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Die Launzige wird naturnah von der Stadt Grimma umgestaltet

Hochwasserschutz Die Launzige wird naturnah von der Stadt Grimma umgestaltet

Die Launzige wird naturnah von der Stadt Grimma umgestaltet. Das dient zum einen der Pflege des Gewässers aber auch des Hochwasserschutzes. Am Mittwoch geht es am Mutzschener Wasser weiter. Es erfolgt der Spatenstich für eine neue Brücke, um den Durchfluss des Gewässers zu vergrößern.

Die Launzige: Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) zeigt der Wettbewerbskommission unser Dorf hat Zukunft wie ein Stück der Launzige in Fremdiswalde umgestaltet wurde.

Quelle: Thomas Kube

Grimma/Fremdiswalde. Maßnahmen zum Hochwasserschutz an der Launzige nimmt gegenwärtig die Stadt Grimma vor. Denn die Launzige gehört zu den Gewässern II. Ordnung, für die die Stadt verantwortlich ist. „Mit der Launzige sind wir für über 200 Kilometer Flüsse und Bäche zuständig“, erklärt Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos). In Fremdiswalde wird gegenwärtig ein Modellversuch gestartet. „Wir sind deutschlandweit ein Vorzeigebeispiel, obwohl wir selbst im Versuchsstadium stecken“, meint Berger. „Wir haben in Fremdiswalde an der Bushaltestelle begonnen, den Bachlauf zu verändern und gleichzeitig eine Aufwertung der Gewässerökologie zu bewirken“, ergänzt Janine Wolff, Amtsleiterin Stadtentwicklungsamt Grimma. Dabei verschwieg sie nicht, dass die Arbeiten am Bach bei vielen Fremdiswaldern Kopfschütteln verursacht haben. „Wir haben den Bach nicht durch Rohre eingeschränkt und nur vom Schlamm befreit, sondern Stecklinge wie Schwarzerle oder Weide in das Gewässer gebracht“, erklärt sie. „Wir wollen ein ausgeglichenes ökologisches System, das sich zum einen selbst pflegt und reinigt und zum anderen die Fließgeschwindigkeit des Baches verringert“, ergänzt Martin Rink, Mitarbeiter Stadtentwicklungsamt Grimma. Das sei umso wichtiger, da Fremdiswalde sich fast fünf Kilometer entlang des Bachlaufes mit vielen kleinen Brücken zieht. „Im Falle eines Hochwassers oder bei starkem Regenfall über eine längere Zeit ist das wichtig“, sagt Janine Wolff. Die Launzige fließt auch in den Mühlteich von Fremdiswalde. „Dieser muss entschlammt und in das ökologische System eingebunden werden“, sagt Martin Rink. Der Schlamm ist 1,5 Meter hoch und nur 15 Zentimeter darauf befindet sich klares Wasser. Der Mühlteich sei als Gewässerentwicklungsprojekt wesentlich für den Hochwasserschutz und derzeit in der Genehmigungsphase. „Zum Ausgleich des Gefälles, das derzeit über ein kleines Wehr funktioniert, ist geplant, ein Nebengerinne anzulegen, damit die Launzige ungehindert fließen kann“, so Janine Wolff. Insgesamt kostet das Projekt etwa 200 000 Euro. Gegenwärtig bemüht sich die Stadt Grimma um Fördermittel. „Wir hoffen, dass wir über die Förderrichtlinie Gewässer/Hochwasser das Projekt mit 75 Prozent gefördert bekommen“, sagt die Amtsleiterin. Sie ist optimistisch, da mit dem Projekt die ökologische Durchgängigkeit der Launzige durch den Mühlteich gegeben sein wird. „Wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr damit anfangen können“, so Janine Wolff. Ob es allerdings weitere Entwicklungsmaßnahmen an der Launzige geben wird, liegt an den Eigentümern der Flächen. „Wir sind mit den Fremdiswaldern im Gespräch. Wir hoffen, dass das Pilotprojekt an der Bushaltestelle die Bürger überzeugt“, sagt sie.

Vorwärts geht es dagegen an der Sanierung des Mutzschener Wassers. Am Mittwoch erfolgt der Spatenstich zur Brücke über das Mutzschener Wasser in Wagelwitz. Die Brücke über das Mutzschener Wasser in Wagelwitz hat die besten Jahre hinter sich. Das Hochwasser 2013 gab ihr den Rest. Die Widerlager sowie die Anschlüsse zur Gastewitzer Straße und Serkaer Straße erlitten Beschädigungen und Ausspülungen durch den starken Regen. „Im Zuge der Bauarbeiten wird die Durchlassbreite der Brücke erweitert und der Durchfluss optimiert. Das ist für die weitere naturnahe Umgestaltung des Mutzschener Wassers wichtig “, erklärt die Amtsleiterin. Denn der Straßendurchlass habe regelrecht als Flaschenhals gewirkt und zu Überschwemmungen in der Ortslage geführt. Rund 375000 Euro kostet die Sanierung der Brücke einschließlich der Straßenteilabschnitte. 100 000 Euro werden für die naturnahe Umgestaltung des Mutzschener Wassers an der Stelle benötigt.

Von Cornelia Braun

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