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Donnerbalken ist der Renner

Donnerbalken ist der Renner

Nerchau/Bahren. Außenstehende dachten schon, der Vorsitzende des Vereins „Kinder-Lehm-Haus" wolle einen Kaninchenstall bauen. Rainer Hoidis aber werkelte am Donnerbalken für seine Häschen – so richtig mit Becken und Spülung.

. Das etwas andere „Lehm"häuschen Marke Eigenbau wurden nötig, da die Krippe derzeit saniert wird. Die Größeren machen zugunsten der Kleineren Platz und bevölkern draußen nun im wahrsten Sinne des Wortes den Kinder„Garten".

Über das Förderprogramm Kita-Invest stellten Bund und Kreis 126 000 Euro für den dringend nötigen Umbau in der Krippe zur Verfügung. „Lange haben wir auf diese Gelder gewartet – nun sind sie endlich da", atmet Hoidis auf. Das heißt, so tief Luft holen darf er bei all dem Staub gar nicht. Mit Vatis reißt er gerade Fußböden raus und und bricht Wände durch. „Wir erledigen die Vorabeiten in Eigenleistung. Demnächst papsen wir mit den Eltern sogar noch Lehm. Die Zeit sitzt uns im Nacken. In Kürze kommen die Firmen." Insgesamt sieben Zimmer werden entkernt, um daraus fünf neue zu machen. Gemäß dem pädagogischen Konzept sollen sie hell und offen wirken. Ausgestattet werden sie mit Schallschutzdecke sowie Fußboden- und Wandheizung. Der Einsatz von Lehm soll für ein ordentliches Raumklima sorgen. Auch innen wird gedämmt, um die Ursache für den Schimmel dauerhaft zu beseitigen.

Wie berichtet, schien das schlecht ausgelastete Haus bereits abgeschrieben. Bis der Elternverein „Kinder-Lehm-Haus" im Jahre 2005 die Kita übernahm. Inzwischen tummeln sich gut 50 Mädchen und Jungen in der Einrichtung. Die Pädagogik der Lehmhäusler gilt als vorbildlich. Eine Warteliste ist das beste Lob. Zwar investierte der Verein bereits 142 000 Euro in das 35 Jahre alte Gemäuer, Spenden- und Stiftungsgelder flossen. Doch Schimmel an den Wänden, zerbrochene Glasfliesen, kalte Fußböden und fehlende Dämmung riefen die Ämter auf den Plan. Die tolerieren die Mängel nur noch zeitlich befristet.

Insgesamt veranschlagte der Verein 680 000 Euro inklusive Eigenleistungen, die nötig gewesen wären, um das Haus komplett den neuen Erfordernissen anzupassen. Entsprechend groß waren die Hoffnungen, die Rainer Hoidis und seine Mitstreiter in das Konjunkturprogramm gesetzt hatten. „Mit den in Aussicht gestellten 400 000 Euro hätten wir das Projekt aus eigener Kraft stemmen können. Doch trotz aufopferungsvollem Kampf des Vereins gingen wir leer aus. Wir wollen das Thema nicht wieder aufwärmen, aber wir hatten schon den Eindruck, dass bei der Vergabe der Mittel die freien Träger gegenüber den kommunalen Einrichtungen benachteiligt wurden. Das ist jetzt abgehakt. Wir gucken nur noch nach vorn und halten Ausschau nach weiteren Unterstützern."

Mit den bewilligten 126 000 Euro kann der Verein nun zunächst ein Drittel der Kindertagesstätte sanieren. Ende Oktober muss alles fertig sein, denn dann kommt die kalte Jahreszeit. Dann können die Knirpse nicht mehr die von Rainer Hoidis gezimmerten provisorischen Toiletten nutzen. Eigentlich schade. Denn die „Lehm"häuschen sind derzeit der absolute Renner, werden vor allem aus Abenteuerlust und weniger wegen eines dringenden Bedürfnisses aufgesucht.

Haig Latchinian

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