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Grimma Eigentümer legt sich ins Zeug: Köhraer Dorfteich wieder zum Baden da
Region Grimma Eigentümer legt sich ins Zeug: Köhraer Dorfteich wieder zum Baden da
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05:00 22.09.2017
Eigentümer Alexander Reinsch am Jungenteich, den er sanierte. Das linke Ufer befestigte er mit verschiedenen Naturmaterialien. Quelle: Andreas Döring
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Belgershain/Köhra

Die Bezeichnungen rühren noch aus jener Zeit, als die Badenden nach Geschlechtern getrennt ins Wasser gingen. Das vermutet zumindest Alexander Reinsch, dem in Köhra der Jungen- und der Mädchenteich an der Kirche gehören. Diesen Sonnabend veranstaltet er dort sein Fischerfest. Doch dabei belässt er es nicht.

Eines der beiden Gewässer hat er schon auf Vordermann gebracht – mit einem Hintergedanken. „Mein Ziel war es, die Kinder von Fernseher und Computer wegzulocken und wie früher hier zum Baden zu bewegen“, sagt der 43-jährige Fuchshainer. Ein Foto, das ihm sein Vater gab und wahrscheinlich aus den 1940er-Jahren stammt, zeigt knapp 30 Einwohner am und im Jungenteich. Diesen Sommer nun konnten die ersten Kinder wieder ins Wasser steigen.

Eine Aufnahme aus den 1940er-Jahren. Knapp 30 Einwohner genießen das kühle Nass des Jungenteichs, der auf dem Foto Dorfteich genannt wird. Quelle: Andreas Döring

Als Reinsch das Gewässer 2000 vom Treuhand-Nachfolger Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH ersteigerte, wäre das nicht mehr möglich gewesen. „Es befanden sich nur noch zehn Zentimeter Wasser im Teich, ich musste ihn 2003 erst einmal entschlammen“, blickt er zurück. „Weil aber um ihn herum viele Bäume stehen, deren Laub abfällt, hat sich binnen kürzester Zeit wieder viel Schlamm gebildet. Es bestand Handlungsbedarf, deshalb haben wir 250 Kubikmeter herausgeholt.“

In diesem Zuge entschied sich der Eigentümer, die Ufer gleich mit zu sanieren. Jenes zur Kirche hin sicherte er mit Lärchenstämmen, damit es nicht abrutschen kann. Auf der gegenüberliegenden Seite verwendete er verschiedene Baustoffe, die sich seiner Meinung nach gut ins Allgemeinbild einpassen. Bruchsteine, Sandsteinblöcke, Naturstein-Borden und Holz ergeben ein interessantes Bild.

Sogar Stufen führen jetzt in den Teich. Über sie könnten Badende ins Wasser steigen. In erster Linie hat sie Alexander Reinsch aber installiert, um das Abfischen zu erleichtern. Denn eins war für ihn von Anfang sicher: Bei den jährlichen Fischerfesten im Ort soll es bleiben. Heidi Reff aus Köhra hatte sich schon besorgt an die LVZ gewendet, ob denn überhaupt wieder Leben in den Teich kommt. „Na klar“, antwortet Reinsch. „Karpfen, Schleien und ein paar Edelfische habe ich eingesetzt.“ Dieses Jahr sei aber turnusgemäß erst einmal wieder der Mädchenteich mit dem Abfischen dran, das am Sonnabend 10 Uhr beginnt. Bereits eine halbe Stunde vorher starten die Kinderwettkämpfe mit Spielen aus alten Zeiten.

Der Eigentümer weiß aus Erfahrung, wie wichtig den Kindern solche Feste sind. „Sie lassen sich schon mit einem Strohballen begeistern, den sie zerpflücken können“, sagt er. In Köhra aufgewachsen, ging er auf dem Weg zum Schulbus an den Teichen vorbei und kann sich gut daran erinnern, wie noch vorwiegend in der Natur herumgetobt wurde. „Und ich bin froh, dass ich in meiner Firma Leute habe, die als Kind im Matsch spielten.“

Seine TBS Baugesellschaft mbH Fuchshain ist zwar hauptsächlich mit dem Straßenbau beschäftigt, schwerpunktmäßig mit Natursteinarbeiten. „Wir sind aber auch viel im Wasserbau unterwegs“, erklärt Reinsch. Mehrere seiner Vorhaben interessierte allein in diesem Jahr eine breite Öffentlichkeit, dazu zählen die Sanierungen des Seebads Markkleeberg sowie des Pfarrteichs Belgershain und des Dreiecksteichs in Deuben.

Von Frank Pfeifer

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