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„Ein Denkmal aus guten Taten“

„Ein Denkmal aus guten Taten“


Grimma. Die Menschen sind gegangen, doch ihre Spuren sind geblieben – in einem Theaterprojekt beschäftigen sich Jugendliche der Mittelschule mit dem Schicksal der während der NS-Zeit ermordeten Juden.

. Ihr Stück zeigen sie auch dem Ehepaar Josef und Mirjam Zuberi, sowie Ron Gilo und seiner Mutter Kitty. Die vier kommen aus Israel und sind zur Zeit zu Besuch in Grimma. Mit den Schülern sprachen sie über ihre Geschichte – und wie sie weiter gehen soll.

Sechs Millionen Juden, sechs Millionen Menschen, wer kann das schon begreifen. Einfühlsam und sehr emotional beleuchten die Schüler von der fünften bis zur zehnten Klasse das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte. „Begreifen kann man es doch nicht, aber darüber reden", sagt Georg aus der zehnten Klasse. Freiwillig hätten sich die zirka 20 Schüler für das Theaterprojekt und das Zeitzeugengespräch am Dienstag gemeldet. „Cool waren die", sagt eine Schülerin über die israelischen Gäste. „Und sehr herzlich." So gab es etwa eine spontane Liebeserklärung Josef Zuberis an seine Frau und einen dicken Schmatz dazu. Auch als er erzählte, dass es als „accident" (Unfall) in Israel gesehen wurde, dass ein braves deutsches Mädchen mit einem Flüchtling aus dem Jemen, der noch dazu eine dunklere Hautfarbe hat, zusammen kam. Denn es war ihre neue Heimat Israel, wo ihre Liebe begann. Auch bei den Lehrern hat das Gespräch Eindruck hinterlassen. „Es ist so Wahnsinn zu sehen, was diese Menschen mitgemacht haben und sie trotzdem so viel Lebensfreude versprühen", sagt Roswitha Petersohn, die gemeinsam mit anderen Lehrern und vor allem mit den Schülern das Stück „Die Menschen sind gegangen, doch ihre Spuren sind geblieben" nach dem Buch von Naomie Morgenstern „Gern wäre ich geflogen wie ein Schmetterling", schrieb. Eingeflochten in die Geschichte sind stets historische Dokumente. So liest beispielsweise Johanna Auszüge aus dem Tagebuch der Anne Frank oder macht die Absurdität der Nürnberger Rassengesetze deutlich.

Auch die Bilder im Hintergrund sprechen für sich: Brennende Synagogen, Aufnahmen aus Konzentrationslagern. Dann der erwartungsvolle Blick zum Publikum: Wer weiß schon, wie jemand reagiert, der dieses Leiden am eigenen Körper spürte? „Applaus", waren Kitty, Ron und die Zuberis begeistert. Und auch Ulf Weiland, bei dem die israelischen Gäste zur Zeit wohnen, zeigte sich beeindruckt, wie sensibel mit dem Thema umgegangen wird. Das Ende einer Szene bringe es auf den Punkt: Baut ein Denkmal, aber keins aus Marmor und Stein, sondern eines aus guten Taten Mit dem Stück hätten dies die Schüler getan.

„Mich freut es, wie das Gespräch verlaufen ist. Dass ehrliches Interesse gezeigt wurde. Die Schüler sollen sehen, dass Juden ganz normale Menschen sind. Die Zuberis, Kitty und Ron sind Leute zum Anfassen, sie können witzig sein und trotz ihrer Geschichte immer noch lachen."

Magdalena Fröhlich

i Mittwoch, 15. September, 10 und 18 Uhr wird die gespielte Dokumentation der Mittelschüler als Begleitprogramm zur Anne-Frank-Ausstellung in der Klosterkirche gezeigt.

Magdalena Fröhlich

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