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Grimma Diakonie Leipziger Land arbeitet mit erstem Hospizhund Sachsens
Region Grimma Diakonie Leipziger Land arbeitet mit erstem Hospizhund Sachsens
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00:20 17.08.2017
Trost für bettlägerige Patienten: Im Colditzer Diakonie-Altenpflegeheim „Wenceslaus Linck“ ist Mopspudel Daisy der heimliche Star. Auch Gerda Schellenberger (97) kann vom Streicheln nicht genug bekommen. Annegret Dobs,Fachkrankenschwester für Palliativ- und Hospizpflege, kommt regelmäßig mit dem Hund vorbei. Quelle: Foto: Cornelia Killisch
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Landkreis Leipzig

Keine Frage, Daisy ist der Star des Hauses. Wenn Annegret Dobs mit ihrem Mopspudel das Colditzer Diakonie-Altenpflegeheim „Wenceslaus Linck“ besucht, sind die beiden schnell umringt von Bewohnern. „Wie schön, die Daisy ist da!“, heißt es dann, oder: „So ein feines Mädchen, kommst Du uns endlich wieder besuchen“.

Daisy ist sechs Jahre alt und Auszubildende. Auf ihrem roten Halstuch steht „Therapie-Begleithund-Azubi“. Auch Annegret Dobs bildet sich gerade weiter. Die Fachkrankenschwester für Palliativ- und Hospizpflege sowie Koordinatorin des Hospizdienstes der Diakonie Leipziger Land ist Beauftragte für den tiergestützten Hospizdienst in spe. Seit April ist sie regelmäßig mit Daisy in den Altenpflegeheimen des Muldentals unterwegs. „Daisy ist der erste Hund, der in Sachsen für einen ambulanten Hospizdienst im Einsatz ist“, erzählt Annegret Dobs stolz. Vor allem kümmert sie sich um die bettlägerigen Bewohner. Gerda Schellenberger zum Beispiel begrüßt den gutmütigen Hund strahlend. Vom Streicheln kann die 97-Jährige gar nicht genug bekommen.

Den Reißverschluss einer kleinen Tasche öffnen und Leckerlis heraussuchen – das ist nicht einfach nur ein netter Zeitvertreib, sondern eine wertvolle feinmotorische Übung und Anregung, genauso wie Fädel- und Wurfspiele, ungezwungene Gedächtnis- und Sprachtrainings oder eine Runde mit Daisy an der frischen Luft. Daisys Gegenwart tröstet, beruhigt, macht glücklich und tut gut. Annegret Dobs hat schon erlebt, wie eine autistische Frau in Daisys Gegenwart angefangen hat zu sprechen.

Bei ihren Besuchen hat sie einen zweigeteilten Koffer dabei: aufgeklappt ist die eine Hälfte ein Bett für Daisy, in der anderen befindet sich ein buntes Sammelsurium von Leckerlis, Socken, Würfeln, Kämmen, Reifen und anderem mehr. „Wenn Daisy ihr Halstuch umhat, weiß sie, dass jetzt gearbeitet wird“, sagt Annegret Dobs, „sie hat als Therapiehund ihre Aufgabe gefunden und genießt die Streicheleinheiten“. Wenn es jemandem schlecht gehe, spüre sie das und bleibe einfach ganz ruhig in dessen Bett liegen. Sauberkeit ist dabei ganz wichtig. Vor und nach jedem Besuch desinfiziert die Hospiz-Mitarbeiterin den Bewohnern die Hände und legt ein Laken unter den Hund. Regelmäßige Gesundheitschecks und Wurmkuren sowie viele andere Vorschriften des Gesundheits- und Veterinäramtes hält sie peinlich genau ein.

Annegret Dobs geht mit Daisy nicht nur in Heime, sondern auch in Privathaushalte. Ihr Besuchsdienst mit Hund ist offen für Pflegebedürftige, Schwerkranke, Hochbetagte und Sterbende. „Interessierte können sich gern melden“, sagt Gudrun Günther, leitende Koordinatorin des Hospizdienstes. Willkommen seien außerdem weitere, interessierte Freiwillige – auch ohne Hund: Im Oktober beginnt eine neue Hospizhelfer-Ausbildung.

Kontakt: Diakonie Leipziger Land, Ambulanter Hospizdienst, Bockenberg 3, 04668 Grimma, Tel. 03437 925025, hospizdienst@diakonie-leipziger-land.de, www.diakonie-leipziger-land.de

Von lvz

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