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Ein wenig Selbstkritik zum Geburtstag

Ein wenig Selbstkritik zum Geburtstag

Grimma. So wie es viele Vereine und Gruppen taten, hat sich auch die Interessenvertretung für Körperbehinderte (IVK) des Muldentals nach der friedlichen Revolution im Jahre 1990 formiert.

. Am Samstag blickten die 76 Mitglieder auf eine 20-jährige Arbeit zurück und nutzten die Gelegenheit für eine Feierstunde im Pavillon der Schiffmühle Höfgen.

Selbstbewusst und mit klarer Botschaft an alle Mitmenschen, wurde nicht nur über Erfolge der Vereinsarbeit gesprochen. Es gab auch kritische und selbstkritische Gedanken. „Unsere Probleme sind vielschichtig. Vor allem auch, weil neben den alten Nöten immer wieder neue auftreten", sagte Vereinsvorsitzender Jörg Schirdewahn, der selbst an den Rollstuhl gefesselt ist. „Aber wir wollen unsere Mitglieder nicht nur an die Hand nehmen, um ihre Probleme zu lösen, sondern vielmehr Hilfe zur Selbsthilfe geben – also Lösungswege aufzeigen", ergänzte er. Allerdings meinte er auch selbstkritisch, dass es dem Verein nach 20 Jahren noch nicht gelungen sei, sich in Grimma und in der Umgebung so bekannt zu machen. „Hier müssen wir noch stärker in der Öffentlichkeit auftreten, um auf mehr Akzeptanz zu stoßen."

Gefragt nach den größten Hürden im Leben seiner Vereinsmitglieder, fällt die Antwort völlig anders aus als erwartet. Natürlich könnte Schirdewahn da eine ganze Liste vorlegen. „Unsere größte Sorge ist aber noch immer die Isolation von Menschen mit Behinderung. Eine Mutter, die mit ihrem Kinderwagen in einen Bus einsteigen möchte, ist auch ein Mensch mit Behinderung", sagte er. „Dennoch ist sie ein gleichwertiger Mensch. Und diesen Status beanspruchen wir uneingeschränkt auch für uns." Ähnlich äußerte sich Europaabgeordneter Herrmann Winkler, der als Mitbegründer des Vereins, damals noch als Landtagsabgeordneter, die IVK-Schirmherrschaft übernahm und zu den Mitgliedern sprach. „Viele von Ihnen sind nicht behindert, sondern werden behindert", sagte er und verband das mit der Forderung nach besseren Rahmenbedingungen für die Chancengleichheit von Menschen mit Behinderungen.

Glückwünsche gab es auch vom Landesverband „Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen". Dessen Vorsitzender, Peter Münzberg, gedachte mit bewegenden Worten an die verstorbenen Vereinsmitglieder, die, wie er sagte, „mit Engagement sich eingebracht haben und den IVK bereicherten". Ganz besonders hob Münzberg die verstorbene Angelika Enderlein hervor: „Sie hat den Verein viele Jahre geleitet und geformt." Mit weiteren Worten relativierte Münzberg die Selbstkritik von Schirdewahn. „Wir als Landesverband schätzen insbesondere die ausgewogene Tätigkeit der IVK, der sich zugleich den Sorgen und Problemen der Mitglieder und weiterer von Behinderung Betroffener zuwendet, um eine selbstbestimmte Lebensgestaltung für alle zu ermöglichen."

Natürlich wurden zum Vereinsgeburtstag auch Wünsche geäußert. „Zum

Beispiel, dass der öffentliche Personennahverkehr behindertengerecht ausgebaut wird", so Schirdewahn. Gerade im im ländlichen Raum bestehe noch Handlungsbedarf." Frank Schmidt

Frank Schmidt

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