Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Dörte-Ina Liebing zeigt textile Kunst im Naunhofer Turmuhrenmuseum
Region Grimma Dörte-Ina Liebing zeigt textile Kunst im Naunhofer Turmuhrenmuseum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:39 16.04.2018
Dörte-Ina Liebing in ihrem Bornaer Atelier. Nur selten rahmt sie Quilts, wie diesen blauen neben der Nähmaschine. Im Hintergrund das Werk „Dach über dem Kopf“.
Naunhof

Textile Kunst zeigt Dörte-Ina Liebing aus Borna ab Sonntag in der neuen Sonderausstellung des Naunhofer Turmuhrenmuseums. Vorstellen wird sie einen Querschnitt ihrer in jüngster Zeit entstandenen Arbeiten. Verschrieben hat sie sich dem Quilten.

„Einwanderer aus Europa, die in Amerika siedelten, stellten aus älteren Stoffen Decken zum Wärmen her und kreierten dabei wunderbare Muster“, erklärt die 51-Jährige. „Daraus entwickelte sich eine eigene Kunst. Statt Gebrauchsgegenständen entstehen Wandobjekte.“

Das Feuer für diese Kunstrichtung entfachte in ihr Britta Ankenbauer, deren Quilt-Workshop sie 2006 in der Leipziger Baumwollspinnerei besuchte. Schon als Jugendliche hatte sie gern Kleidung genäht, um, wie sie sagt, ihren „Individualismus jenseits des Einheitslooks von Konsum und HO“ ausleben zu können. Als sie aber ab 1992 in einer internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Prokuristin arbeitete, blieb keine Zeit mehr für dieses Hobby. Das sollte sich nun ändern.

„Im Quilten fand ich einen Ausgleich zu meinem analytischen Beruf. Linke und rechte Gehirnhälfte bringe ich dadurch in Balance“, sagt Liebing, die jetzt als Steuerberaterin in Leipzig tätig ist. In ihrer Freizeit bildete sie sich intensiv weiter. Inzwischen hat sie sich an mehreren Ausstellungen beteiligt, einige auch ganz alleine gestaltet. Mit dem Maler Jens Rockrohr betreibt sie im „Goldenen Stern“ Borna eine Galerie, in der eine ständige Schau von ihr zu sehen ist.

„Quilts bestehen aus drei Teilen“, erläutert die Künstlerin. Als Rückseitenstoff verwendet sie meist alte Tischdecken und Bettlaken, auf die sie ein Vlies legt. Das Top, also die Oberfläche, die der Betrachter sehen wird, ist das Eigentliche, auf das es ankommt. Bei Liebing oft ein Mix aus Inspiration und Botschaft.

„Ich verwende weißen Baumwollstoff, in der Regel Satin, aber auch Seide und Papiere“, beschreibt sie ihre Arbeitsgänge. „Das Material färbe ich mit Pigmenten aus den USA, zum Teil uni, zum Teil entstehen Zufallsmuster, die wie gebatikt aussehen. Stellenweise entfärbe ich den Stoff dann wieder, oder ich versehe ihn mit Sieb- beziehungsweise Stempeldruck, um Tiefe und Lebendigkeit reinzubringen.“ Zum Schluss setzt sie mehrere Stoffe zu einem Gesamtkunstwerk zusammen und verbindet das Top an der Nähmaschine mit den beiden anderen Lagen – das eigentliche Quilten. Durch die Nähte lassen sich zusätzliche Strukturen erzeugen, ein geniales Ausdrucksmittel.

Ihren Werken gibt sie meist Titel, zum Beispiel „Nichts ist vergangen, nichts darf vergessen werden“ oder „Der rote Faden“. Bei „Dach über dem Kopf“, 2016 entstanden, geht es ihr darum, dass unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ein solches haben sollten. „Themen wie Armut, Reichtum, Ökologie oder was die Digitalisierung mit uns macht, beschäftigen mich. Aber ich betreibe keine Propaganda, will niemanden bekehren“, sagt sie.

Die Titel können den Betrachter zu einer Botschaft hinführen. Wer das nicht möchte, lässt sie einfach außer Acht und seiner eigenen Interpretation komplett freien Raum. Und dieser Raum ist ein immens großer bei den Werken von Dörte-Ina Liebing. Ein stofflich gewordenes Universum der Fantasie.

Ausstellungseröffnung am Sonntag, 15 Uhr, im Turmuhrenmuseum Naunhof, Ungibauerstraße 1; Öffnungszeiten sonnabends, sonntags und an Feiertagen, jeweils 14 bis 18 Uhr

Von Frank Pfeifer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Leisenauer fragen sich verwundert, weshalb ihre gut ausgebaute Bushaltestelle im Ortszentrum neuerdings nicht mehr bedient wird und sie stattdessen lange Wege bis an die Bundesstraße in Kauf nehmen müssen. Gerade in der Dämmerung und im Winter sei das nicht ungefährlich, erst recht, wenn die B 107 gequert werden müsse.

16.04.2018

Fortgesetzt wurde am Donnerstag am Amtsgericht Grimma die Bußgeldsache gegen den früheren Großbardauer Landwirt Arnd Viehweg. Vor leeren Rängen verlas Richter Malte Fischer beim sogenannten Schiebetermin Schriftstücke des 67-jährigen Betroffenen. Dem wird vorgeworfen Kontrolleure vor die Tür gesetzt zu haben.

12.04.2018

Bei einem Auffahrunfall auf der Wurzener Straße in Grimma sind am Donnerstagnachmittag zwei Menschen verletzt worden. Die wichtige Ortsdurchfahrt musste zeitweise voll gesperrt werden. Es kam zu langen Staus.

12.04.2018