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Grimma Die Ammelshainer Eichen müssen weichen – Widerstand von Naturfreunden
Region Grimma Die Ammelshainer Eichen müssen weichen – Widerstand von Naturfreunden
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00:21 10.09.2017
Zahlreiche Eichen der Allee zwischen Ammelshain und der A14 müssen im Zuge der Straßensanierung weichen. Quelle: Thomas Kube
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Ammelshain

Wer in den kommenden Monaten von der A14-Abfahrt Klinga gen Norden, also Richtung Ammelshain blickt, der wird dort zwei Veränderungen feststellen. Erstens Bauarbeiter und deren Maschinen, die mit der Sanierung der S45 vom Bahnübergang bis zur Autobahn beschäftigt sind – und zweitens deutlich weniger Grün. Denn große Teile der Allee, die derzeit noch die Straße mit einem sattgrünen Blätterdach bedeckt, müssen im Zuge der Arbeiten gefällt werden.

„Es macht keinen Sinn, diese schöne Allee zu opfern“, wandte sich ein Anwohner nun an die Redaktion. „Einige der Eichen sind mehr als 150 Jahre alt, aber erst wenn sie weg sind, werden sich viele wundern und den Kopf schütteln.“ Die Gelegenheit, etwas gegen die Abholzung zu unternehmen, ist jedoch schon so gut wie verstrichen: Bereits am Montag sollen die Arbeiten am ersten Abschnitt beginnen. Die Frist für Einsprüche gegen das Vorhaben ist darüber hinaus längst verstrichen: „Der Planfeststellungsbeschluss erging am 18. August 2015 und daraufhin hat auch jemand Klage erhoben. Diese Klage wurde jedoch auf öffentlichen Druck hin im April 2016 wieder zurückgezogen und damit der Beschluss nahtlos rechtskräftig“, teilt eine andere Anwohnerin und Gegnerin des Vorhabens mit. Gemeinsam beklagen sie die unzureichende Transparenz des Beschlussverfahrens: Am 31. August habe man Einsichtnahme in die landschaftliche Begleitplanung des Unternehmens beantragt. „Jedoch erhielt ich eine genervte Absage, dass dies jetzt zu spät sei – man hätte mit diesem Anliegen vorher kommen sollen. Auf meinen Einwand hin, dass uns das Ausmaß und die tatsächliche Abholzung erst diese Woche bekannt wurden, wurde uns verdeutlicht, dass das wohl so Gang und Gebe ist und auch stillschweigend passieren sollte.“ Eine Befragung der Anwohner habe es ebenfalls nicht gegeben.

Konkret sehen die Pläne wie folgt aus: Rund 590 Meter der vor allem vom Lkw-Verkehr gezeichneten Staatsstraße werden grundlegend erneuert, der angrenzende Busplatz wird neu gestaltet. Hinzu kommt der Neubau eines Rückhaltebeckens für das Wasser, das bei der Straßenentwässerung anfällt und von dort aus in die Faule Parthe geleitet wird. „Der jetzige Zustand der S 45 ist sehr mangelbehaftet. Die Fahrbahnoberfläche ist durch Aufgrabungen zur Verlegung von Leitungen gezeichnet. Das Oberflächenwasser dringt über die Risse im Belag in den Straßenkörper ein“, teilte die Landesdirektion bereits 2015 mit.

Knackpunkt für die Naturfreunde ist vor allem die Weiterführung des aus Richtung Autobahn kommenden Geh- und Radwegs bis zum Ortseingang Ammelshain, für den – wie den Bauunterlagen zu entnehmen ist – diverse weitere Bäume gefällt werden müssen. Bereits 2014 habe es Vorschläge gegeben, den Radweg stattdessen hinter der Baumreihe entlangzuführen, beispielsweise auf Holzstegen, die über den anliegenden Teich führen. Das Gebiete diene nämlich auch als Heimat für Fledermäuse, Fischotter und Eisvögel. Diese Pläne seien jedoch abgelehnt worden.

Die Landesdirektion gab diesbezüglich bereits 2015 Entwarnung: „Das Vorhaben ist umweltverträglich. Es werden keine Schutzgebietsvorschriften oder artenschutzrechtlichen Verbotsvorschriften verletzt.“ Zudem sollen alle Eingriffe in die Natur durch Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen werden, beispielsweise Amphibiendurchlässe und Baumneupflanzungen. Dass ein erheblicher Anteil der Eichen weichen muss, ist wohl nichts mehr zu ändern. Ihre Hoffnung setzen die Naturfreunde nun auf ein Treffen zwischen der örtlichen Naturschutzgruppe Grüner Tisch und der Verwaltung, das lose für Oktober angesetzt ist.

Von Christian Neffe

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