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Die S 11 zwischen Grimma und Nerchau bleibt eine Dauerbaustelle

Verkehr Die S 11 zwischen Grimma und Nerchau bleibt eine Dauerbaustelle

Ungewollt nimmt Bahren seit längerem den Umleitungsverkehr der Staatsstraße 11 auf. Obwohl die offizielle Umleitung zur S 38 führt, suchen Ortskundige diesen kurzen Weg – und belasten damit das beschauliche Dorf. Ende Juli soll auf der S 11 die Stützwand, die seit vorigen Herbst bei Dorna errichtet wird, fertig sein. Doch es kündigen sich bereits weitere Baustellen und Vollsperrung an.

Durch die gesperrte S 11 nehmen Ortskundige den Weg durch Bahren, obwohl die offizielle Umleitung zur S 38 führt. Vor allem im Berufsverkehr rollt die Kolonne durch Bahren. Weitere Baustellen auf der S 11 sind angekündigt.

Quelle: Frank Prenzel

Grimma. Als Joachim Häberer in der Zeitung las, dass an der ehemaligen Papierfabrik Golzern die Staatsstraße 11 auf 300 Meter Länge erneuert und dazu der Abschnitt bis 21. Mai voll gesperrt wird, platzte ihm der Kragen. Da müsse dazu geschrieben werden, welches Jahr gemeint ist, brauste er auf. Den 79-Jährigen, der in Bahren wohnt, nervt die Dauerbaustelle S 11 schon lange. Wie berichtet, wird zwischen Grimma und Nerchau seit Jahren abschnittsweise unter Vollsperrung gebaut. Aktuell entsteht westlich von Dorna eine neue Stützwand. Und auf LVZ-Nachfrage kündigt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) schon die nächsten Baustellen an.

Häberer, einst in Limbach-Oberfrohna zu Hause, ist studierter Meliorationsingenieur und war vor und nach dem Mauerfall viele Jahre als Bauleiter tätig. „Ich erschrecke immer, wenn sich kleine Baustellen monatelang hinziehen“, schimpft er. Aus seiner Berufszeit kenne er das nicht. „Wir haben komplex und schnell gebaut.“ Häberer vermutet, dass heutzutage die Kontrolle fehlt, und zählt die S-11-Baustellen der vergangenen Jahre auf. Die Sperrungen zwingen auch ihn zu Umwegen – und wirken sich auf Bahren aus. Viele Autofahrer nehmen nicht die offizielle Umleitung zur und von der S 38, sondern suchen den kürzesten Weg. Und der führt durch Bahren. „Die Einwohner sind verärgert“, weiß der 79-Jährige. Nicht nur, dass der Verkehr im beschaulichen Dorf deutlich zugenommen hat und den Straßenbelag strapaziert, es hält sich auch kaum ein Fahrer ans Tempolimit. Ganz Bahren ist eine 30er-Zone.

Doch Ortskundige werden wohl auch in der nächsten Zeit Bahren durchfahren. Die Stützwand, die westlich von Dorna entsteht, soll Ende Juli fertig sein. „Eine Verzögerung ist derzeit nicht absehbar“, so Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert. Dann werde die Straße für den Verkehr wieder freigegeben. Aber noch in diesem Jahr soll die S 11 erneut gekappt werden. Derzeit läuft laut Siebert die Vorbereitung für den Bau einer weiteren Stützwand nebst Felsabtrag, ebenfalls in der sogenannten Blindenheimkurve und damit nur Schritte von der jetzigen Baustelle entfernt. „Die Baumaßnahme soll in Abstimmung mit der Verkehrsbehörde unter Vollsperrung im Spätherbst beginnen und 2018 fertig werden“, informiert die Sprecherin. Im Winter könne der Verkehr aber zwischenzeitlich auf der S 11 rollen.

Voraussichtlich 2019 sollen dann erneut im Bereich der Blindenheimkurve – diesmal auf der Muldeseite – in einem kleinen Abschnitt Fahrbahn und Schutzeinrichtungen erneuert werden. Der Beginn ist offen, „weil im Rahmen der Planung noch erhebliche Standsicherheitsprobleme im Baugrund gelöst werden müssen“, erläutert Siebert.

Und auch an der ehemaligen Papierfabrik Golzern, wo die Autofahrer seit geraumer Zeit an einer kritischen Stelle per Ampelregelung ausgebremst werden, plant das Landesamt den Straßenbau. Die Stützwand werde aus naturschutzrechtlichen Gründen belassen, so Siebert. Ein Randbalken mit Absturzsicherung soll hier künftig wieder für die normale Straßenbreite sorgen, so dass eines Tages die Ampel verschwindet. Wann, ist offen. Klar ist aber schon jetzt, dass die S 11 auch bei dieser Baustelle „aufgrund der beengten Platzverhältnisse und schwierigen Baugrundverhältnisse“ voll gesperrt wird.

„Eine weitere Bündelung der Maßnahmen war in Abstimmung mit den Verkehrsbehörden nicht möglich, um – unter Berücksichtigung einer Vielzahl weiterer Maßnahmen in der Region durch verschiedene Vorhabenträger – die Erreichbarkeit einzelner Ortsteile nicht noch stärker zu beeinträchtigen“, antwortet Siebert auf die LVZ-Frage, ob die langwierigen Vollsperrungen nicht hätten begrenzt werden können. Wegen des Zustandes von Fahrbahn und einiger Bauwerke seien zudem einige Vorhaben „sehr dringlich“ gewesen. Wegen der Verkehrssicherheit hätten sie keinen Aufschub geduldet. „Damit konnten wir insgesamt weitere ansonsten drohende Verkehrseinschränkungen auf der S 11 vermeiden.“

Das sehen Anwohner anders. Siegfrid Nowak ist auf dem Schomerberg in Grimma zu Hause und verfolgt das Baugeschehen mit wachem Auge. Die weitere Sperrung am ehemaligen Blindenheim wird auch ihn treffen. Für die Bewohner steht damit das nächste Verkehrsproblem vor der Tür.

Von Frank Prenzel

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