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Wittig-Söhne stellen seit vier Generationen den Feuerwehrchef

Großbardau Wittig-Söhne stellen seit vier Generationen den Feuerwehrchef

Andreas Wittig (59) übergab den Staffelstab an seinen Sohn Martin (31). Seit nunmehr vier Generationen liegt somit dieses Amt in der Familie Wittig. Der Urgroßvater Arno war Gründungs-Ortswehrleiter in Großbardau. Er hatte die Funktion von 1940 bis 1950 inne. Bis diese sein Sohn Manfred übernahm, der ab 1950 die Wehr anführte.

Vater und Sohn: Seit der Gründung der Feuerwehr in Großbardau liegt der Posten des Wehrleiters in den Händen der Familie Wittig.

Quelle: privat

Grimma/Großbardau. „In meinem Leben drehte sich stets viel um die Feuerwehr“, sagt Andreas Wittig, der in Großbardau geboren wurde und 27 Jahre Chef der örtlichen Wehr war. Schon als Junge besuchte der 59-Jährige die Arbeitsgemeinschaft Brandschutzhelfer. „Mein Vater nahm mich stets mit ins Feuerwehrgerätehaus“, erinnert er sich. Jetzt übergab er den Staffelstab an Sohn Martin. Seit nunmehr vier Generationen liegt somit dieses Amt in der Familie Wittig. Der Urgroßvater Arno des neuen Ortswehrleiters war Gründungs-Ortswehrleiter in Großbardau. Er hatte die Funktion von 1940 bis 1950 ausgeübt. Bis diese sein Sohn Manfred übernahm, welcher von 1950 bis 1990 die Wehr anführte. Von dem wiederum Andreas Wittig das Zepter übernahm.

Andreas Wittig kann sich noch genau an die Feier zum 50. Jahrestag der Feuerwehr im Jahr 1990 erinnern. „Dass wir diese Feier einmal 14 Tage vor der Währungsunion durchführen würden, ahnten wir zu Beginn der Vorbereitungen 1986 wahrlich nicht“, so Wittig. „Die Strukturen der Wehr hatten sich nach der Wende total verändert“, so der studierte Maschinenbauingenieur. Im ersten Jahr nach der Wende ging die Wehr daran, das alte Gerätehaus auf Vordermann zu bringen. „Das Dach wurde in Eigenleistung gedeckt“, so Wittig. Es kamen neue Sanitäranlagen, ein neuer Hallenfußboden und ein Schulungsraum dazu. „Wir hatten auch das Glück, dass wir einen W 50 erhielten, da die Betriebsfeuerwehr des Chemieanlagenbau Leipzig-Grimma (CLG) aufgelöst wurde“, weiß er.

Doch die Wendezeit brachte ebenso unruhige Zeiten für die Familie. Bis 1990 arbeitete er selbst bei der CLG. Dann fing er bei einer Stuttgarter Firma im Vertrieb an und war viel unterwegs. „Dank des guten Zusammenhalts der Kameraden in Großbardau blieb die Feuerwehrarbeit nicht auf der Strecke.“ Vor allem die Verbesserung der Technik hätte im Fokus gestanden. „So erhielten wir 1997 eine neue Tragkraftspritze und dann 2013 ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug“,erinnert sich Wittig. Diese Fahrzeuge wurden seien bei großen Einsätzen, wie 1995, als die Gaststätte Deutsches Haus brannte, oder 2014, als das große Strohlager in Flammen aufging, auch gebraucht.

2001 kam es dann zur Gründung des Feuerwehrvereins, dem Andreas Wittig bis heute vorsteht. So konnte auch die 75-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Großbardau im Jahr 2015 gut vorbereitet werden. Stets war seine ganze Familie mit integriert. Seine Frau Anita ist natürlich auch Mitglied im Feuerwehrverein. Sohn Martin fand ebenfalls frühzeitig an der Feuerwehrarbeit Gefallen. Er studierte Umwelt- und Versorgungstechnik und arbeitet bei einem mittelständischen Heizungs- und Sanitärunternehmen im Bereich Forschung und Entwicklung. „Wir haben das Glück, dass einige Kameraden im Ort eine Arbeit gefunden haben. Wir sind deshalb in der Lage, bei Bedarf am Tag auszurücken“, sagt der 31-Jährige, der sich auch freut, dass neben der Feuerwehr die neue Kindertagesstätte entsteht. „Man kann gar nicht früh genug beginnen, die Mädchen und Jungen mit den Aufgaben eines Feuerwehrmannes vertraut zu machen“, meint der jüngste Feuerwehrchef.

Dabei ist er stolz, dass er die Geschicke der Wehr übernehmen durfte, als der Neubau des Gerätehauses der Großbardauer Feuerwehr abgeschlossen und ein neuer Mannschaftstransportwagen vor der Tür stand. Außerdem erhielt die Wehr ein Löschfahrzeug 16/12, Baujahr 1996, aus Grimma. Damit sei die Wehr, die in diesem Jahr erst zu drei Einsätzen ausrücken musste, gut ausgerüstet.

„Ich habe es zwar nicht geschafft, 40 Jahre wie mein Vater die Wehr zu leiten. Aber man muss auch loslassen können, und dazu ist der Zeitpunkt genau richtig“, sagt Senior Wittig, der jetzt auf den Feuerwehrmann in Sohn Martin setzt. Er selbst freut sich auf den Tag der offenen Tür, der am 30. Juli stattfindet.

Von Cornelia Braun

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