Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Dürrweitzschen: Kühle Nächte färben Äpfel rot
Region Grimma Dürrweitzschen: Kühle Nächte färben Äpfel rot
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:55 19.05.2015

"Das ist Färbewetter", freut sich der Obstbauer. Die Differenz zwischen kühlen Nachttemperaturen und warmen Tagwerten würde dafür sorgen, dass die Äpfel Farbe bekommen. Auch hoffen die Dürrweitzschner, dass die Früchte noch ein bisschen wachsen. "Wir werden die Größe der Handelsware erreichen", stellte Erlecke zufrieden fest. Aber noch größere Äpfel bringen mehr Masse. Deshalb hoffen die Landwirte, dass die Äpfel ihren Rückstand bei der Größe aufholen werden.

Während die Ernte im vorigen Jahr zum gegenwärtigen Zeitpunkt bereits auf Hochtouren lief, stehen die Helfer derzeit noch in den Startlöchern. Mit Delbarestival wird seit wenigen Tagen zwar bereits eine französische Sommersorte geerntet. Auch ein Teil der Birnen wurden schon gepflückt. Aber der Run aufs Obst geht Erlecke zufolge erst Mitte September los. Dann seien im Obstland zwischen 600 und 800 Saisonkräfte im Einsatz. "Aber wir haben dann auch weniger Zeit zu ernten", gab Erlecke zu bedenken. Ende Oktober müssten die Früchte von den Bäumen gepflückt sein.

So ist es derzeit noch recht ruhig in den Plantagen der Obstland. Mit Staplern kreiseln die Landwirte in den Plantagen, um die Kisten zwischen den Baumreihen zu platzieren. Auf einzelnen, vom Hagel betroffenen Flächen sind sie derzeit mit Augenmaß bemüht, beschädigtes und nur für die Saftherstellung geeignetes Obst abzunehmen. Denn für die Erntehelfer sei die Sortierung vor Ort schwierig, erklärte Erlecke. Dabei gehe zu viel Zeit verloren, die Pflückleistung werde gemindert.

Obwohl der Vorstand immer zurückhaltend mit Prognosen ist, blickt er dennoch optimistisch auf die kommenden Wochen. Aufgrund der schwierigen Wetterverhältnisse werden vermutlich rund 30 000 Tonnen Äpfel und 2400 Tonnen Birnen an den Bäumen reifen. "Aber wir ernten wieder mehr Tafelobst", sagte er erleichtert. Je mehr Äpfel frisch beim Verbraucher auf dem Tisch landen, desto höher die Erlöse der Obstbauern. 2012, als ein Gewitter mit Hagel übers Obstland gezogen war, musste ein erheblicher Teil der Ernte zu Saft und Obstkonserven verarbeitet werden. "Über die Veos konnten wir aber auch die Industrieware gut absetzen", so Erlecke. Die Erzeugerorganisation vermarktet das in Ostdeutschland erzeugte Obst.

Auch wenn die Obstland in diesem Jahr an die Rekorderträge und Gewinne aus 2011 - damals wurden 46 000 Tonnen Obst geerntet und Gewinne in Höhe von 1,1 Millionen Euro erwirtschaftet - nicht anknüpfen kann, wird das Unternehmen die Herausforderungen meistern. "Wir befinden uns in einem stabilen Fahrwasser", sagte Erlecke. So produziere die vom Hochwasser überschwemmte Kelterei Sachsenobst bereits seit einigen Tagen wieder. Nach rund 50 Tagen Produktionsstopp würde der Handel händeringend auf die Obstland-Säfte warten. Auch wenn Verpackung und Etikettierung derzeit noch von Hand liefen, könnten die Regale im Einzelhandel wieder aufgefüllt werden. "Der Handel hat sich solidarisch gezeigt", so der Unternehmenschef. Er hätte die Lücken nicht den Wettbewerbern überlassen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.09.2013

Schöppenthau, Birgit

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_27000]Eine riesige Kurbelwelle unter der Decke und eine Nähmaschine im Raum sind die einzigen Reliquien aus der Vergangenheit. Die Produktion der alten Fabrik von Reinhold Kühn, in der einst Brillenetuis von Hand gemacht wurden, ist längst eingestellt.

19.05.2015

Parthenstein/Großsteinberg. Wenn Rolf Langhof seinen Blick aus dem Fenster seines neuen Domizils schweifen lässt, schaut er auf die Friedhofsanlage in Großsteinberg.

19.05.2015

"Das neue Werk II dient nur als Abfüllbetrieb. Die Produktion läuft in der Innenstadt weiter", informiert Geschäftsführer Wolfram Eismann. Doch die Produktionsstätte an der Zwickauer Mulde war im Juni noch stärker von der Flut betroffen als 2002. "Es wurde von einem Jahrhunderthochwasser gesprochen.

19.05.2015
Anzeige