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Die Natur im Soll: Jetzt warten die Landwirte auf den Mai-Regen

Die Natur im Soll: Jetzt warten die Landwirte auf den Mai-Regen

Wer übers Land fährt, kann die gelben Rapsfelder nur schwerlich übersehen. Die Rapsblüte in diesem Tagen macht eins deutlich: Die Natur ist im Soll. "Wir haben eine ganz normale Entwicklung", bestätigt Dietmar Mühlberg, Sachbearbeiter für Pflanzenbaurecht in der Informations- und Servicestelle Rötha des Sächsischen Landesamtes für Umwelt und Geologie zur jahreszeitlichen Entwicklung auf den Feldern im Leipziger Land.

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Steht in voller Blüte - braucht aber Wasser. Der Raps zwischen Bernbruch und Lauterbach vor der Lauterbacher Kirche.

Quelle: Thomas Kube

Rötha/Wurzen. Und sein Kollege Rainer Miska vom Förder- und Fachbildungszentrum Wurzen, das ebenfalls zum Landesamt gehört, macht klar, dass die Natur auch im Muldental auf der Höhe der Zeit ist. Ganz im Gegensatz zum Vorjahr. "Damals war alles drei Wochen früher." 2014 wurde die Rapsblüte nach Angaben von Mühlberg bereits am 2. April registriert.

 

 

"Im vorigen Jahr hatten wir ja gar keinen Winter", sagt Mühlberg weiter. Den gab es zwar in diesem Jahr auch nicht, dafür aber kalte Nächte noch im April mit nächtlichen Temperaturen im Minusbereich. Die Folge: "Die Pflanzen haben sich nicht so entwickelt." Immerhin wurden auch keine Frostschäden bemerkt. Experte Miska kann dem aktuellen Entwicklungsstand der Pflanzen auf den Feldern zwischen Thallwitz und Großstorkwitz, zu dem es auch durch den mangelnden Niederschlag in den letzten Wochen gekommen ist, aber auch etwas Gutes abgewinnen. "Wenn sich die Natur nicht so rasant entwickelt, ist das schlecht für Schädlinge." Und damit gut für den Landwirt. Außerdem härtet die Witterung der zurückliegenden Wochen Pflanzen wie Winterraps und Wintergerste in gewisser Weise ab, in dem die ein tiefes Wurzelgeflecht bilden. Was die Landwirte jetzt brauchen, sind Niederschläge. Daran lassen die Experten keinen Zweifel. Getreu dem bekannten Sprichwort vom kühlen und nassen Mai sei jetzt Regen notwendig, betont Miska: "Wir haben nach wie vor ein Niederschlagsdefizit." März und April waren schlichtweg zu trocken. Wobei es das ideale Wetter für alle Pflanzenarten nicht gibt. Mais und Rüben etwa haben es gern wärmer, so Mühlberg. Dabei ist noch lange nicht klar, ob die Zeit der Frostnächte für dieses Frühjahr hinter uns liegt. Schließlich stehen die Eisheiligen bevor, und zwar in der Zeit zwischen dem 11. und 15. Mai. Ein Zeitpunkt, vor dem es zu DDR-Zeiten keine Freilandtomaten zu kaufen gab, wie sich Mühlberg erinnert. Und selbst nach den Eisheiligen besteht nach wie vor Gefahr von Nachtfrösten. "Wir haben das auch schon Ende Mai erlebt."

 

 

Wenigstens 40 bis 60 Milliliter pro Quadratmeter sollte es im Monat regnen, sagt Miska. Möglichst in den nächsten vier Wochen. Dann sei mit einem Erntebeginn in der ersten Juli-Dekade zu rechnen. Wobei es nach Möglichkeit keinen Ostwind geben darf. "Der zieht in Trockenperioden das Wasser aus dem Boden", begründet Mühlberg. Auch er hofft auf einen Erntebeginn, konkret für die Wintergerste, Anfang Juli. Das wäre später als im Jahr 2000, als die Ernte bereits am 15. Juni begann.

 

 

Wobei es dabei im Landkreis Leipzig durchaus Unterschiede auch bei einheitlicher Witterung geben kann. Rund um Geithain läuft die Ernte in der Regel erst sieben bis zehn Tage später an - weil die Felder hier bis zu 100 Meter höher liegen als in der flachen Leipziger Tieflandsbucht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.05.2015
Nikos Natsidis

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