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Grimma Die Power-Bauern aus Otterwisch: Hahns wollen Agrarfamilie 2017 werden
Region Grimma Die Power-Bauern aus Otterwisch: Hahns wollen Agrarfamilie 2017 werden
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17:03 07.07.2017
Volker, Dagmar, Ellen und Christian (v.l.), die Hahns aus Otterwisch wollen Agar-Familie 2017 werden. Quelle: Foto: Thomas Kube
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Otterwisch

Agrarfamilie 2017 wollen sie werden, die Hahns aus Otterwisch. Im bundesweiten Wettbewerb liegen sie derzeit auf Platz zwei. Der Endspurt kann der einzigen ostdeutschen Firma im Rennen aber noch den Sieg bringen. Es kommt auf die Hilfe von jedem an.

In einem bundesweiten Wettbewerb wollen die Hahns aus Otterwisch Agar-Familie 2017 werden. Ihr nachhaltig geführter Betrieb ist vorbildlich.

Christian (61) und Dagmar Hahn (62), Sohn Volker (38) und Tochter Ellen Hendrich (35), so heißen die vier Power-Landwirte, die das Direktvermarkter-Unternehmen permanent in Schwung halten. Doch dies zählt beim Ausscheid, für den sich 138 Betriebe beworben haben und zwölf in die Endauswahl kamen, noch nicht einmal als Kriterium. Das, was über einen wirtschaftlichen Betrieb hinausgeht, ist das Entscheidende.

„Drei Kategorien standen zur Auswahl, in denen sich Agrarfamilien bewerben konnten: Öffentlichkeitsarbeit, innovative Betriebskonzepte und soziales Engagement“, so Ellen Hendrich, deren Mann Christian auf die Idee gekommen war, sich für den Wettbewerb anzumelden. Die Hahns entschieden sich fürs erste, obwohl sie die anderen beiden durchaus auch mit Leben erfüllen.

Zur Öffentlichkeitsarbeit zählt nicht nur, dass das Unternehmen im Internet mit einer Homepage und auf Facebook vertreten ist. „In erster Linie denken wir hier an unsere Hoffeste mit kostenlosem Eintritt, jeweils am zweiten Juni-Wochenende“, sagt Dagmar Hahn. Ponyreiten, Kutschfahrten und -rennen, Oldtimerschau, kulturelle Umrahmung, Extras wie Falknershow und Hufbeschlag – wenn die Otterwischer einladen, kommen Massen. „Jeder ist willkommen und darf unsere Tiere streicheln“, so Christian Hahn.

Sauwohl fühlen sich bei Tochter Ellen Hendrich auch die Schweine. Quelle: Thomas Kube

Das gilt auch zur Hofweihnacht am zweiten Advent. Dann können die Kinder außerdem basteln, und der alte Bärtige besucht sie. Überhaupt haben es den Hahns die Jüngeren angetan. Für Schulklassen und Kita-Gruppen verwandelt sich ihr Betriebsgelände zum Erlebnis-Bauernhof. Die Mädchen und Jungen durchlaufen dann Stationen, die ihre Neugierde stillen. „Manche wissen noch nicht einmal, was ein Schwein oder eine Kuh ist“, bedauert der Chef.

Der Streichelzoo mit Ponys, Ziegen, Reitpferden sowie Senior-Esel „Nr. 7“, benannt nach einer alten Fernsehserie, und dessen Abkömmlingen, zu denen sogar ein Maultier zählt, ist auch der Renner bei Kindern, wenn ihre Eltern einen heben. Auf dem Hof gibt’s extra einen Partyraum, der gemietet werden kann.

Zum innovativen Betriebskonzept gehört außerdem eine Fleischerei. Im Hofladen und einer Filiale bei Norma in Grimma werden ausschließlich die selbst hergestellten Waren verkauft. Diese wiederum stammen vom eigenen Tierbestand, der vom selbst produzierten Futter lebt. 100 Mutterkühe, 100 Jungrinder und Kälber sowie 350 Schweine halten die Hahns. Dazu bewirtschaften sie 290 Hektar Land, die Hälfte davon gepachtet. Ein Paradebeispiel für Nachhaltigkeit.

Von der heutigen Größenordnung hätten die vorangegangenen Generationen wohl nur träumen können. 1969 wurde das Unternehmen der Hahns, die auf einem Dreiseithof an der Wiesenstraße wirtschafteten, gegen ihren Willen zwangskollektiviert. Nach dem Mauerfall lösten sie ihre Anteile aus der sich auflösenden Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft „Pionier“ heraus und begannen mit 40 Milchkühen und 25 Hektar Boden. Im Zuge der Vermögensauseinandersetzung erhielten sie alte Bausubstanz der Genossenschaft, zum Teil Ruinen.

Von da an hieß es für sie kräftig anpacken. Und das können nun auch alle tun, die den Landwirtschaftsbetrieb unterstützen möchten. Unter der Internetadresse www.agrar-familie.de auf das Foto der Hahns klicken und dann abstimmen, bringt Punkt. Sogar ein Mehrfachvotieren ist möglich und wird von den Mitbewerbern genutzt. Alle 60 Minuten kann für den selben Betrieb abgesetzt werden, und zwar bis zum 24. Juli. „Votet für uns!“, rufen die Hahns auf.

Von Frank Pfeifer

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