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Die Mauer in Grimma ist fast fertig – Anfang Mai wird wieder für den Ernstfall geprobt

Hochwasserschutzübung am 6. Mai Die Mauer in Grimma ist fast fertig – Anfang Mai wird wieder für den Ernstfall geprobt

Die Arbeiten am Hochwasserschutz in Grimma gehen zügig voran. Die Arbeiten an der Roggenmühle sollen im Juni abgeschlossen sein. Mitte Mai beginnt der Bau des Schöpfwerkes Thostgrundbach.

Am Schlossgraben: Hier soll nach dem Rückbau der Baustraße eine begehbare Mauer als Anschluss an die Poppelmannbrücke erfolgen. Dieser Abschnitt wird derzeit mit Big-Bags gesichert.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Auf der Baustelle für die Hochwasserschutzmauer in Grimma geht es voran. Wie jedes Jahr im Frühjahr plant die Stadt Grimma eine Hochwasserübung. Diesmal am 6. Mai. Bis zu diesem Termin sollten unter anderem weitere Schotte und Tore fertig sein, an denen 60 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren und Wasserwehren trainieren, diese schnell zu schließen.

Gegenwärtig erfolgen die letzten Handgriffe zwischen dem Gymnasium St. Augustin und der Etuifabrik. Dazu gehört die Verblechung des Zwischenraumes zwischen der Wand des Alten Seminars und der Mauer. Getestet wird aber auch die Dichtheit des Tores, das künftig in den Schulhof des Gymnasiums St. Augustin führen soll. In diesem Abschnitt wurden die beiden Gebäude Altes Seminar und Etuifabrik mit einer vorgesetzten Stahlbetonwand geschützt, erklärt der Projektleiter im Betriebsteil Mulde der Landestalsperrenverwaltung (LTV) Sachsen, Thomas Zechendorf. Der Abschnitt ist insgesamt etwa 140 Meter lang und die Mauer im Schnitt etwa 2,50 Meter hoch.

Das Gymnasium St. Augustin soll ab Juni ebenfalls mit seiner muldenseitigen Außenwand in die Hochwasserschutzanlage integriert werden. Dazu ist die Anbindung der Gebäudeaußenwand an die Bohrpfahlwand durch eine Stahlbetonkopfplatte erforderlich. Des Weiteren wird mittels 2000 Bohrungen Schaummörtel in die Hohlräume der zwei Meter starken Außenwand gepresst, damit die Dichtheit gegeben ist, wenn Muldewasser an die Mauern drücken sollte. „Das Gleiche erfolgt an der Klosterkirche. Hier sind 1000 Bohrungen notwendig. Die Arbeiten werden ein Jahr in Anspruch nehmen, da mindestens fünf Grad Celsius während der Arbeiten erforderlich sind“, erklärt Zechendorf.

In den Endzügen liegen dagegen die Arbeiten an der Roggenmühle. Noch bis Juni werden die Bauarbeiter damit beschäftigt sein, um Dammbalkenlager für das große Hochwasserschutz-Tor Großmühlenplatz als auch für das Fährtor in Richtung Stadtmauer zu bauen. Außerdem wird die Stahlbetonkopfplatte an der Roggenmühle fertiggestellt. Hier entsteht auch einer der lediglich drei Zugänge zum Muldeufer, der Zugang zwischen Bootshaus und Stadtmauer. Ein weiterer ist zwischen Stadtmauer und Klosterkirche. Beide bestanden bereits. Ein Neuer wurde zwischen Etuifabrik und Pöppelmannbrücke errichtet. Außerdem gibt es im Schutzwall noch zwei größere Lücken, die die Stadt Grimma mit etwa 400 Big-Bags provisorisch verschließt. Denn funktionstüchtig wird die Hochwasserschutzanlage erst 2018 sein. Laut Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) hat der Bauhof neben den Big-Bags auch über 3000 Sandsäcke verbaut. Etwa 15 000 Euro lässt es sich die Stadt Grimma kosten, um die zwei Lücken mit den gigantischen Sandsäcken abzudichten. „Wir wollen nichts unversucht lassen, damit nicht erneut ein Hochwasser Grimma zerstört“, sagt der Stadtchef. Erfreut zeigt er sich, dass die Arbeiten an der Roggenmühle so schnell vorangehen.

Eine der nächsten großen Baustellen des künftigen Schutzwalls liegt unmittelbar an der Pöppelmannbrücke. Mitte Mai beginnt der Bau eines Schöpfwerkes. „Das ist erforderlich, um nach Errichtung der Hochwasserschutzanlage eine Gefährdung des Stadtgebietes durch das Wasser des Thostgrundbaches zu verhindern“, so Zechendorf. Dieses würde bei Hochwasser in das nördliche Stadtgebiet in Richtung Volkshausplatz einströmen. Deshalb muss der Thostgrundbach mit einer Rückstausicherung versehen werden. Da dann jedoch eine Gefährdung des Stadtgebietes durch einen Rückstau des Thostgrundbachs selbst besteht, ergibt sich das Erfordernis der Errichtung eines Schöpfwerks für den Thostgrundbach.

Seit 2007 wird an der außergewöhnlichen Anlage gebaut, die Grimma künftig vor einem Hochwasser abschotten soll, das statistisch gesehen aller 100 Jahre auftritt (HQ 100). Der 2,2 Kilometer lange Schutzwall wird rund 50 Millionen Euro kosten. Derzeit sind etwa 40 Millionen Euro verbaut. In diesem Jahr werden es etwa zwei Millionen Euro sein.

Von Cornelia Braun

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