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Ehemaliger Wehrleiter aus Trebsen klagt vor Gericht

Streit um Rehabilitierung Ehemaliger Wehrleiter aus Trebsen klagt vor Gericht

Der ehemalige Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Trebsen fühlt sich falsch verstanden. Stefan Kroschky will seine Rehabilitierung und klagt vor dem Verwaltungsgericht. Fehler räumt er nicht ein.

Feuerwehrmann in Zivil: Stefan Kroschky ist sauer über seinen Rausschmiss und kämpft nun vor Gericht um Rehabilitation.

Quelle: Frank Schmidt, An der Aue 6, 04687 Walzig/b. Trebsen, info@fsw-foto.de

Trebsen. Schon als Sechsjähriger ist Stefan Kroschky mit Feuereifer der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) in Trebsen beigetreten. „Damals hatten wir unser Gerätehaus im Westflügel des Schlosses“, weiß der 38-Jährige noch genau. Später erlebte er als aktiver Kamerad den Neubau und die Einweihung des jetzigen Gerätehauses am Schulberg mit. Und von 2010 bis letztes Jahr fungierte er als gewählter Wehrleiter. Im Frühjahr 2015 trat Kroschky zurück, nachdem es Zerwürfnisse innerhalb der Wehr gab, die zu öffentlich ausgetragenen Diskrepanzen mit der Stadtverwaltung führten. Die Folge war ein formeller Stadtratsbeschluss, Kroschky aus der Feuerwehr auszuschließen und ihm ein Hausverbot fürs Gerätehaus aufzubrummen, was praktisch einem Rausschmiss gleichzusetzen war.

„Seitdem stehe ich als der Dumme, Böse und Charakterlose da, der nichts mehr macht“, reflektiert Kroschky ein Bild, das seiner Meinung nach in der öffentlichen Wahrnehmung von ihm als einst verdienstvoll geltenden Kameraden existiert und das nun gerade gerückt werden soll. Und dafür bemüht Kroschky rechtlichen Beistand, er klagt vor dem Verwaltungsgericht in Leipzig gegen den Rausschmiss mit all den Folgemaßnahmen wie Hausverbot. Ziel sei eine Rehabilitierung. „Ich will, dass der Rauswurf rückgängig gemacht wird. So kann ich mich mit reiner Weste auch in anderen Orten bewerben, um mich als Feuerwehrmann zu engagieren“, stellt Kroschky klar. Denn ein Zurück in die Reihen der Trebsener Kameraden hält er für ausgeschlossen.

Mit dem Feuerwehr-Aus von Kroschky reagierte der Stadtrat auf eine Anhörung im Feuerwehrausschuss der Trebsener Wehr. „Aufgrund vorliegender Vorwürfe zu grober Pflichtverletzung, konkret durch unkameradschaftliches Verhalten gegenüber Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr“, lautete die klar formulierte städtische Anklage. In seinem nun gegenüber LVZ geäußertem rein persönlichem Plädoyer gab Kroschky zu verstehen, „ich fühle ich mich falsch verstanden.“ Fehler im eigentlichen Sinn räumt er nicht ein. „Ich sag es mal so: Dass das, was ich für den guten Weg gehalten habe, nicht von allen Seiten als richtig empfunden wird, das mag ja sein. Dass aber plötzlich alles komplett als Negativ dargestellt wird, ist nicht in Ordnung. Natürlich gibt es da Leute, mit denen kann man nicht immer so gut, aber im Großen und Ganzen standen die Leute hinter mir“, beharrt Kroschky darauf. Zudem kritisiert er, „dass im Rathaus nur über mich, aber nicht mit mir darüber gesprochen wurde. Etwa, ob es da eine Konfliktlösung gibt.“ Dem widerspricht die Stadt und verweist auf die schon erwähnte Anhörung in einem eingeleiteten Verwaltungsverfahren. „Und das hat Herr Kroschky vom Landratsamt als übergeordnete Verwaltungsbehörde prüfen lassen. Ergebnis war, dass dieses Verfahren rechtmäßig gelaufen ist“, lässt Bürgermeister Stefan Müller auf Nachfrage wissen, lehnt aber mit Blick auf das laufende Gerichtsverfahren weitere Stellungnahmen dazu ab.

Ein anderer ebenfalls in der Öffentlichkeit kritisierter Punkt betrifft Kroschkys Engagement als Stadtrat der Fraktion „Bündnis Pro Trebsen und Ortsteile“. Hier wird ihm das regelmäßige Fehlen im Verwaltungsausschuss vorgeworfen. „Stimmt, da habe ich mich nicht immer form- und fristgerecht abgemeldet“, gibt er sich geläutert und begründet es zu 95 Prozent mit seiner Schichtarbeit bei BMW in Leipzig.

Von Frank Schmidt

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