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„Die Probleme fangen jetzt erst an“ – Grimmas Stadtchef Matthias Berger im Interview

Vorausblick auf 2016 „Die Probleme fangen jetzt erst an“ – Grimmas Stadtchef Matthias Berger im Interview

Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) äußert sich im Interview über Investitionen, Hochwasserschutz und Gewerbeansiedlungen. In Sachen Asylbewerber vertritt er den Standpunkt, dezentral untergebrachte Menschen in erster Linie schnell zu integrieren.

Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) im Interview. (Archivfoto)

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) äußert sich im Interview über Investitionen, Hochwasserschutz und Gewerbeansiedlungen. In Sachen Asylbewerber vertritt er den Standpunkt, dezentral untergebrachte Menschen in erster Linie schnell zu integrieren.

Grimma hatte im vergangenem Jahr eine Menge zu feiern, ob nun das Reformationsfest oder das Landemusikfest. Wird es 2016 ruhiger?

Die Stadt Grimma war für viele überregionale Events bereits Gastgeber. Ich denke nur an den Tag der Sachsen oder das Landesmusikfest. Gegenwärtig sind wir in der gedanklichen Vorprüfung, vielleicht eine Landesausstellung in ein paar Jahren zu organisieren, um die wertvollen Funde zu zeigen, die während des Straßenbaus zwischen Mutzschen und Wermsdorf gefunden worden sind. 2016 wird kein Jahr der Festivals sein, aber wir werden Altbewährtes wie das Stadtfest feiern. In den Ortsteilen wird Großbothen auf 725 Jahre und Zschoppach auf 750 Jahre zurückblicken.

Mit der Hängebrücke und dem Rathaus sind wichtige Objekte, die von der Flut 2013 zerstört wurden, fertiggestellt. Wird weiter investiert?

In diesem Jahr legen wir unser Augenmerk darauf, in die Infrastruktur zu investieren. Insgesamt sind Investitionen in Höhe von 8,8 Millionen Euro geplant. Dabei handelt es sich um Ersatzneubauten aufgrund des Hochwassers. Dazu gehören Gebäude am Seumehaus des „St. Augustin“ oder an der Oberschule Wallgraben. Geplant ist auch ein Neubau für die Kindertagesstätte Parthenzwerge in Großbardau.

Fertiggestellt werden sollen dieses Jahr das Alte Seminar, und das Feuerwehrgerätehaus Großbardau. Der Treppeneinbau in die Grundschule Mutzschen soll vollzogen werden. Gemeinsam mit Land und Kreis sind auch verschiedene Straßenbaumaßnahmen geplant. Natürlich ist diese Aufzählung nicht vollständig. Weiter vorantreiben werden wir darüber hinaus auch die Planungen für den Radweg Borna-Grimma und Mulde-Elbe.

Grimma bemüht sich, Asylbewerber dezentral unterzubringen? Wird darauf auch weiterhin Augenmerk gelegt?

Das Thema Asylbewerber ist nicht nur für uns eine riesige Herausforderung. Ich denke, die eigentlichen Probleme werden jetzt erst beginnen. Ich befürchte, wenn diese Problematik aus den Schlagzeilen ist, werden die Kommunen auf dem Packen Arbeit sitzen bleiben. Wenn dieses Thema überhaupt als Chance begriffen werden kann, dann dahingehend, endlich einmal über unsere ausufernden bürokratischen Gesetze nachzudenken. Gegenwärtig haben wir in Grimma 600 Asylbewerber, die zur Hälfte dezentral untergebracht sind. Mit diesem Teil wollen wir beginnen, Wege zu ebnen, um sie zu integrieren. Allerdings stoßen wir dabei jetzt schon an Grenzen, weil die Integrationsbereitschaft der Asylbewerber nicht so hoch ist, wie oft in den Medien behauptet.

Welche weiteren Baustellen wollen Sie in diesem Jahr noch meistern?

Uns brennt das Thema Hochwasserschutz unter den Nägeln. Momentan ist die Rede davon, dass die Hochwasserschutzanlage in Grimma erst 2018 fertiggestellt wird. Das ist zu spät und würde eine glatte Verdopplung der geplanten Bauzeit bedeuten. Noch in diesem Monat wird es eine Beratung dazu mit der Landestalsperrenverwaltung geben.

Grimma ist dabei, neue Gewerbegebiete auszuweisen. Zeigen Investoren Interesse, sich in und um Grimma anzusiedeln?

Wir haben das große Glück an der A 14 zu liegen, dass Leipzig boomt und dort die Gewerbeflächen ausgehen. Dementsprechend gibt es immer wieder Anfragen von Investoren, die sich in Grimma ansiedeln wollen. Deshalb beabsichtigen wir, an der Autobahnabfahrt Grimma sowie Mutzschen neue Gewerbegebiete zu erschließen.

Grimma ist durch Eingemeindungen enorm gewachsen. Otterwisch hat bekundet, noch immer zu Grimma zu wollen. Steht das Angebot von Grimma noch?

Otterwisch ist vor Gericht gezogen. Wenn sie Erfolg haben, sind die Otterwischer stets in Grimma willkommen.

Was beunruhigt Sie gegenwärtig besonders?

Wir leben gegenwärtig in einer Zeit, in welcher ein Frosch einen ganzen Flughafenneubau lahm legen kann. Wir bekommen jedoch brennende Fragen wie Asylbewerber nicht in den Griff, wenn wir nicht bereit sind, neue Wege zu beschreiten. Auch betrachte ich das Thema der Asylbewerber als viel weitergehender als alle anderen politischen Themen der letzten Jahrzehnte. Es geht um das Miteinander der westlichen Welt mit den sie umgebenden Ländern, um die Zukunft Europas und letztendlich damit auch um die Zukunft unseres Landes.

Auf was freuen Sie sich in diesem Jahr vor allem?

Die Fertigstellung des Finanzamtes, dass die Stadtwerke sich weiterentwickeln, die Hochwasserschutzanlage hoffentlich schneller gebaut wird und vieles, vieles mehr. Gespannt bin ich darauf, ob wir als Land auf die grundlegenden Fragen unserer Zeit die richtigen Antworten finden.

Von Cornelia Braun

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