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Grimma Ein Garten für Generationen in Grimma
Region Grimma Ein Garten für Generationen in Grimma
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05:00 11.08.2011
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Gestern Vormittag trafen sich ein knappes Dutzend Ph9-Bewohner und die große Gruppe der Kindereinrichtung der Arbeiterwohlfahrt zum gemeinsamen Ernten in dem kleinen Garten am Weg von Grimma-Süd hinunter zur Colditzer Straße. Die Kinder pflückten Bohnen, gruben gemeinsam mit Kita-Leiterin Sonja Helbig Kartoffeln aus und ernteten groß gewachsene Zucchini. Einige der betagteren Bewohner schauten zu und gaben Tipps, andere griffen selbst zum Eimer und holten die Kartoffeln aus dem Boden, die die Kinder nicht gefunden hatten.

Annelies Kunath sammelte derweil in einem hinteren Teil des Gartens Brennnesseln und Löwenzahn: Rohkost für das Mittagessen. Die 89-Jährige hatte Anfang 2010 gewissermaßen den Anstoß für dem gemeinsamen Garten gegeben. Die Vegetarierin holt sich, seit sie vor etwa drei Jahren ins Mehrgenerationswohnhaus zog, aus dem Garten regelmäßig ihre Salat- und Küchenkräuter. Damals war der noch völlig verwildert, lag seit 20 Jahren brach. Eines Tages sprach sie mit Elke Spröh, die sich um das Miteinander der Generationen und die Verbindung zum benachbarten Kindergarten kümmert, über das Land und darüber, dass man es doch nutzen könnte. Auf einer Seniorenmesse stieß Elke Spröh auf die Idee von Mehrgenerationsgärten und schon war das Projekt geboren. Am 10. Mai 2010 wurde der Garten feierlich eröffnet.

Einmal die Woche ist seitdem für die Ph9-Bewohner Gartentag. „Wir sind eine kleine Gruppe", sagt der fast achtzigjährige Hans Naujux, dem man sein hohes Alter ebenso wenig ansieht wie Annelies Kunath. „Das hält ein bisschen jung", sagt er verschmitzt über die Gartenarbeit und berichtet stolz, dass er hier fast alles umgegraben und auch alles andere mitgemacht habe.

Auch die Kinder gehen immer wieder in den Garten, „so wie wir Zeit haben", berichtet Sonja Helbig. Immerhin können sie hier von den Älteren etwas über die Gartenarbeit und über Früchte des Gartens lernen, sagt Elke Spröh. Und auch umgekehrt. Auf den Fensterbrettern im Kindergarten wurden Tomaten-, Zucchini- und Kürbispflanzen gezogen und später von den Kindern gepflanzt, die jetzt Früchte tragen. Von dem, was geerntet wird, nehmen die Kinder ein wenig mit, aus dem meisten zaubern die Bewohner des betreuten Wohnhauses in der monatlichen Mitmachküche leckeres Essen. Hans Naujux sagt, er wünsche sich, dass im Garten so viel wächst, „dass wir jeden Sonnabend gemeinsam kochen können und nicht nur einmal im Monat".

Die, die nicht mehr beweglich genug sind, um Kartoffeln auszubuddeln, genossen dennoch den Vormittag an der frischen Luft und freuten sich über die fröhlichen Kinder. Und weil die Sonne wieder einmal nicht scheint, gab es zum Aufwärmen für alle, Kinder und Erwachsene, warmen Tee aus Pfefferminze und Zitronenmelisse – natürlich aus dem eigenen Garten.

André Neumann

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