Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Ein Jahr mehr Zeit bis zum Abitur: Großbardau plant dreijährige Oberstufe
Region Grimma Ein Jahr mehr Zeit bis zum Abitur: Großbardau plant dreijährige Oberstufe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Evangelisches Schulzentrum Großbardau: Zum Tag der offenen Tür wird es auch einen Kuchenbasar geben: Justus, Anne, Mechthild und Lotti (von links) probierten schon einmal und verkauften Kuchen in der Pause an die Mitschüler. Quelle: Thomas Kube
Grimma/Großbardau

"An diesem Tag haben auch die Eltern die Möglichkeit, ihre Sprösslinge für die Grundschule sowie die Oberschule und das Gymnasium anzumelden", erklärt der Geschäftsführer Niko Kleinknecht. Derzeit lernen in Großbardau 110 Grund-, 103 Oberschüler sowie 70 Gymnasiasten. "Unsere Bildungsstätte, die sich in freier Trägerschaft befindet, ist ständig gewachsen", sagt der Geschäftsführer. Das soll auch perspektivisch der Fall sein. Aus diesem Grund hat sich der Trägerverein des Schulzentrums auch entschlossen, bei der Bildungsagentur dafür zu plädieren, statt in zwei, in drei Jahren das Abitur in Großbardau abzulegen. "Gegenwärtig befinden wir uns noch in der Anerkennungsphase", sagt Friedhelm Marsch von der Schulleitung, der sich mit dem Konzept für den Aufbau der gymnasialen Oberstufe beschäftigt. "Wir wollen den Schülern nicht nur Lehrinhalte vermitteln, sondern gemeinsam mit ihnen an ihrer Persönlichkeitsstruktur arbeiten", so der 60-Jährige, der aus dem Ruhrgebiet an die Schule kam und Deutsch und Informatik unterrichtet. "Ich war lange Jahre in der freien Wirtschaft tätig und weiß, wie wichtig nicht nur Fachwissen, sondern auch die soziale Kompetenz ist", erklärt er. So schwebt ihm vor, den Schülern nicht nur erweitere Angebote in den drei Jahren zu bieten, sondern auch ein systematisches persönliches Coaching zu ermöglichen. Über die dreijährige Oberstufe wird die Schulleitung am Tag der offenen Tür informieren.

Eine Rolle spielt am Sonnabend, an dem der Trägerverein mit 400 Besuchern rechnet, die Teilnahme der Grundschule am Deutschen Schulpreis 2016. "Diesen hat die Robert-Bosch-Stiftung gemeinsam mit der Heidehof Stiftung ausgelobt. Er steht unter dem Motto ,Dem Lernen Flügel verleihen'", sagt Geschäftsführer Niko Kleinknecht. Dabei rechnet er sich gute Chancen aus. "In unserer Schule reden wir nicht nur von Inklusion, sondern leben sie. Dafür sorgt ein Inklusionsteam in der Grundschule und der Oberschule sowie im Gymnasium", erklärt er. Der Prozentsatz von Schülern mit Behinderung betrage zehn Prozent. "In unserer Schule ist es normal, verschieden zu sein. Jeder ist willkommen. Und davon profitieren wir alle", meint der Geschäftsführer. Zur Normalität gehöre auch, dass sich Eltern in das Schulleben einbringen, das war erst jüngst in den Herbstferien der Fall, als es galt, das Foyer im Altgebäude zu streichen. Auch beim Tag der offenen Tür und dem anschließenden Martinsfest wird Gemeinschaft gelebt. "Der Hort wird ein Theaterstück aufführen, und die Eltern organisieren einen Umzug durch den Ort", weiß Niko Kleinknecht.

Wenn auch mittlerweile der neue Hort- und Grundschulkomplex beste Lernbedingungen bietet, so bleibt am Altgebäude für den Trägerverein noch eine Menge zu tun. So sind bauliche Veränderungen geplant, um ein separates Physik- und Chemiekabinett zu schaffen. Nachdem der Jugendklub des Ortes aus dem Schulgelände ausgegliedert wurde, fasst der Trägerverein der Schule ins Auge, dort die Schülerküche einzurichten und Räumlichkeiten für den Schulklub zu schaffen.

Cornelia Braun