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Grimma Drachenfest: Windiges Vergnügen in Schönbach
Region Grimma Drachenfest: Windiges Vergnügen in Schönbach
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06:25 08.10.2018
Michael Beringer aus Hohburg mit einem Delta-Drachen. Quelle: Roger Dietze
Colditz/Schönbach

Hoch über Schönbach wurde vorgestern ein Doppeljubiläum gefeiert: Zum insgesamt 35. Mal luden die Montagskegler des SV Eintracht Sermuth am Sonnabend zu ihrem Drachenfest und zum 30. Mal an die Lokalität „Auf dem Steinhübel“ ein. Dorthin waren die Organisatoren mit der traditionsreichen Familienveranstaltung nach den ersten fünf Mal umgezogen, zuvor hatten sie die Drachen am Himmel über dem benachbarten Rauschebusch tanzen lassen.

Dreieinhalb Jahrzehnte trotzte die Festivität allen meteorologischen Widrigkeiten und musste laut Mitorganisator kein einziges Mal abgesagt werden. „Wir haben das Fest bei absoluter Windflaute ebenso wie bei Starkregen und dickem Nebel durchgezogen“, ließ Klaus Thalmann die 35 Jahre Revue passieren. Auch in diesem Jahr hatten die Drachenpiloten wie die Besucher mit einem Unbill in Form eines staubtrockenen Untergrundes zu kämpfen. „Im vergangenen Jahr hatten hier die Wildschweine alles durchwühlt, leider ist aus unserem ursprünglichen Plan, die Örtlichkeit umgraben und neuen Grassamen ausbringen zu lassen, nichts geworden“, berichtete Thalmann. Was der Stimmung nahe der Ortsverbindungsstraße nach Bad Lausick keinen Abbruch tat. Im vor einigen Jahren eigens von den Montagskeglern in Auftrag gegebenen Festzelt tummelten sich über den gesamten Nachmittag und den Abend hinweg einige Hundert Besucher, von denen viele einen oder mehrere Drachen mitgebracht hatten.

Unter ihnen Ronny Eidam aus Waldheim, der zum zehnten Mal in Schönbach mit von der Drachenfest-Partie war. „Drachen steigen zu lassen macht Spaß und wirkt entspannend“, so der 39-Jährige, der aus seiner gut 50 Drachen umfassenden Sammlung unter anderem superleichte Exemplare mit nach Schönbach gebracht hatte. „Bei diesen Modellen wird auf das Gerüst verzichtet, was sie bereits ab Windstärke eins flugtauglich macht“, so der Mittelsachse. Etwas mehr Mühe hatten demgegenüber Claus und Brigitte Hempel mit Tochter Katrin Bier damit, ihre aus 61 kleinen Drachen bestehende und ein entsprechendes Gewicht auf die Waage bringende Drachenkette in die Luft zu bekommen. „Wir sind jedes Jahr hier dabei, weil wir die Atmosphäre des Festes zu schätzen wissen“, so Brigitte Hempel, für die mit dem Steigen von Drachen jede Menge Kindheitserinnerungen verbunden sind. „Damals sind die Kinder scharenweise im Herbst auf die Felder geströmt, um ihre Drachen steigen zu lassen, heute hingegen sind Drachen selten geworden“, so die Colditzerin, die auch schon beim Schönbacher Drachenfest dabei war, als dieses noch spät im Oktober veranstaltet wurde. „Weil das Wetter zu diesem Zeitpunkt aber immer ein Unsicherheitsfaktor war, haben wir das Fest auf den ersten Oktober-Sonnabend verlegt“, berichtete Klaus Thalmann. Ihm zufolge hat das Organisationsteam bislang alle Versuche abgewehrt, das Drachenfest für kommerzielle Zwecke zu nutzen. „Drachen steigen lassen und Spaß im Festzelt bei Kaffee, Kuchen und Gegrilltem haben, ist unsere Philosophie, und deshalb gestatten wir es ausschließlich der Diakonie Roßwein, in diesem Rahmen selbst gebastelte Drachen zu verkaufen“, so Klaus Thalmann.

Von Roger Dietze

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