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Die Paradiesgestalter

Die Paradiesgestalter

Grimma. Wenn Adolf Luksch durch den Kleingärtnerverein „Dr. Schreber" spaziert, muss er viele Hände schütteln. Die haben zwar meistens kurz vorher noch in der Erde gesteckt, doch die Begrüßung ist herzlich.

. „Wir gehören hier alle zusammen", sagt Luksch. Er ist Vorsitzender der Anlage und stets über alles im Bilde.

Um das 4,5 Kilometer lange Wegenetz und die 290 Parzellen in Schuss zu halten, braucht es laut Luksch vor allem Eines: Ordnung und Struktur - und eine gut funktionierende Gemeinschaft. Unterstützung für die Instandhaltung des Vereinsgeländes bieten drei Ein-Euro-Jobber, arbeite gebe es für sechs, meint Luksch. So erhalte jeder zur jährlichen Hauptversammlung eine Übersicht aller Termine. Arbeitseinsätze, Vorstandssitzungen und Sprechstunden sind da beispielsweise verzeichnet. Letztere finden immer sonnabends statt. Denn auch unter Kleingärtnern könne es doch ab und an zu Streitigkeiten am Gartenzaun kommen. „Diese seien aber schnell bereinigt", so Luksch. Auch Ratschläge zur Gestaltung oder zur Pflanzenpflege könne man sich holen, dazu gebe es spezifische Fachberater. „Es ist wichtig, dass wir unser Wissen weitergeben, gerade auch an die Jüngeren. Diese wollen wir schließlich lange für diese Tätigkeit begeistern", sagt der Vorsitzende, der seinen Garten vor über 20 Jahren von seinen Eltern übernahm.

Mit den Bäumen und Pflanzen sei er hier aufgewachsen, denn bereits seit 1959 hatte die Familie des Rentners den Garten bewirtschaftet. Seither gedeihen hier unter anderem Gurken, Tomaten, Zwiebeln, Bohnen, Schnittlauch und viele verschiedene Blumen. Sogar Goldfische fühlen sich unter den Seerosen in einem kleinen Becken wohl. „Hier schafft sich jeder seine eigene kleine Idylle", sagt Luksch. Statt Blumen bringe der Rentner seiner Frau jedoch fast täglich frisches Gemüse mit nach Hause. „Ich baue es an, sie kocht", lacht er über die Arbeitsteilung. „Über die Blumen sagt sie, dass die hier im Garten besser aufgehoben sind als auf dem Küchentisch." Fast 70 Stunden monatlich verbringe Luksch in der Anlage mit vielen Gleichgesinnten. „Ein Garten ist mehr als etwas Grün mit Blumen. Das bedeutet Erholung, Zeit für sich und die Familie sowie Kontakt zu anderen Gartenfreunden", sagen Vereinsmitglieder. So denkt auch Larissa Schmidt. Wie viele Stunden im Monat sie ihre Gummihandschuhe an hat weiß sie gar nicht. Dass sie unter den Dingern noch mehr schwitzt stört sie nicht, sie arbeitet gern an ihrem „kleinen Paradies". Gemeinsam mit ihrer Familie verbringt sie hier jede freie Minute: „Es tut einfach gut, raus aus der Wohnung zu kommen und den Sommer im Freien zu genießen." Und für die Kinder sei der kleine Pool sowieso das Größte.

Neben einem grünen Daumen muss Luksch auch organisatorisches Talent zeigen. So wirkte er etwa bei der regionalen Satzung bezüglich der Wassernutzung mit. Für die Kleingärtner bestehe eine Sondernutzungsgenehmigung. Trotzdem ist Luksch über die Wettervorhersage mit Regen froh. „Die Hitze machte uns hier schon etwas zu schaffen", sagt er. Als Vorsitzender habe er auch stets darauf geachtet, dass vor allem ältere Gartenfreunde vorsichtig sind und auf ihren Kreislauf achten. Besonders stolz mache ihn aber die Überprüfung der „kleingärtnerischen Gemeinnützigkeit" seitens der Aufsichtsbehörde des Landratsamtes Leipzig. „Wir erhielten die längste Laufzeit für weitere fünf Jahre", sagt Luksch, der sich dafür bei allen Mitgliedern und deren Mitarbeit und Zusammenhalt bedankt. Schließlich gebe es einige Kriterien zu erfüllen. So müsse ein Drittel des Gartens bepflanzt werden, alles müsse einen ordentlichen Eindruck machen und niemandem solle der Einblick in den vorderen Teil des Gartens verwehrt bleiben. Als nächstes freu sich Luksch auf das Kinder- und Familienfest am 14. August von 14 bis 19 Uhr, nicht umsonst heiße der Platz neben der Gaststätte „Festwiese".

Magdalena Fröhlich

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