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Deutliche Spuren der Zerstörung

Deutliche Spuren der Zerstörung

Das rund 300 Jahre alte Haus am Nicolaiplatz, in dem die IKK ihre Geschäftsstelle hat, wurde einst aus Bruchsteinen und Ziegeln gebaut. Die sind noch immer nass, Trockner laufen Tag und Nacht.

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Stopp an der Steinbrücke: Gästeführer Klaus Büchner erläutert den Besuchern, dass die neue Konstruktion im Juni ein schlimmeres Hochwasser für die Stadt verhindert hat.

Quelle: Silke Hoffmann

IKK-Mitarbeiter Denis Saarow, der am Wochenende die Behälter leerte, öffnete die Türen für die Stadtspaziergänger. "Vor Dezember können wir hier wohl nicht wieder rein." Ähnlich sehe es bei vielen weiteren Erdgeschoss-Lagen in der Innenstadt aus, sagte Klaus Büchner. Denn Anfang Juni habe das Wasser zwar nicht so hoch gestanden wie 2002, dafür jedoch länger, wodurch die Nässe tief ins Mauerwerk eingedrungen sei.

Auf ausgespültem Weg ging es weiter auf der Promenade Richtung Volkshausplatz. "Noch viel schlimmer zerstört sind die Wanderwege auf der anderen Muldeseite", meinte Büchner. Und sprach die Hoffnung aus, dass die Strecke vom Stadtwald nach Höfgen in der Muldeaue nun mit einer Schwarzdecke befestigt würde. An der Steinbrücke erläuterte der Gästeführer, dass die neue Konstruktion trotz des Protestes einiger Grimmaer diesmal die Stadt vor einem schlimmeren Hochwasser bewahrt habe. "Lebensrecht ist höher als Denkmalschutz", sagte er. Zum neuen Viadukt meinte Ingrid Neschke, die aus Leipzig zur Stadtführung gekommen war: "Die Grimmaer ist aber im Vergleich zur Dresdener Walschlösschenbrücke eine sehr schöne Brücke geworden."

Eigens für die Stadtführung wurden am Schloss die Pforten geöffnet. Hier wirkte die präparierte Außenmauer im Juni schon als Hochwasserschutz. "In sieben Minuten waren an den Fenstern die Schotten dicht", sagte Büchner. Doch sei das Wasser dann doch durch die kleine - für die Bürger aber leider nicht mehr begehbare - Pforte an der Nordseite in den Schlosshof gedrungen. Vorbei am Alten Seminar, das durch die Stadt fürs Gymnasium ausgebaut wird, und am St. Augustin, dessen Eingangstüren infolge der Nässe verzogen sind, war die Superintendentur am Baderplan ein weiterer Höhepunkt des Rundgangs. Im Garten zeigte der Gästeführer auf einen selten gewordenen Strauch. "Hier wächst die Pimpernuss, deren reife Früchte früher zur Herstellung von Rosenkränzen verwendet wurden." Dann führte er die Gruppe über eine Treppe auf ein Plateau auf der alten Stadtmauer. Von hier aus genossen alle den Blick auf die nunmehr friedlich dahin plätschernde Mulde und auf die Baustelle für die Hochwasserschutzanlage direkt unter ihren Füßen. Noch deutliche Spuren der Zerstörung sahen die Besucher am Komplex der Großmühle. Auch die Gebäude der Polizei daneben blieben trotz der hier schon stehenden Mauern im Juni nicht verschont. Beim Schließen der Tore habe es Komplikationen gegeben, sagte Büchner. An der Hängebrücke, die noch nicht wieder begehbar ist, endete schließlich der zweistündige Rundgang.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.07.2013

Silke Hoffmann

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