigen Förderung durch das Kultusministerium und einer 50-prozentigen Förderung durch den Landessportbund, so dass die Kommune lediglich 250 000 Euro zu zahlen hätte. Der Sportbund, so Hagenow, signalisierte jedoch, dass er kein Geld ausschüttet, wenn zuerst die alte Halle abgerissen und erst dann am gleichen Fleck die neue hingesetzt wird. „Ohne diesen Zuschuss wäre das Projekt gestorben“, meint er und erläutert: „Beim Ersatzneubau an gleicher Stelle würde der Vereinssport für ein Jahr ausfallen. Und niemand kann uns sagen, ob es nicht sogar noch länger dauern würde, bis die neue Halle in Betrieb gehen kann.“

Kritiker hatten zwar hin und wieder angeregt, die Vereinssportler könnten auf andere Orte ausweichen. „Aber die Hallen der Umgebung sind voll. Und wer soll allein die 50 Kinder der Leichtathletikgruppe ständig durch die Gegend kutschen“, bemerkt Bernd Weisbrich (Freie Wählervereinigung). Er erkundigte sich außerdem bei der Bildungsagentur, wie sie die Lage sieht. „Dort wurde mir klipp und klar gesagt, dass der Schulsportunterricht nur im Havariefall in Klassenzimmer verlegt werden darf. Ein ganzes Jahr ohne Halle sei inakzeptabel“, informiert er.

Für Marc Lößner (Belgershainer Initiative) ist es hingegen inakzeptabel, wie das bisherige Verfahren ablief. Er sei ergebnisoffen in die Gemeinderatssitzung gegangen, für die erst kurz vorher wichtige Unterlagen ausgereicht worden seien. Offenbar hätte schon länger festgestanden, wo die Halle hin soll. Deshalb wollte er, dass der Beschluss vertagt wird. „Mit der Lösung kann ich aber leben“, sagt er. Ein Satz, den genauso Brunzlaff wiederholt. „So ist nun einmal Demokratie“, fügt sie an.

Architekt Strauß will nun in die Entwurfsplanung einsteigen. „Dafür brauche ich aber die Zuarbeit von Fachplanern, die die Gemeinde über das Naunhofer Bauamt beauftragen muss. Einer fehlt noch“, erläutert er. „Wenn uns alles vorliegt, kommen wir weiter. Den Baubeginn sehe ich im Frühjahr 2019.“

Bis zur Inbetriebnahme der neuen Halle soll die bisherige weitergenutzt werden, so dass keine Ausfallzeiten entstehen. Erst dann wird der Altbau abgerissen. Die dadurch freiwerdende Fläche soll hinterher zu einem Campus umgestaltet werden. Die Straße Siedlung B, die zwischen Grundschule und künftiger Turnhalle verläuft, wird zwischen Feldstraße und erstem Wohnhaus als verkehrsberuhigte Zone ausgewiesen; darauf haben sich Gemeinde, Ordnungsamt und Polizei verständigt. „Während der Schulzeit kommen dort sowieso nicht viele Autos durch“, bemerkt Hagenow. „Trotzdem werden Lehrer die Kinder zur Halle und zurück begleiten.“

Von Frank Pfeifer

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