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Ein weiteres Stück Geschichte für Parthenstein

Ein weiteres Stück Geschichte für Parthenstein

Parthenstein/Großsteinberg. 27 Jahre stand er im Grundstück von Günter Pfarr, dieser Tage fand er an seinen angestammten Platz an der Kreuzung der Staatsstraße 49 mit der Pomßener Straße (Kieswerk) zurück.

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Rückkehr nach 27 Jahren: Günter Pfarr (rechts vom Stein) vollzieht mit Bürgermeister Jürgen Kretschel (l.) und weiteren Heimatvereinsmitgliedern die letzten symbolischen Aufstellarbeiten am steinernen Wegweiser.

Quelle: Roger Dietze

Gemeint ist der gut 100 Jahre alte steinerne Wegweiser, der Wanderern, Fuhrleuten und den ersten Lenkern von Automobilen den Weg nach Klinga, Pomßen, Großsteinberg und Lindhardt wies.

"Im Februar 1987 haben wir den Stein, nachdem er - von wem auch immer - aus seinem Fundament gerissen worden war, geborgen, weil wir ihn für zu schade für die Deponie befanden", erinnert sich das Großsteinberger Heimatvereinsmitglied an die "Rettungsaktion". Im Zusammenhang mit der von seinem Verein vorangetriebenen Ausschilderung der Via Regia zwischen Grethen und dem Kieswerk (die LVZ berichtete) brachte Pfarr den gut fünf Zentner schweren Stein ins Spiel, der mit Unterstützung des Parthensteiner Bauhofs parallel zur Montage dreier Via-Regia-Schilder aufgestellt wurde.

"Das ist ein weiteres Stück Geschichte für unsere Kommune", begrüßt Bürgermeister Jürgen Kretschel die Stein-Aufstellaktion sowie die Beschilderung der Via Regia. Bei dieser handelt es sich um ein gut 2000 Jahre altes Netz von Handelswegen, das sich schwerpunktmäßig von West (vom spanischen Santiago de Compostela) nach Ost (Baltikum, Weißrussland, Russland) über den Kontinent spannte. Ein Faden dieses Netzes verlief auch durch das heutige Parthenstein, wo die Via Regia immer noch den Namen "Hohe Straße" trägt und die Fluren dreier Ortsteile tangiert. "Nicht wenige Zeitgenossen vermuten irrtümlich, dass die Straße diesen Namen ihrer Topographie wegen trägt, dabei bezieht sich 'hoch' in diesem Fall auf ihren Status als Wegeverbindung, die unter dem Schutz des Königs stand, der in Zeiten des Raubritterwesens sogar zeitweise für die Kaufleute Schutztruppen stellte, die sie nutzten", so Heimatvereins-Vize Rolf Langhof. Er erinnert daran, dass es die einstige Kreisdenkmalpflegerin Renate Sturm-Franke war, die die Wegverbindung unter dem Namen "Via Regia Lusatiae (Lausitz) superioris" als Teil der Via Regia unter Schutz gestellt hatte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.05.2014
Dietze, Roger

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