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Ein Ferientag im Museum zum Anfassen in Grimma

Ein Ferientag im Museum zum Anfassen in Grimma


Grimma/Hohnstädt. Wäsche waschen wie damals, mit der Gänsefeder schreiben oder Papier färben: Rund 300 Gäste entdeckten am Dienstag im Rahmen der Ferienaktion dieser Zeitung an einem – nun endlich wieder – sonnigen Tag das Göschenhaus in Grimma.

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„Warum sind die Bücher denn so kaputt", fragte die zehnjährige Lilly, nachdem Thorsten Bolte vor den staunenden Führungsteilnehmern den Bücherschrank im Biedermeierzimmer des Göschenhauses geöffnet hatte. „Die sind nicht kaputt, die sind nur alt", antwortete Bolte. Er nahm einige der 200 Jahre alten Exemplare heraus und zeigte sie herum. „Wir sind ein Museum zum Anfassen."

 

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Grimma/Hohnstädt. Wäsche waschen wie damals, mit der Gänsefeder schreiben oder Papier färben: Rund 300 Gäste entdeckten am Dienstag im Rahmen der Ferienaktion dieser Zeitung an einem – nun endlich wieder – sonnigen Tag das Göschenhaus in Grimma.

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Das erlebten die Besucher vor allem im beschaulichen Garten des einstigen Sommersitzes des Klassikerverlegers Georg Joachim Göschen (1752 – 1828). An teilweise originalen musealen Stücken durfte beispielsweise jeder ausprobieren, wie vor 200 Jahren Wäsche gewaschen wurde. Auch der zehnjährige Friedrich probierte Bürste und Waschbrett aus und staunte, wie viel Kraft man braucht, um mit der Tischmangel das Wasser aus der frisch gewaschenen Wäsche herauszupressen, ehe sie auf die Leine kommt. Mutter Sabine Meißner aus Grebehna bei Schkeuditz hat tatsächlich noch ein Waschbrett zu Hause – als Schmuck neben einer alten Milchkanne. „Als ich 14 Jahre alt war, habe ich noch so gewaschen", erzählte die 62-jährige Barbara Walz aus Delitzsch.

 

Die ersten Besucher kamen schon kurz vor zehn Uhr, dem eigentlichen Beginn des unterhaltsamen Ferientages im Göschenhaus. Vor allem für diejenigen, die selbst ein Blatt marmoriertes Papier herstellen wollten, lohnte sich das zeitige Kommen. Denn das in Tapetenleim und Farbe getauchte Papier müsse eigentlich 24 Stunden trocknen, erklärte Antje Möser, die den Stand betreute und den Kindern zeigte, wie sie phantasievolle Muster auf ihr Papier zaubern.

 

Ein paar Schritte weiter war eine ruhige Hand gefragt – sowohl beim Binden eines Buches mit dünnem Faden als auch bei dem Schreiben mit der Gänsefeder. Die Cousins Elias und Edgar versuchten, das historische Schreibgerät mit möglichst sicherer Hand zu führen. „Hallo Opa, ich schreibe gerade mit einer Feder", verfasst Elias einen Brief an seinen Großvater, Erich Doberstein, der sich am Rand der Wiese auf einer Bank niedergelassen hatte. Er und seine Frau Monika kennen das Göschenhaus von früher und nutzten die Ferienaktion gern, um nach 30 Jahren wieder einmal hierher zu kommen. Sie staunten, wie gepflegt heute alles sei.

 

Weiter unten im Park gingen Christine und Volker Neuhäuser aus Leipzig dem Trubel erst einmal aus dem Weg und flanierten auf den verschlungenen Wegen unterhalb des schmucken Pavillons. Sie sind Stammgäste der Ferienaktion und lernten auf diese Weise endlich, wie sie sagten, auch das Göschenhaus kennen.

 

Ganz in der Nähe ertönten Rufe von Kindern, Hammerschläge und metallisches Klirren. Zwei junge Männer einer Gartenmarktkette hatten dort die Landmaxx-Olympiade aufgebaut. Wie Uta Schmidt und Tochter Lea versuchten viele Gäste, mit so wenigen Hammerschlägen wie möglich einen langen Nagel in der Holzbohle zu versenken. Mindestens genau so viel Spaß machte der Zielwurf mit den Hufeisen.

 

Wer vom unteren Teil des Parkes durch den Weinlaubengang nach oben schlenderte, stieß dort direkt auf Carola Nowack und ihre Kolleginnen, die den Besuchern ihre ganz persönliche Erinnerung an einen schönen Tag im Göschenhaus mitgaben: eine druckfrische Sonderseite dieser Zeitung – mit dem eigenen Foto darauf.

André Neumann

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