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Ein kaum zu ertragendes Bild

Ein kaum zu ertragendes Bild

Es war ein Bild mit schockierender Wirkung. Das Reh, das jemand in der Nähe des Moritz-Nebe-Weges nahe des Brandiser Ortsteils Waldsteinberg gefunden hatte, war übelst zugerichtet.

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Schwer zu ertragende Wahrheit: Bei der Untersuchung des Rehs stellte sich heraus, dass es durch einen wildernden Hund getötet wurde.

Quelle: privat

Brandis. Nachdem der zuständige Jagdpächter Michael Kracht es von Fachleuten hatte untersuchen lassen, stand fest: Das Tier war von einem Hund zur Strecke gebracht worden. Mit einem Kehlbiss.

Der Finder des Rehs hatte einen Jäger informiert, der wiederum den Jagdpächter in Kenntnis gesetzt. Als Kracht am Fundort eintraf, "lief das Blut noch raus". Zusammen mit seiner Frau Yvonne Mucke, die ehrenamtlich für den Kreisjagdverband Muldental tätig ist, barg er das Tier und ließ es anschließend begutachten. Dabei, so Kracht, sei zweifelsfrei festgestellt worden, dass das Reh durch Hundebisse ums Leben kam. Auf grausame Art und Weise.

Verständnis aufbringen kann Kracht, der selbst Hundebesitzer ist, nicht das Geringste. Er müsse immer wieder feststellen, dass es bei der Hundehaltung sehr große Unterschiede gebe. Manche Besitzer verhielten sich absolut korrekt. Doch leider seien das nicht alle. "Ich habe mal einen Mann gefragt, der mitten im Wald unterwegs war, was er macht. Er antwortete mir, dass er schon seit einer Stunde seinen Hund sucht." Auf den Hinweis, dass das nicht in Ordnung sei und dass Ricken ihre Kitze gesetzt hätten, habe er geantwortet, hier sei doch nichts. "Ich habe auch schon gesehen, wie ein flüchtendes Reh den Weg kreuzte und der Hund hing schon fast hinten dran", so Kracht. Auf den Bildern einer Wildkamera, die er tief im Unterholz angebracht habe, seien herrenlose Hunde aufgetaucht. Und in einem Fall hätten Hunde Rehwild auf die Autobahn gehetzt. "Das ist allerdings richtig teuer geworden. Die Hunde wurden in einem Polizeieinsatz eingefangen, dass hat den Halter einige Tausend Euro gekostet."

Das Gesetz gebe es her, dass für solche Hunde eine Abschussgenehmigung erteilt werden könne, sagt Kracht. Doch das sei überhaupt nicht in seinem Sinne. "Geht's denn nur mit Strafen?", stellt er eine Frage in den Raum und beantwortet sie selbst. Viel besser wäre es doch, wenn Hundehalter Verständnis aufbringen würden und die Vierbeiner sich nicht außerhalb des Einwirkungsbereiches aufhielten. Doch er weiß auch, dass sich diese Hoffnung wohl nicht komplett erfüllen wird.

Das liege auch daran, dass sich manche Menschen nicht darüber im Klaren seien, dass ein Hund kein Spielzeug sei, ergänzt Yvonne Mucke. Wenn Kinder sich einen Hund wünschten, werde er angeschafft, ohne über die Folgen nachzudenken - und damit meint sie nicht nur die finanziellen. "Ein Hund ist ein Lebewesen mit Persönlichkeit", sagt sie. Kracht fügt hinzu, dass es nicht ohne Erziehung geht: "Und da gehört der Hundehalter mit dazu."

Welche Folgen die Missachtung aller Regeln haben kann, bekam das nahe Brandis gefundene Reh zu spüren. Der Vorfall wird allerdings nicht ohne Folgen bleiben. Es wurde Anzeige wegen Jagdwilderei erstattet, weil ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegt. "Die untere Jagdbehörde ermittelt", so Kracht, "die Sache verläuft bestimmt nicht im Sande."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.07.2014
Heinrich Lillie

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