Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Die Grünen wollen in den Grimmaer Stadtrat
Region Grimma Die Grünen wollen in den Grimmaer Stadtrat
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:47 29.11.2018
Freuen sich in Grimma auf rege Diskussionen: Die Grünen Frank Sadlowski (r.) und Jochen Schickert. Quelle: Roger Dietze
Grimma

Punkt 19 Uhr brach am Mittwoch in Grimma die „Grüne Stunde“ an. Eingeladen in die Räume der Urania im Stadtgut hatten die beiden Mitglieder des Grimmaer Ortsverbandes Bündnis 90/Die Grünen Frank Sadlowski (55) und Jochen Schickert (49). Blieben die beiden Lokalpolitiker hier weitgehend unter sich, dürfte sich ihr Bekanntheitsgrad in den nächsten Wochen und Monaten erhöhen. Denn sie wollen Ende Mai für den Grimmaer Stadtrat zu kandidieren. Würde ihnen der Einzug gelingen, wäre dies ein Novum für das städtische Gremium.

Die Zeit für eine grünere Politik, darin ist sich das Duo einig, sei in Grimma reif. Denn die Stadt nehme zumindest in Teilbereichen eine negative Entwicklung, die andere Kommunen bereits vollzogen hätten und die es entsprechend frühzeitig zu korrigieren die Möglichkeit gebe.

Grimmas Entwicklung zum Wirtschaftsstandort unterstützen

Etwa in punkto Stadtentwicklung. „Der Statistik von 2015 zufolge pendelten 60 Prozent der Grimmaer zu einem Arbeitsplatz außerhalb der Stadtgrenzen. Das wirft die zentrale Frage auf, ob sich Grimma zu einem Wirtschaftsstandort oder zu einer Schlafstadt entwickeln soll“, so Sadlowski. Werde, wovon man ausgehe, erstere Entwicklung angestrebt, müsse man Existenzgründer unterstützen sowie kleine und mittlere Betriebe in die Stadt locken.

Einen guten Ansatz sieht das Grimmaer Grünen-Duo in den Planungen für das entstehende Gewerbegebiet Nord 3, für das es sich aber keine Ansiedlung auf Teufel komm raus wünscht. „Wir favorisieren ökologisch nachhaltig wirtschaftende Industrie- und Handwerksbetriebe und appellieren daran, auf dem Gelände beim Thema Oberflächenversieglung mit Augenmaß vorzugehen“, so Schickert, der in Nerchau nahe des Muldenbahnradweges wohnt und festgestellt hat, dass die gastronomische Versorgung entlang der Trasse ausbaufähig ist.

Augenmerk auf Pflege der städtischen Grünanlagen

Womit das Duo den Bogen zu den weichen Standortfaktoren spannte, zu denen das kulturelle Angebot gehört. „An diesem Punkt würden wir uns eine gezielte Förderung ohne Einsatz der Brechstange wünschen“, so der gebürtige Franke, der die Qualitäten des Nerchauer Bieres in höchsten Tönen lobt. „Es kann sich mit dem in meiner alten Heimat problemlos messen“, so der End-Vierziger. Er betont, dass die Zielsetzung grüner Politik in Grimma zum aktuellen Zeitpunkt offen sei. „Für den Anfang wollen wir vor allem diskutieren und uns mit allen an der Stadtentwicklung Interessierten austauschen“, so Schickert.

Dies impliziere auch Kontakte mit den etablierten Stadtratsfraktionen. „Von ihnen wurden zum Teil gute Sachen angeschoben“, sagt Sadlowski und erwähnt in diesem Zusammenhang die CDU-Initiative „Grimma - 2050“. Er und sein grüner Mitstreiter wünschen sich unter anderem auch eine intensivierte Pflege der städtischen Grünanlagen, und zwar in allen Stadtteilen, eine Aufnahme der Diskussion um die Vollendung der Umgehungsstraße sowie eine Stärkung des ländlichen Raumes als Rückgrat der Grimmaer Stadtentwicklung.

„Grüne Stunde“ soll ausgebaut werden

Dass die beiden Lokalpolitiker bei der Verfolgung ihrer Ziele schnell aufgeben werden, ist nicht zu erwarten. „Mir hat es immer imponiert, wie die Grünen über Jahre hinweg an Themen dran geblieben sind. Und dass sich aus unseren Tagebauen und vom Kohledunst verdunkelten Ortschaften blühende entwickelt haben, ist nicht unmaßgeblich ihr Verdient“, so Sadlowski. Er kündigt an, die „Grüne Stunde“ im nächsten Jahr zu intensivieren.

Von Roger Dietze

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach dem Baustart im Frühjahr schreiten die Arbeiten zum Wiederaufbau der früheren Roggenmühle in Grimma voran. Mit Hilfe eines Krans wurde jetzt der erste vorgefertigte Treppenlauf eingehoben.

28.11.2018

In der Innenstadt von Bad Lausick hat am Mittwoch die neue Ticketgalerie eröffnet. Die Einwohner können hier künftig Karten für Konzerte, Kabarett und Theater kaufen.

28.11.2018

Drei 40 Meter lange und 90 Tonnen schwere Brückenteile gehen von der Thierbacher Niederlassung aus auf die Reise zu einer Baustelle nahe Mücheln. Der Transport ruft einige Komplikationen hervor.

29.11.2018