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Grimma Ein Ferientag mit der Knolle in Grimma
Region Grimma Ein Ferientag mit der Knolle in Grimma
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05:00 27.10.2011
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. Das und vieles mehr erfahren Ferienkinder beim Kartoffelfest auf Göschens Gut, eine Veranstaltung, die sich großer Beliebtheit erfreut und in diesem Jahr gleich viermal stattfindet.

Die 26 Kinder – 23 vom Hort Großsteinberg und drei aus Grimma – finden gerade so Platz an zwei Tischen im Kaminzimmer. Jeder hat Teller, Messer und Gabel vor sich liegen. Doch vor dem Schmaus wird erst einmal zugehört und mitgemacht. Bärbel Jahn vom Göschenhaus erzählt die Geschichte der Kartoffel und fordert die Kinder immer wieder auf: „Merkt euch den Namen". Den von Pfarrer Ungibauer aus Naunhof zum Beispiel, der die Kartoffel um 1724 in die Region brachte. Und den des Macherner Gutsbesitzers Graf Lindenau, der der erste gewesen sein soll, der mit Kartoffeln Geld verdiente. Und natürlich „Herrn Göschen", den Verleger, der in schwerer Zeit kurz vor der Völkerschlacht 1813, als Brot und Getreide knapp waren, den Menschen in seinem Grimmaer Wochenblatt die Kartoffel anpries: Brot könne man auch aus Kartoffeln backen.

Damit die Kinder die schwierigen Namen auch behalten, tauchten sie leibhaftig auf. Fabian durfte ins Göschen-Kostüm schlüpfen mit Gehrock, Rüschenkragen und Zylinder, Lilly zog die schwere Kutte des Kartoffel-Pastors an, Pascal den schwarzen Umhang des Grafen Lindenau und Aline gab mit Schürze und Kartoffelkorb die Magd.

Die dürfte damals noch nicht all das aus Kartoffeln zubereitet haben, was den Kindern dazu einfiel. Ganz gewiss nicht Pom-Bären und andere Kartoffelchips, die einige Knirpse zuerst in die Runde riefen. Aber auch Kartoffelpuffer, Kartoffelsuppe, Kartoffelmus und Bratkartoffeln standen hoch im Kurs.

Nicht genannt wurde die überm Feuer selbst gegarte Folienkartoffel. Nur wenige der Erst- bis Viertklässler hatten das schon mal selbst probiert. Hier, beim Kartoffelfest auf Göschens Gut, war Gelegenheit dazu. Mitarbeiter Alexander Stichling hatte alles bestens vorbereitet: Drei Feuerschalen, in denen es schon munter knisterte, und angespitzte Stöckchen für die in Folie eingewickelten vorgekochten Erdäpfel. „Aber nicht mit den Stöcken kämpfen und im Feuer wühlen", ermahnte Bärbel Jahn die Kinder noch, die sich schon an den Feuerschalen verteilten. „Dein Stock brennt, Josi", ruft Julia lachend ihrer Nachbarin zu, die den gleich aus dem Feuer zieht. Ab und zu fiel auch eine Kartoffel vom Stock in die Glut.

Für Schüler aus Großsteinberg war es nicht der erste Besuch im Göschenhaus. „Wir nehmen die Angebote gern wahr", sagte Erzieherin Marion Klein. „Ist doch schön, in den Ferien etwas Spannendes zu erleben und dabei noch etwas zu lernen."

Und etwas leckeres zu essen: Alle ließen sich hinterher die Kartoffeln schmecken, mit Quark mit Kräutern aus dem Göschenhausgarten.

André Neumann

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