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Grimma Ein himmlisches Hotel steht in Kaditzsch – und die Fernsehnation schaut zu
Region Grimma Ein himmlisches Hotel steht in Kaditzsch – und die Fernsehnation schaut zu
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18:03 11.12.2015
Gemütliche Runde: Außer dem Team aus Meissen haben sich alle Teilnehmer der Fernsehshow zum Finale in Kaditzsch noch einmal getroffen. Quelle: Frank Schmidt
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Grimma

Nach dem Aus der Denkmalsschmiede Höfgen als Hochburg für anspruchsvolle Kultur haben sich deren Betreiber Kristina Bahr und Uwe Andrich neu orientiert und sind unter die Gastronomen gegangen – sie eröffneten das „Hotel Denkmalschmiede“. Obgleich darüber ausführlich berichtet wurde, ist der Neuanfang nur wenig bekannt, da in der öffentlichen Wahrnehmung noch immer die Insolvenz haftet. Bekanntlich wurden im Jahr 2012 vom Kulturraum Leipziger Raum finanzielle Mittel in Höhe von etwa 300.000 Euro verweigert, was zum Konkurs der Betreibergesellschaft führte. Doch spätestens mit der kürzlich ausgestrahlten Fernsehserie „Mein himmlisches Hotel“ weiß die ganze (Fernseh-)Nation vom Neubeginn im alten Gemäuer, das teils aus dem 17. Jahrhundert stammt.

„Wir wurden dafür im Sommer vom Fernsehsender Vox angefragt und haben spontan zugesagt“, erinnert sich Kristina Bahr. Vier Hotelbetreiber aus Sachsen, so die Herausforderung, besuchen sich gegenseitig, um sich für eine Nacht einzumieten – aus dem „Gästehaus Schönitz“ in Meißen, aus dem Gutshaus „Bizarre Traumwelten“ in Nordhausen, aus dem Landhotel „Zum grünen Baum“ im vogtländischen Oelsnitz und aus dem schon erwähnten „Hotel Denkmalschmiede“ im Muldental. Es galt, Service und Leistung der Gastgeber zu testen und in verschiedenen Kategorien zu bewerten. Also keine normalen Gäste, sondern die Konkurrenz nahm die Offerten unter die Lupe. Am Morgen darauf fand nach dem Frühstück eine Bewertung nach Punkten statt. Dem Sieger winkte eine Prämie von 3000 Euro. Die Aufzeichnung des Finales haben sich drei der vier Teams in der Denkmalsschmiede in gemütlicher Runde angeschaut.

Ob dieses Sendekonzept tatsächlich auch Objektivität zulässt? „Vom Standard wie Freundlichkeit und Sauberkeit abgesehen, kann man schon objektiv sein, wenn man bereit ist, sich auf das jeweilige Konzept einzulassen“, sagte der Oelsnitzer Silvio Kuhnert. „Man sollte sich aber als Geschäftsmann schon bewusst sein, worauf man sich einlässt, denn hier schaut via Satellit quasi ganz Deutschland genau hin.“ Und wie ist es mit der Fairness? „Das ist eine Frage des Charakters der Menschen. Wer, vom unbedingten Siegeswillen getrieben, die Fairness hinter sich lässt, findet immer etwas, um beim Gegner Punktabzüge zu rechtfertigen“, sagte Kuhnert. „Natürlich standen wir in gewisser Konkurrenz zueinander. Ich glaube aber, dass wir nicht nur kritisch, sondern auch kollegial zum Gegenüber waren“, sagte Andrich.

„Allerdings hatten wir manchmal den Eindruck, dass manche einfach zu kritisch waren, um sich eigene Vorteile zu verschaffen.“ Das bizarre Traumweltduo Julia und Anna vom Erlebnishotel für Erotik aus Nordhausen präsentierte sich in Kaditzsch ebenso herzerfrischend offen und spontan wie auf dem Bildschirm und hatte sich den Einschätzungen von Kuhnert und Andrich angeschlossen. Doch damit gab es einen kollektiven Seitenhieb auf das Team aus Meißen, das sich dieser Kritik ausgesetzt sah und nicht von ungefähr wohl deshalb beim gemütlichen Fernsehfinale fehlte.

Dabei hätte es doch mit 9,2 Punkten Grund zum Feiern. Platz zwei mit 8,8 Punkten ging ans Team Oelsnitz, vor Kaditzsch (7,9) und Nordhausen (6,9). Darüber hinaus, so wurde versichert, gab es keine Enttäuschungen. Wohl wissend, dass diese Aktion unabhängig vom Ergebnis eine medienwirksame Werbung in eigener Sache war.

Von Frank Schmidt

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