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Die etwas andere Arbeitsagentur beim Klingaer Fasching

Die etwas andere Arbeitsagentur beim Klingaer Fasching

"Geh'n sie mit der Konjunktur" - mit diesem bekannten Ohrwurm sorgte die Narrencrew aus Klingas Feuerwehr und Förderverein am Wochenende für ein erfolgreiches Lachmuskeltraining.

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"Klingaer FeierAbend - Närrische Welt der Berufe": Unter diesem Motto bot das Narrenvolk von Feuerwehr und Förderverein am Wochenende einen fulminanten Fasching im neuen Dorfgemeinschaftszentrum des Parthensteiner Ortsteils.

Quelle: Ralf Saupe

Parthenstein/Klinga. Extra für den legendären Fasching hatte die Agentur für Arbeit im Klingaer Dorfgemeinschaftszentrum eine Filiale eröffnet - und konnte lukrative Job-Offerten unters Narrenvolk bringen.

Bei Ronja Räusper, der gleichermaßen lasziven wie betont gelangweilten Telefonvermittlerin der Klingaer Außenstelle, standen die Bewerber Schlange. Das überraschte nicht wirklich, denn wer wie Malergeselle Bandowski seinem Chef mit der Farbrolle die Meinung zum Führungsstil geigt, durfte sich ins Baugewerbe umorientieren. Als "Presslufthammer B-B-B-B-Bernhard" ging es also sogleich zu Abbrucharbeiten an den Reaktor nach Fukushima. Ob als Elektriker, Speditions-Beifahrer, promovierte Haushaltshilfe oder Wurstfachverkäufer - die Klingaer meisterten jede berufliche Herausforderung auf jecke Weise.

Auch der NSA konnten die Klingaer mit einem "Dorfdialekt-Übersetzer" helfen und Bischof Tebartz-van Elst im Rahmen "göttlicher Assistenz" nicht nur unter die Arme greifen. Im Seniorenstift "Vögelheim" war dank geschulten Fachpersonals kein Viagra mehr vonnöten. Nur die Partnervermittlungsagentur patzte, als Klingas bekanntester Bauer eine Frau suchte.

Klar, dass sich das Publikum nach diesem furiosen Programm aus der Ideenschmiede von Faschingsregie-Altmeister Frank Scholz eine Zugabe lautstark einforderte - und auch bekam: Die gähnende Langeweile auf der Betriebsweihnachtsfeier der Arbeitsagentur schlug erst mit zünftiger Malle-Musik um, und auf der Damentoilette bahnte sich bei umherfliegender Reizwäsche nicht nur der Programmhöhepunkt an.

Selbstverständlich durfte Klingas erste Putzfrau, die "wilde Hilde", nicht fehlen. In ihrer Büttenrede zog sie, umrahmt von Witzen, kommunal- und bundespolitische Themen durch den Kakao. Vom desolaten Naunhofer Finanzhaushalt und dem Abzug fachkundigen Personals aus Parthenstein, über ADAC-Eskapaden bis hin zur frisch gekürten Dschungelkönigin nahm sie kein Blatt vor den Mund. Zum von Haba-Beton geplanten Windkraftrad in Großsteinberg meinte sie mit närrischem Blick auf Gesundheitsrisiken: "Seit wir Klingaer wöchentlich die geile Bar hier im Dorfgemeinschaftszentrum nutzen müssen, sind die Leberwerte eh im Eimer."

Zweihundert Gäste genossen beim traditionsreichen Feuerwehrfasching zugleich auch eine besondere Premiere: Erstmalig konnte sich das neue Dorfgemeinschaftszentrum bei einer solchen Großveranstaltung beweisen. Dass dies gelang, bewies das Narrenvolk mit einer ausgelassenen Feier bis in den frühen Morgen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.02.2014
Saupe, Ralf

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