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Grimma Deutschlands größte Wander-Bilderschau über den Wald in Colditz
Region Grimma Deutschlands größte Wander-Bilderschau über den Wald in Colditz
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20:00 19.03.2018
Bereiten die Ausstellung im Schloss Colditz vor: Naturfotograf Harald Lange (l.) und Eberhard Jasinski. Quelle: Thomas Kube
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Colditz

Harald Lange begibt sich in den heimischen Wald. Der 80-Jährige aus Thierbaum bei Bad Lausick zählt zu den renommiertesten Tier- und Naturfotografen. Er bereiste die Welt, veröffentlichte seine Bilder in zahlreichen Sachbüchern und Fotobänden, arbeitete für Agenturen rund um den Globus. Am Sonnabend eröffnet er im Schloss Colditz seine Ausstellung „Die Poesie des Waldes“ mit dem Untertitel „Schönheit, Wildnis, Artenvielfalt“ mit rund 300 Fotos. Nach Angaben der Veranstalter soll es Deutschlands größte Bilderschau über die Waldgesellschaften Mitteleuropas sein. Sie ist zwei Monate lang in Colditz zu sehen und soll dann auf Wanderschaft gehen.

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Eine 500-jährige Sommerlinde, die wie eine verwunschene Märchengestalt erscheint.

Bei diesem Projekt treibt den Fotografen auch Sorge an. „Selbst im ländlichen Raum hat eine Naturentfremdung eingesetzt. Viele Leute haben noch nicht mal einen Kuckuck gesehen“, sagt er. Bei Kindern stellt er fest, dass sie sich mit Computer und Smartphone bestens auskennen, aber keinen Buchfinken erkennen. Lange, der an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig studierte, hat in Afrika und Australien fotografiert, dennoch liebt er den mitteleuropäischen Wald sehr.

Lange war Schüler von Helmut Drechsler

Der Ex-Leipziger zog in das kleine Dorf Thierbaum direkt am Colditzer Forst. „Bei mir geht alles ein und aus: vom Eichhörnchen bis zum Rotmilan.“ Die heimische Flora und Fauna sei wunderbar, sagt der Schüler des berühmten Tierfotografen Helmut Drechsler. Viele Fotos entstanden in den heimischen Wäldern in all den Jahrzehnten, sowohl für Bildagenturen zu bestimmten Themen als auch für den Naturschutz.

In der neuen Ausstellung – kürzlich erst eröffnete er eine Schau in Bad Lausick – möchte er nicht werten, sondern zeigen. Beispielsweise den Wolf. „Es geht mir nicht darum Stellung zu nehmen, ob er hier sein soll oder nicht, sondern zu zeigen, dass der Wolf zurück gekehrt ist in seine einstige Heimat, die es aber so nicht mehr gibt“, sagt der Fotograf. Er wünscht sich, dass sowohl Schäfer als auch Naturschützer seine Fotos ansprechen. Zudem wird Tag und Nacht im Wald thematisiert, die Jagd spielt eine Rolle. Einst ging er selbst auf die Jagd, dann wechselte er jedoch das Gewehr mit der Kamera.

Schau rückt Bedeutung des Waldes ins Bewusstsein

Auch um „Neubürger und Zuwanderer“ des Waldes geht es. Der Marderhund kam aus Osteuropa, der Waschbär, ursprünglich aus Nordamerika, wurde hierzulande ausgesetzt und vermehrte sich rasend schnell. Die Nilgänse, die wegen der Erderwärmung nach Europa kamen, machen den hiesigen Störchen zu schaffen, wenn sie deren Horste besetzen.

Generell will der Fotograf mit seinen großformatigen Bildern den Wald mit seinen vielfältigen Funktionen für Klima, Wasserhaushalt, als Rohstofflieferant und Lebensraum für viele Tiere und seltene Pflanzen, aber auch als Jagdgebiet und Erholungsraum darstellen, fotokünstlerisch verdichtet. Ziel der Schau sei, die Bedeutung des Waldes als Teil der Kulturgeschichte sowie den Schutz seiner Ökosysteme in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zurück zu rufen.

Die Ausstellung wird am Sonnabend, 24. März, 15 Uhr im Saalhaus des Schlosses Colditz eröffnet. Sie wird dort bis 21. Mai zu sehen sein und anschließend als Wanderausstellung deutschlandweit an weiteren Orten gezeigt.

Von Claudia Carell

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