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Grimma Ehemaliges Jobcenter als neuer Naunhofer Museumsstandort ungeeignet
Region Grimma Ehemaliges Jobcenter als neuer Naunhofer Museumsstandort ungeeignet
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14:10 30.03.2016
2014 wurden Hals über kopf die Umzugskartons im ehemaligen Jobcenter gepackt. Die Mitarbeiter mussten raus, weil die Raumluft schadstoffbelastet ist. Die von der Stadt gewünschte Verlagerung der Naunhofer Museen dorthin stößt deshalb auf breite Skepsis bis Ablehnung. Quelle: Archiv Roger Dietze
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Naunhof

Nachdem sich die meisten Naunhofer Stadträte ablehnend zu einem neuen Museumsstandort im ehemaligen Jobcenter geäußert haben, kommen jetzt auch Bedenken von der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen. Direktorin Katja Margarethe Mieth verweist auf die Schadstoffbelastung in dem Gebäude, für sie sind zunächst einige Grundsatzfragen zu klären.

Laut eines Konzeptes, das Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) den Stadträten vorgelegt hatte, sollten das Museum für historische Bürotechnik und das Turmuhrenmuseum in das Ex-Jobcenter an der alten Beuchaer Straße umziehen. Die Servicestelle des Landkreises für Langzeitarbeitslose hatte das Gebäude, das früher zum Betrieb Sachsenpelz gehörte, 2014 Hals über Kopf verlassen müssen, weil eine Schadstoffbelastung der Raumluft festgestellt worden war. CDU, Unabhängige Wählervereinigung und Bürgerinitiative Naunhof halten das Haus deshalb für ungeeignet, nur die Linke kann es sich als Einrichtung vorstellen, in der beide Museen zusammengefasst werden.

Katja Margarethe Mieth, die nun auf Einladung Zochers die Gegebenheiten anschaute, warnt: „Es muss zunächst eruiert werden, ob das Jobcenter für die Menschen, die dort arbeiten werden, und für den Besucherverkehr tauglich ist. Und, was oft vernachlässigt wird, inwieweit die ausdünstenden Substanzen schädlich für das Museumsgut wären beziehungsweise wie mit ihnen umgegangen werden soll.“ Diese Untersuchung, so Mieth, sei eine der Hausaufgaben, die sie der Stadt Naunhof erteilt habe. Eine zweite wäre die Analyse, wo sich Besucherströme in der Stadt bewegen. Ein Museum mache dort Sinn, wo sich schon Gäste aufhalten, wo sie beispielsweise in der Nähe einen Kaffee trinken können. „Auf das Jobcenter laufen sie nicht gerade zu“, nennt Mieth einen weiteren Grund, warum sie diesen Ort zumindest nach einem ersten Kurzbesuch für ungünstig befindet.

Als dritte Aufgabe müsse die Kommune die Eigentumsfrage für das künftige Museumsgut klären. Beim Museum für historische Bürotechnik und beim Turmuhrenmuseum handle es sich um Privatsammlungen. „Wenn die Eigentümer – übrigens zu Recht – ihr Eigentum behalten wollen, muss geprüft werden, inwieweit man Steuergelder für eine Museumsentwicklung einsetzt. Bevor die Stadt über eine neue Präsentation der Kulturgüter nachdenkt, muss sie über diese verfügen. Und das ist hier definitiv nicht der Fall“, sagt Katja Margarethe Mieth. Für sie gehören nicht nur die beiden Museen, sondern auch die Heimatstube im Vereinshaus zum Kulturgut Naunhofs. „Hier wirken ehrenamtliche Kräfte in drei Einrichtungen sehr engagiert, selbstlos und positiv für die Stadt. Sie müssen in die Diskussion einbezogen werden“, fordert die Direktorin der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen.

Trotz aller Bedenken findet es Mieth gut, dass sich die Stadt zu ihrem Kulturerbe bekennen will. Das sei nicht selbstverständlich, sagt sie. Grundsätzlich könne eine Zusammenlegung der Museen von Vorteil sein. Bevor aber neue Strukturen entworfen werden, müssten die Grundsatzfragen beantwortet werden. „Ansonsten verschwendet man Zeit“, meint Mieth. „Naunhof sollte die Sache langsam angehen, aus meiner Sicht brennt nichts an.“ Bei den schwierigen Verhandlungen biete die Landesstelle für Museumswesen eine Moderation zwischen den Beteiligten an.

Auf Anfrage, wie die Stadt mit den Anregungen umgehen will, bestätigte Stadtsprecherin Anja Lohn die Gespräche mit der Direktorin. „Inhalte hierzu wurden ausschließlich in internen Beratungen den Gremien der Stadt mitgeteilt“, erklärte sie. Alle Empfehlungen der Landesstelle würden geprüft. „Zu gegebener Zeit werden wir über die Ergebnisse informieren“, so Lohn.

Von Frank Pfeifer

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