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Grimma „Dielämma“ auf der Streuobstwiese
Region Grimma „Dielämma“ auf der Streuobstwiese
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15:00 29.04.2010
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zfest erhielt, denn 1986 gründete sich „Leipzig Morris", eine Tanzgruppe, die seither den südenglischen Morristanz an jedem 1. Mai in Kaditzsch aufführt. Auch morgen wird nun hier von 11 bis 19 gefeiert.

Grimma/Kaditzsch. Der Mai nimmt im Dutzend der Monate schon ein bisschen eine Sonderstellung ein. Um ihn ranken sich Lieder und Gedichte. Sein erster wird gern mit Ritualen in Verbindung gebracht.

Es war unter anderen die „Haus- und Hofkapelle" alias Familie Uhlmann, die dem Traditionsfest das erste musikalische Geleit gab. Die Söhne, damals noch nicht mal in der Schule, sind heute gestandene Musiker, Preisträger der deutschen Folkszene – ULMAN ist ein Programmhöhepunkt beim diesjährigen Jubiläums-Lämmerfest. Mutter Christine Uhlmann, Gründungsmitglied von Leipzig Morris, schwingt bis heute das Bein wie eine 25-Jährige beim Morristanz, zu dem Vater Peter Uhlmann die Waldzither spielt.

Es ist ein unverzichtbares Ritual für viele geworden, am 1. Mai auf die Kaditzscher Obststreuwiese zu ziehen, Decken und Picknickkörbe zu verteilen und von da auszuschwärmen zu den Bühnen, den Gaucklern, Eisverkäufern und Tiergehegen.

Unverzichtbar auch, dass Max Laube vom Leipziger Kristallpalastvarieté in den frühen Morgenstunden seinen Trödel auspacken und eine eifrige Händlerschar ihre wohlfeilen Waren im Gelände ausbreiten wird, um das fröhliche Markttreiben vorzubereiten. Vom lebenden Lamm über handgesponnene Wolle und Schafskäse, ausgefallene Töpferwaren, erlesenen Schmuck, extravagante Mode, Naturkost und Frisches aus der Region wird da eine Menge Originelles feilgeboten.

Wenn sich dann die Tore zum Festgelände öffnen, startet Judith von Hiller auf der Hofbühne mit Liedern und Chansons, während auf der Festwiese „Jazzpirin" bläserlastigen Ärztejazz serviert. Gegen Mittag kommen die Fans der umschwärmten „Lose Skiffel Gemeinschaft" auf ihre Kosten, die jedes Jahr mit neuen brandheißen Songs für Furore sorgt.

In den Wiesen weiden die unwiderstehlichen „Wilden Weyber" mit Weisen von Renaissance bis Übermorgen und mittendrin im turbulenten Festgeschehen sorgen Raduga, die charmanten Gaukler, mit allerlei Schabernack und Zauberei für Jubel in den jüngsten Kreisen.

Außerdem in diesem Jahr dabei ist TiCorn, die haitianische Sängerin/Songwriterin deutscher Abstammung. Sie singt kreolische Chansons, begleitet von dem Percussionisten Donald Holtermanns. Zur Sonderausstellung in der Galerie, die naive Malerei aus Haiti zeigt, ist das ein ideales musikalisches Pendant. Sogar ein in der Ausstellung vertretener Maler, Frantz Zéphirin, ist zu Gast und bereit, mit Interessierten über sein Land und die Kunst ins Gespräch zu kommen.

Stärken kann man sich an „Lämmertränke", „Suppenschmiede" und „Bisonklause", die allerlei Verführerisches für den Gaumen anbieten. Am großen Lagerfeuer endet der erste Tag des Wonnemonats.

Silke Hoffmann

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